Hochwasserkatastrophe

Notfallseelsorge im Ahrtal

"Von der Akutversorgung geht es jetzt in eine neue komplexe Lage", sagt Eberhard Hoppe. Der Pfarrer aus dem hessischen Lahn-Dill-Kreis hat im Auftrag der Notfallseelsorge der Evangelischen Kirche im Rheinland von dem Containerdorf aus eine gute Woche lang die Kräfte im Einsatz koordiniert und begleitet. Auch für sie endet der Katastropheneinsatz. 

Freizeit für Kinder aus Flutgebieten

Jeden Morgen begrüßen sich die "Coolen Socken" mit einem Schlachtruf. Sie haben sich Geheimverstecke ausgedacht und ein eigenes Wappen für ihre Gruppe entworfen. "Es ist echt toll hier", sagt der elfjährige Malte über die Ferienfreizeit der Diakonie RWL. "Alles ist grün und ruhig. Es ist nicht so staubig und laut wie bei uns mit all den Aufräumarbeiten."

Nothilfe im Hochwassergebiet

Es soll ein besonderes Hotel werden mit einem wunderschönen Blick auf die Weinberge des Ahrtals, 72 Zimmern und acht Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen. Vor zwei Jahren begannen die von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel mit dem Bau des Inklusionshotels "Zum Weinberg" in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Eröffnungstermin war für das kommende Jahr geplant. Doch das verheerende Hochwasser durchkreuzte die Pläne.

Pflegeheime im Hochwassergebiet

Als Martin Falkenberg am späten Mittwochabend des 14. Juli zu Hause aufbricht, ahnt er noch nicht, was ihn in den nächsten 48 Stunden erwartet. Falkenberg leitet die Fliedner Residenz in Bad Neuenahr, ein Seniorenheim der Theodor Fliedner Stiftung. In einer schönen Jugendstil-Villa von 1900, direkt an dem kleinen Flüsschen im malerischen Ahrtal gelegen, betreut die Stiftung gut 50 Seniorinnen und Senioren zwischen 70 und 102 Jahren.

Familien in Hochwassergebieten

"Die Kinder haben dramatische Szenen miterlebt und müssen nun zwischen den Trümmern auf der Straße spielen. Viele Kitas und Schulen sind zerstört", sagt Christian Heine-Göttelmann, Vorstand der Diakonie RWL. "Wir möchten ihnen gezielt Angebote machen und den Kindern dabei helfen, ihre schlimmen Erlebnisse zu verarbeiten."

Seelsorge im Katastrophengebiet

Wie ist die Lage bei Ihnen?

Die Flutwelle ist jetzt knapp zwei Wochen her. Viele Menschen hatten vielleicht schon vorher Bilder von Hochwasser vor Augen. Aber das, was wir hier erleben, übersteigt alle Erfahrungen. Eine so große Zahl an Betroffenen und die Schwere der Zerstörung durch Hochwasser kannte man bisher nicht. Hier in Bad Neuenahr ist unser Tal sonst sehr beschaulich und ein beliebtes Ausflugsziel. Die Ahr ist normalerweise um diese Zeit etwa 40 Zentimeter hoch – da kann man durchwaten. 

Ehrenamtlicher Katastrophenschutz

Wann haben Sie Ihren Einsatz begonnen?

Mein Melder hat mich letzte Woche Mittwoch um 5 Uhr morgens aus dem Schlaf gerissen. Ich bin direkt zur Wache gefahren. Dann sind wir sofort zu dritt zum Einsatz in unsere Nachbarstadt Hagen. Dort wurde dringend ein geländegängiger Rettungswagen gebraucht, den wir haben. Das Hochwasser ist allerdings in der Zeit so sehr gestiegen, dass selbst wir mit unserem Spezialfahrzeug nicht mehr die Straße passieren konnten.