26. Februar 2022

Krieg in der Ukraine

Aufruf zu Hilfen für Kriegsopfer

Mit Friedensgebeten und Demonstrationen, Glockengeläut und Spendenaufrufen haben Kirche und Diakonie auf den Einmarsch des russischen Militärs in die Ukraine reagiert. Die Diakonie Katastrophenhilfe stellt 500.000 Euro an Nothilfe bereit. In Deutschland werde die Diakonie Geflüchtete beim Ankommen und der Integration unterstützen, versprach Präsident Ulrich Lilie.

  • Eine Frau formt mit ihren Handflächen, die gelb und blau bemalt sind ein Herz als Zeichen der Solidarität mit der Ukraine.

Die Diakonie RWL bittet die Menschen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland, die Bemühungen der Diakonie Katastrophenhilfe mit Spenden zu unterstützen. Die evangelische Hilfsorganisation stellt in einem ersten Schritt 500.000 Euro für die von den Kampfhandlungen betroffenen Menschen bereit.

"Wir haben bis zuletzt gehofft, dass ein Krieg verhindert werden kann, sind jedoch seit Wochen im intensiven Austausch mit unseren Partnern und auf diesen Fall vorbereitet", sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. Zunächst gehe es um reine Nothilfe. Die Diakonie Katastrophenhilfe bereitet sich etwa darauf vor, Nahrungsmittel und Trinkwasser zu verteilen und Notunterkünfte für die vertriebenen Familien bereitzustellen. 

Seit  Beginn des Konflikts im Osten des Landes ist sie in der Ukraine aktiv und verfügt über ein Netzwerk von erfahrenen Nothilfeorganisationen. Der Krieg treffe eine ohnehin notleidende und schwer traumatisierte Bevölkerung. Selbst ohne die aktuelle Eskalation benötigten fast drei Millionen Menschen in der Ukraine humanitäre Hilfe, betonte Keßler.

Portrait

Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland, fordert die großzügige Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine. 

Aufruf zu Friedensdemo und Flüchtlingsaufnahme

Für Sonntag, den 27. Februar, ruft die Diakonie Deutschland gemeinsam mit "Brot für die Welt" als Teil eines Bündnisses aus Kirchen, Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Organisationen in Berlin zu einer Großkundgebung für den Frieden und Solidarität mit den Menschen in der Ukraine auf. Das Bündnis fordert einen sofortigen Stopp der Kampfhandlungen und die Wiederaufnahme diplomatischer Verhandlungen für eine neue Sicherheitsordnung in Europa. 

"Als Zeichen der Solidarität mit der Ukraine sollten Deutschland und die EU die Reisefreiheit für Ukrainerinnen und Ukrainer im Schengenraum aufrechterhalten und allen Schutz und großzügige Aufnahme bieten, für die sich die Gefahrenlage zuspitzt", erklärte Diakonie-Präsident Ulrich Lilie. Neben Polen und Rumänien wird auch Deutschland viele Menschen aufnehmen. "Die Diakonie und ihre Einrichtungen mit vielen freiwillig Engagierten stehen bereit, beim Ankommen und bei der Integration zu unterstützen.“

Am Samstag meldete Polen die Ankunft von 35.000 Flüchtlingen aus der Ukraine. Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen rechnen mit vier bis fünf Millionen Flüchtlingen, sollte sich die Lage weiter zuspitzen. Führende Politiker in Deutschland haben bereits ihre Bereitschaft erklärt, Geflüchtete aufzunehmen und unbürokratisch zu unterstützen. "Für mich steht fest: Wenn Menschen auf der Flucht vor Krieg in Deutschland Zuflucht suchen, steht Nordrhein-Westfalen zur Hilfe bereit", erklärte Ministerpräsident Hendrik Wüst.

Text: Diakonie Katastrophenhilfe/Diakonie Deutschland, Foto im Teaser: Shuttterstock

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden:

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin
Evangelische Bank IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02 BIC: GENODEF1EK1 Stichwort: Ukraine Krise
Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/