Die Solidarität nach der Flut-Katastrophe ist immens: Rund 35 Millionen Euro sind bereits auf dem Spendenkonto der Diakonie RWL eingegangen. Mit dem Geld helfen Diakonie und die evangelischen Kirchen schnell und unbürokratisch. Wir zeigen, wie die Unterstützung für private Haushalte und diakonische Einrichtungen aussieht.
Kein Geheul von Sirenen und Hubschraubern, kein Staub und Schlamm mehr – Kinder aus den stark betroffenen Hochwassergebieten kommen in der Ferienfreizeit der Diakonie RWL-Freiwilligendienste zur Ruhe. Sie dürfen draußen spielen, auf Schatzsuche gehen, Freundschaften schließen. Und wenn sie über ihre Erlebnisse und Sorgen sprechen möchten, sind Pädagogen und Freiwillige für sie da.
Seite an Seite mit denjenigen, die alles verloren haben. Die diakonischen Sozialberatungsstellen in den Hochwassergebieten zahlen Soforthilfen, beraten bei Anträgen und hören zu. Sie bieten schnelle Unterstützung, um durch die ersten Wochen nach der Flut zu kommen. Dabei geht es zunächst um "Handgeld" für passende Schuhe, eine Tankfüllung oder Medikamente.
Das Bethel-Inklusionshotel "Zum Weinberg"sollte nächstes Jahr in Bad Neuenahr eröffnet werden. Nach der Hochwasserkatastrophe wird der Rohbau nun als Versorgungslager genutzt. Diakonie RWL-Vorstand Christian Heine-Göttelmann hat ihn mit Bethel-Vorständin Johanna Will-Armstrong besucht. Die Diakonie will mit ihren Spendengeldern bei der Wiederaufbauhilfe unterstützen.
Vor drei Jahren wurde in Bayern das erste Ankunfts-, Entscheidungs- und Rückkehrzentrum für Geflüchtete eröffnet, kurz AnkER-Zentrum genannt. In NRW gibt es mittlerweile 36 ähnliche Sammelunterkünfte, in denen etwa 6.500 Menschen leben müssen. Gemeinsam mit anderen Organisationen ruft die Diakonie zur Abschaffung dieser Großunterkünfte auf. Flüchtlingsexperte Dietrich Eckeberg erklärt, warum.
In der Nacht zum 15. Juli wird die Seniorenresidenz der Theodor Fliedner Stiftung in Bad Neuenahr vom Hochwasser überspült. Hier erzählen diejenigen, die an den Betten ihrer Bewohnerinnen und Bewohner wachten, wie sie diese Nacht erlebt haben. Sie berichten von Momenten der Hilflosigkeit und großer Ohnmacht. Und davon, wie Mut und Solidarität halfen, Leben zu retten.
Ein zerstörtes Haus, kaputte Orte, verzweifelte Eltern: Für Kinder und Jugendliche in den Hochwassergebieten ist gerade nichts mehr, wie es war. Damit sie wieder ein Stück Normalität erleben können, bietet die Diakonie RWL gemeinsam mit diakonischen Einrichtungen und ihren Freiwilligen im August kostenlose Ferienfreizeiten an.
Bernd Bazin ist evangelischer Pfarrer und leitet die Hochwasserseelsorge in Bad Neuenahr-Ahrweiler – einem von der Flut besonders betroffenen Gebiet. Aktuell sind die Menschen noch eher im "Aufräum-Modus" sagt er. Die Frage nach dem "Wie geht es dir?" stellt er daher vorsichtig. Er hört zu, tröstet, packt aber auch selbst mit an. Es braucht ein langfristiges Seelsorgeangebot, sagt er.
Die Betreuung von Kindern und Jugendlichen in den von der Flutkatastrophe betroffenen Gebieten ist für viele Familien ein zusätzliches Problem geworden. Als Unterstützungsangebot bietet die Diakonie RWL gemeinsam mit diakonischen Einrichtungen ein kostenloses Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche an.
Fünf Tage war Gilda König als ehrenamtliche Katastrophenschützerin in Hagen und der Eifel unterwegs. Seit 14 Jahren engagiert sich die 30-jährige Produktentwicklerin bei den Johannitern in NRW, einem Mitglied der Diakonie RWL. Sie freut sich über die Nachbarschaftshilfe in den Hochwassergebieten. "Aber unkontrolliertes Helfen ist schwierig", meint sie.