In der Nacht zum 15. Juli wird die Seniorenresidenz der Theodor Fliedner Stiftung in Bad Neuenahr vom Hochwasser überspült. Hier erzählen diejenigen, die an den Betten ihrer Bewohnerinnen und Bewohner wachten, wie sie diese Nacht erlebt haben. Sie berichten von Momenten der Hilflosigkeit und großer Ohnmacht. Und davon, wie Mut und Solidarität halfen, Leben zu retten.
Ein zerstörtes Haus, kaputte Orte, verzweifelte Eltern: Für Kinder und Jugendliche in den Hochwassergebieten ist gerade nichts mehr, wie es war. Damit sie wieder ein Stück Normalität erleben können, bietet die Diakonie RWL gemeinsam mit diakonischen Einrichtungen und ihren Freiwilligen im August kostenlose Ferienfreizeiten an.
Bernd Bazin ist evangelischer Pfarrer und leitet die Hochwasserseelsorge in Bad Neuenahr-Ahrweiler – einem von der Flut besonders betroffenen Gebiet. Aktuell sind die Menschen noch eher im "Aufräum-Modus" sagt er. Die Frage nach dem "Wie geht es dir?" stellt er daher vorsichtig. Er hört zu, tröstet, packt aber auch selbst mit an. Es braucht ein langfristiges Seelsorgeangebot, sagt er.
Die Betreuung von Kindern und Jugendlichen in den von der Flutkatastrophe betroffenen Gebieten ist für viele Familien ein zusätzliches Problem geworden. Als Unterstützungsangebot bietet die Diakonie RWL gemeinsam mit diakonischen Einrichtungen ein kostenloses Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche an.
Fünf Tage war Gilda König als ehrenamtliche Katastrophenschützerin in Hagen und der Eifel unterwegs. Seit 14 Jahren engagiert sich die 30-jährige Produktentwicklerin bei den Johannitern in NRW, einem Mitglied der Diakonie RWL. Sie freut sich über die Nachbarschaftshilfe in den Hochwassergebieten. "Aber unkontrolliertes Helfen ist schwierig", meint sie.
Düsseldorf, Berlin, 22. Juli 2021. Leben konnte gerettet werden, aber Wohnungen sind genauso zerstört wie die ganze Infrastruktur im Schleidener Tal bei Aachen. Heute haben Diakoniepräsident Ulrich Lilie, der Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe, Martin Keßler, und der Vorstand des Diakonischen Werkes Rheinland-Westfalen-Lippe (Diakonie RWL) die von der Flutkatastrophe stark betroffene Evangelische Kirche in Kall besucht. Mit im Gepäck hatten sie Trockengeräte für die Aufräumarbeiten. In den kommenden Tagen verteilt die Diakonie RWL rund 100 solcher Geräte in Regionen, in denen die Aufräumarbeiten begonnen haben.
Leben konnte gerettet werden, aber Häuser und Infrastruktur sind größtenteils zerstört. Heute haben Diakoniepräsident Ulrich Lilie, der Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe, Martin Keßler, und Diakonie RWL-Vorstand Thomas Oelkers eine erste Übergabe von Soforthilfen an die Kirchengemeinde im Schleidener Tal bei Aachen gestartet. Mit im Gepäck hatten sie Trockengeräte für die Aufräumarbeiten.
Berlin, Düsseldorf, 21. Juli 2021. Die evangelische Kirche und die Diakonie stellen in einem ersten Schritt vier Millionen Euro für die Betroffenen der Flutkatastrophe in Westdeutschland bereit. Die Soforthilfen werden über das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe (Diakonie RWL), verteilt. "Wir sind überwältigt von der enormen Solidarität der Spenderinnen und Spender", sagt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie. "Dank der großartigen Unterstützung können wir sofort damit beginnen, das große Leid der Menschen in den Flutgebieten zu lindern."
Nur wenige Tage nach ihrem Spendenaufruf haben die Diakonie RWL und die evangelischen Landeskirchen bereits fünf Millionen Euro für die Opfer der Unwetterkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz erhalten. Das Geld soll diakonischen Einrichtungen und Kirchengemeinden zur Verfügung gestellt werden, die damit Soforthilfe leisten können.
Die Folgen, die das Unwetter in NRW und Rheinland-Pfalz angerichtet hat, sind verheerend. Mehr als 150 Menschen haben bislang durch die Katastrophe ihr Leben verloren, Dutzende gelten noch als vermisst. Zahlreiche Familien stehen vor dem Nichts. Die Diakonie RWL, die rheinische, westfälische und lippische Kirche haben ein gemeinsames Spendenkonto für Betroffene eingerichtet.