Aktuelles
Verband Evangelischer Krankenhäuser RWL

100 Jahre nah am Menschen

50 evangelische Kliniken mit mehr als 30.000 Beschäftigten gibt es aktuell in Nordrhein-Westfalen. Das sind so viele wie in keinem anderen Bundesland. Dass die evangelische Krankenhausverbandsarbeit in NRW trotz ihrer 100-jährigen Geschichte immer noch modern ist, hat sie nun bei ihrer Jubiläumsfeier bewiesen.

Gesundheit, Pflege und Alter
Dietrich Grönemeyer 100 Jahre VEK RWL
© Anne Orthen / Diakonie RWL
Christian Heine-Göttelmann Matthias Heidmeier Dietrich Grönemeyer Kirsten Schwenke Thorsten Latzel Silvia Raffel 100 Jahre VEK RWL
© Anne Orthen / Diakonie RWL
Brotübergabe 100 Jahre VEK RWL
© Anne Orthen / Diakonie RWL
100 Jahre VEK RWL
© Anne Orthen / Diakonie RWL
Cornelia Sack Nils B. Krog 100 Jahre VEK RWL
© Anne Orthen / Diakonie RWL
Matthias Becker 100 Jahre VEK RWL
© Anne Orthen / Diakonie RWL
Vorstand GF VEK RWL 100 Jahre VEK RWL
© Anne Orthen / Diakonie RWL
Norbert Friedrich Vorstand Fliedner-Kulturstiftung Kaiserswerth 100 Jahre VEK RWL
© Anne Orthen / Diakonie RWL
Präses Dr. Thorsten Latzel 100 Jahre VEK RWL
© Anne Orthen / Diakonie RWL
100 Jahre VEK RWL
© Anne Orthen / Diakonie RWL
100 Jahre VEK RWL
© Anne Orthen / Diakonie RWL
Gruppenbild Bühne 100 Jahre VEK RWL
© Anne Orthen / Diakonie RWL
Matthias Heidmeier Rita Tönjann Steffi neu von hinten 100 Jahre VEK RWL
© Anne Orthen / Diakonie RWL
Linda Undorf Rita Tönjann Steffi neu 100 Jahre VEK RWL
© Anne Orthen / Diakonie RWL

Der Nikolaus und sein Posaunenchor sind am 6. Dezember wieder durch die verschiedenen Krankenhausstationen gezogen und haben Geschenke verteilt. Was in so mancher Klinik für Staunen sorgen könnte, hat in den Johanniter-Krankenhäusern in Rheinhausen und Mönchengladbach Tradition. Dort, wie in den anderen 48 evangelischen Kliniken in Nordrhein-Westfalen, läuft einiges anders. „Unser christliches Selbstverständnis ist aber nicht etwa laut und aufgesetzt“, beschreibt Rita Tönjann, Geschäftsführerin der beiden Krankenhäuser, den Klinikalltag. „Es ist vielmehr eine besondere Haltung, die uns ausmacht.“ Das bedeute nicht, dass alle Beschäftigten religiös sein müssen. Tönjann: „Wir sind einfach näher dran an den Menschen.“ 

Matthias Heidmeier 100 Jahre VEK RWL

Staatssekretär Matthias Heidmeier vom NRW-Gesundheitsministerium 

Besondere Haltung

Diese besondere Haltung weiß auch die Politik zu schätzen. „Konfessionelle Krankenhäuser sind ein Garant dafür, dass die Arbeit am Menschen nicht durch Profitstreben behindert wird“, sagte Staatssekretär Matthias Heidmeier vom NRW-Gesundheitsministerium nun bei der Feier zum hundertjährigen Bestehen des Verbands Evangelischer Krankenhäuser Rheinland Westfalen Lippe e.V. (VEK RWL) in Düsseldorf. „Und wer sich den Menschen so zuwendet und sich kümmert, der leistet einen unschätzbaren Beitrag zum Erhalt der Demokratie.“

Nils B Krog und Christian Heine-Göttelmann 100 Jahre VEK RWL

Nils B. Krog, Vorsitzender VEK RWL, mit Diakonie RWL-Vorstand Christian Heine-Göttelmann

Agil wie vor hundert Jahren

Nils B. Krog, Vorsitzender des VEK RWL, beschreibt die Bedeutung der evangelischen Krankenhäuser so: „Sie waren und sind einer der wichtigsten Bausteine der Krankenhausversorgung in Nordrhein-Westfalen, der Staat hat mit ihnen starke Partner an der Seite.“ Damals wie heute sei das Ziel klar: der Erhalt der Krankenversorgung für alle Teile der Gesellschaft. Und trotz seiner langen Geschichte sei die evangelische Krankenhausverbandsarbeit in NRW immer noch agil wie vor hundert Jahren. Was nicht zuletzt das neue Logo symbolisieren solle, das eigens zum Jubiläum entwickelt wurde. 

Ehemalige und Ehrenamtliche 100 Jahre VEK RWL

Ehemalige und Ehrenamtliche

Stark im Ehrenamt

Was die evangelischen Krankenhäuser in NRW auch auszeichne, sei ihre Stärke im Ehrenamt. „Alle, die schon mal Angehörige im Krankenhaus hatten, wissen das besondere Engagement der Mitarbeitenden, aber auch das der Ehrenamtlichen und Seelsorgenden in evangelischen Häusern zu schätzen“, sagte Dr. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Nicht nur ihre hohe Fachlichkeit zeichne sie alle aus, sondern auch ihre Hinwendung zum Menschen. „Kirche und Diakonie sind eine Gemeinschaft von Kümmernden.“ Dazu passte ein Zitat von 1954, das Professor Dr. Norbert Friedrich, Vorstand der Fliedner-Kulturstiftung Kaiserswerth, in seinem historischen Impuls zu 100 Jahren VEK RWL vortrug: „Das Krankenhaus ist ja nicht nur ein Wirtschaftsbetrieb.“

Podium 100 Jahre VEK RWL

WDR 2-Moderatorin Steffi Neu im Gespräch mit Staatssekretär Matthias Heidmeier (MAGS NRW), Rita Tönjann, Geschäftsführerin Johanniter Krankenhaus Rheinhausen und Ev. Johanniter Krankenhaus Bethesda Mönchengladbach, Alexandra Knisch-Wesemann, Advanced Practice Nurse am Florence-Nightingale-Krankenhaus Düsseldorf, und Mediziner und Autor Professor Dr. Dietrich Grönemeyer. 

Podiumsgespräche

Auf dem Podium der Jubiläumsveranstaltung im Alten Kesselhaus auf dem Areal Böhler diskutierte WDR 2-Moderatorin Steffi Neu mit ihren Gästen über das, was evangelische Kliniken und eine gute Krankenversorgung ausmacht. Mediziner und Autor Professor Dr. Dietrich Grönemeyer etwa erzählte von seinen Lehrjahren in gleich mehreren evangelischen Häusern. „Besonders toll für mich war die Interdisziplinarität, die dort herrschte.“ So habe er beispielsweise die Zusammenarbeit mit den Priestern geschätzt, aber auch mit den Schwestern. „Von denen habe ich das schmerzarme Spritzen gelernt“, so Grönemeyer. Der Krankenhauswelt den Rücken gekehrt habe er dann letztlich wegen der überbordenden Bürokratie, berichtete er.

Ein Punkt, den auch Rita Tönjann beklagt. „Zu viele administrative Arbeiten frustrieren unsere Mitarbeitenden, weil sie lieber Zeit beim Patienten als am Schreibtisch verbringen.“ Sie wünscht sich von der Politik „mehr Vertrauen in die Krankenhäuser, und dass wir nicht jeden Schritt dokumentieren müssen“. 

Matthias Heidmeier Dietrich Grönemeyer 100 Jahre VEK RWL

Mediziner und Autor Professor Dr. Dietrich Grönemeyer im Gespräch mit Staatssekretär Matthias Heidmeier vom NRW-Gesundheitsministerium.

Mit Leidenschaft

Sorge bereite ihr der Weggang vieler erfahrener Kräfte, die jetzt und in den kommenden Jahren in Rente gehen würden. „Mit ihnen geht auch viel Expertise“, so Tönjann. Um guten Nachwuchs an die Krankenhäuser zu holen, müssen man den jungen Menschen Lust auf Medizin und Pflege machen, forderte Grönemeyer, der selbst erst über zahlreiche Wartesemester zum Medizinstudium kam. „Der NC muss weg, wir brauchen Menschen, die teamfähig sind und diesen Beruf aus Leidenschaft machen.“

Mit Leidenschaft kommt auch Dr. Cornelia Sack ihrer Aufgabe als Geschäftsführerin des Agaplesion Bethesda Krankenhauses Wuppertal nach. Sie nutzte die Jubiläumsfeier auch, um sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen. „Der VEK RWL ist für uns so wichtig, weil wir als evangelische Häuser andere Themen haben“, sagte sie. „Die Verbandsarbeit unterstützt den fachlichen Austausch und bietet eine inhaltliche Beratung. Aber sie dient auch der Vernetzung und gibt uns evangelischen Krankenhäusern in NRW eine gemeinsame starke Stimme.“

Cornelia Sack Thorsten Kaatze 100 Jahre VEK RWL

Dr. Cornelia Sack, Geschäftsführerin des Agaplesion Bethesda Krankenhauses Wuppertal, Thorsten Kaatze, Vorsitzender der Geschäftsführung des Evangelischen Klinikums Bethel und Geschäftsführer des Krankenhauses Mara

Zusammen stärker

Ähnlich sieht das Thorsten Kaatze, Vorsitzender der Geschäftsführung des Evangelischen Klinikums Bethel und Geschäftsführer des Krankenhauses Mara: „Innerhalb der Krankenhauslandschaft sind wir zusammen einfach stärker und können eine gemeinsame Haltung entwickeln.“ Matthias Becker, Geschäftsführer der Johanniter GmbH für die Sparte Krankenhäuser, zieht sein Fazit der Jubiläumsfeier: „Zusammenbringen, was zusammengehört – das hat der Abend mal wieder gezeigt.“

Text: Verena Bretz, Fotos: Anne Orthen / Diakonie RWL

Ansprechperson

Verena Bretz
Referentin
Politik und Kommunikation
V.Bretzatdiakonie-rwl.de

Kurztext

Der Verband Evangelischer Krankenhäuser Rheinland Westfalen Lippe e.V. (VEK RWL) feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Er vertritt aktuell in Nordrhein-Westfalen 50 evangelische Kliniken an 58 Standorten. Damit ist fast jede sechste Klinik in NRW evangelisch geführt. Mit ihren mehr als 30.000 Beschäftigten stellen die evangelischen Häuser bis heute wichtige Säulen der Gesundheitsversorgung in Nordrhein-Westfalen dar und sind bedeutende Arbeitgeber und Ausbildungsträger.