Pressemitteilung

Pflegereform darf nicht zur Sparreform werden – neue Kampagne zeigt konkrete Auswirkungen für Betroffene

Düsseldorf, 22. September 2026. Das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe – Diakonie RWL appelliert an die Bundesregierung und die sie tragende Koalition von CDU/CSU und SPD im Deutschen Bundestag, das angekündigte Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) grundlegend nachzubessern.

Gesundheit, Pflege und Alter

Aktuell sind in Deutschland rund 5,7 Millionen Menschen auf Pflege angewiesen. Mehr als 1,6 Millionen erwerbstätige Pflegekräfte und ein Vielfaches mehr an pflegenden Angehörigen setzen sich tagtäglich für diese pflegebedürftigen Menschen ein. Allen gemein ist, dass sie mit großer Sorge in die Zukunft und auf das geplante PNOG schauen.

„Die Pflege braucht endlich eine nachhaltige Strukturreform statt kurzfristiger Sparmaßnahmen“, erklärt Kirsten Schwenke, Vorständin der Diakonie RWL. Zwar sei die finanzielle Stabilisierung der Sozialen Pflegeversicherung notwendig, sie dürfe jedoch nicht zulasten von pflegebedürftigen Menschen, Angehörigen und Pflegeeinrichtungen erfolgen. „Die Diakonie RWL sieht insbesondere die Gefahr, dass vermeintliche Sparmaßnahmen lediglich Kosten verlagern und langfristig sogar höhere Ausgaben verursachen könnten. Dringend notwendig sind aus unserer Sicht verlässliche Rahmenbedingungen für die pflegerische Versorgung, eine vollständige Refinanzierung der tatsächlichen Kosten, weniger Bürokratie sowie eine deutliche Stärkung pflegender Angehöriger.“

Pflege braucht Zukunft. Unsere Stimmen „mitten aus dem Leben“ zum PNOG

Um auf die Auswirkungen der geplanten Reform aufmerksam zu machen, hat die Diakonie RWL gemeinsam mit pflegebedürftigen Menschen, pflegenden Angehörigen, Mitarbeitenden aus der Pflege und Geschäftsführungen von Trägereinrichtungen in ihrem Verbandsgebiet in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland eine Kampagne gestartet. Unter dem Titel „Das passiert, wenn das PNOG wirklich so kommt…“ schildern Betroffene und Verantwortliche in kurzen Statements ihre Erwartungen an eine zukunftsfähige Pflegepolitik und ihre Forderungen an die Bundesregierung. 

Zur Kampagnenseite geht es hier: www.diakonie-rwl.de/pnog 
Dort können Sie die Statements nachlesen oder die Stimmen im Originalton in Videosequenzen anschauen und nachhören.

Kirsten Schwenke: „Pflege ist kein Kostenfaktor, sondern ein elementarer Bestandteil unserer sozialen Infrastruktur. Wer die Pflege reformieren will, muss die Menschen einbeziehen: Jene, die tagtäglich Verantwortung übernehmen, und jene, die auf Unterstützung angewiesen sind.“ Mehr direkt mit den betroffenen Personen sprechen, statt nur über sie – diesen Ansatz verfolgt die Kampagne der Diakonie RWL.

„Unsere Aktion verdeutlicht klar: Pflege braucht finanzielle Stabilität, aber ebenso Verlässlichkeit, Planungssicherheit und eine Reform, die die Versorgung der Menschen nachhaltig verbessert“, so Kirsten Schwenke abschließend.

Hinweis an die Medien: 
Da das PNOG sehr viele Menschen in ganz Deutschland betreffen wird, können wir Ihnen aus nahezu jeder Region, aus der Sie berichten möchten, sehr gern passende Ansprechpersonen und Protagonist*innen vermitteln. Diese schildern Ihnen dann gern ihre persönliche Situation und können Ihnen auch die regionalen Besonderheiten darstellen. Bitte schreiben Sie uns bei Interesse Ihre Presseanfrage an: pressestelle [at] diakonie-rwl.de (pressestelle[at]diakonie-rwl[dot]de) Wir melden uns dann schnellstmöglich bei Ihnen. Vielen Dank für Ihr Interesse!

Diakonie RWL in sechs Sätzen: 
Das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. – Diakonie RWL ist der größte diakonische Landesverband und einer der größten Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege. Es erstreckt sich über Nordrhein-Westfalen, das Saarland sowie Teile von Rheinland-Pfalz und Hessen. Die Diakonie RWL repräsentiert rund 5.000 evangelische Sozialeinrichtungen, in denen 200.000 Mitarbeitende hauptamtlich und ebenso viele ehrenamtlich tätig sind.

Die Diakonie RWL vertritt in Nordrhein-Westfalen 460 Einrichtungen der vollstationären Pflege mit insgesamt 40.000 Pflegebetten. Damit ist jedes fünfte Pflegebett in NRW in evangelischer Trägerschaft. Hinzukommen rund 260 ambulante Pflegedienste, die täglich Zehntausende Menschen ambulant versorgen.

Ansprechperson

Franz Werfel
Franz Werfel
Stabsstellenleitung
F.Werfelatdiakonie-rwl.de