Wenn Kinder über sich hinauswachsen
Nach dem Auftritt in der Manege des Circus Rondel huschte ein Lächeln über das Gesicht der kleinen Artistinnen und Artisten: Geschafft. Ein Mädchen jonglierte vier Teller gleichzeitig, andere balancieren auf großen Bällen und bauten menschliche Pyramiden. Und einen eigenen Zirkusdirektor gab es auch. Vor so vielen Zuschauern in der Manege aufzutreten braucht Mut, der belohnt wurde mit viel Applaus. Der Circus Rondel sorgte dazu für die richtige Atmosphäre: Es roch nach Popcorn und die Zuckerwatte schmeckte.

Ulrich Christenn (rechts) im Gespräch mit Michael Heussen.
Schule statt Arbeit
Ulrich Christenn von Brot für die Welt bedankte sich für das Engagement der Schüler und zeigte selbst ein paar Jonglage-Künste. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Projekt von Brot für die Welt in Paraguay: Sechs von zehn Kindern verlassen dort vorzeitig die Schule. Sie müssen ihren Eltern beim Geldverdienen helfen. "Brot für die Welt bringt die Kinder wieder in die Schule", so der Fundraising-Experte des Diakonischen Werks Rheinland-Westfalen-Lippe (Diakonie RWL).
Sabrina Lesch, Leiterin der Koordinierungsstelle für Gemeinwesenarbeit der Stadt Krefeld, machte im Interview mit dem Moderator des Abends, dem Krefelder Journalisten Michael Heussen, auf die Armut auch in Krefeld aufmerksam. Sie ermutigte dazu, mit Eltern sensibel ins Gespräch zu kommen, den Kindern gut zuzuhören und Unterstützungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Feuerkünstler in Action im Zirkuszelt.
Künstler heizten ein
Bei 30 Grad war es heiß im Zelt und die Krefelder Künstlergruppe Chapeau Bas heizte im zweiten Teil des Abends mit ihren Feuerkünsten noch einmal richtig ein. Der senegalesische Musiker und Percussionist Aidara Seck machte mit afrikanischen Rhythmen Stimmung. Christoph Rummel – dessen Karriere auch in einem Mitmach-Zirkus begann – jonglierte nicht nur viele Bälle, sondern begeisterte auch mit einer Show mit leuchtenden Keulen. Die Akrobaten des Circus Rondel zeigten, wie sie Kinder in der Manege über sich hinauswachsen lassen. Mit zwei Schülerinnen schwebten sie auf dem Trapez durch das Zirkuszelt. Da hielten alle im Publikum den Atem an.
Die Schul-Bigband des Gymnasiums Fabritianum machte zum Abschluss noch einmal richtig Stimmung. Und die Spendendosen im Zirkus wurden von den Gästen am Abend gut gefüllt. Rund 1.600 Euro kamen für Projekte für Kinder weltweit zusammen. Ulrich Christenn dankte allen Spenderinnen und Spendern: "Das ist ein tolles Ergebnis für unseren Benefizabend."
Text: Sabine Portmann, Fotos: Thomas Lammertz









