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Hochwasserhilfe

Filme werben für Wiederaufbauhilfe

Auch vier Jahre nach der Hochwasser-Katastrophe im Juli 2021 können Betroffene noch Anträge auf finanzielle Unterstützung stellen. Die Diakonie Katastrophenhilfe RWL verlängert dafür die Antragsfrist für ihre Wiederaufbauhilfen und die Härtefallhilfen bis 31. Dezember 2025. In zwei Filmen berichten Betroffene, wie sie das Hochwasser erlebt haben und wie ihnen die Diakonie helfen konnte. 

Fördermittel und Spenden
Dreharbeiten ich.tv in Rösrath mit Desirée
Dreharbeiten ich.tv in Erftstadt mit Rudi

Desirée Brokamp-Bierganns ist keine, die sich vor die Kamera drängt. Aber diesmal ist sie gerne dabei. Denn sie hat eine Botschaft: "Alle Menschen, die immer noch an den Folgen des Hochwassers im Juli 2021 leiden, sollten sich Hilfe holen. Denn dann klappt alles viel besser", sagt sie. Damit auch andere Hochwasser-Betroffene erfahren, wo es diese Hilfe gibt, stellt sich die Overath-Immekeppelerin an diesem Vormittag bereitwillig vor die Kamera und erzählt.

Kameramann Daniel Beykirch und sein Kollege Thorsten Thor von der Kölner Filmproduktion ich.tv besprechen mit der Frau, wie ein solcher Film aussehen könnte und welche Drehorte sich anbieten. Und sie fragen, welche Themen Desirée unbedingt unterbringen möchte. "Ich möchte andere ermuntern, dass sie sich auch an die Diakonie Katastrophenhilfe RWL wenden", sagt sie. "Alle sollen erfahren, dass es auch heute, vier Jahre später, noch Unterstützung und Spendengelder gibt."

Gedreht wird im Baumhofshaus in Rösrath. Dort hat auch die Hochwasserhilfe-Beratung der Diakonie ihr Büro. Außerdem unmittelbar am Ufer der Sülz, ein kleiner, vor sich hin plätschernder Fluss, der sich während des Starkregens am 14. Juli 2021 in ein reißendes Gewässer verwandelt und zahlreiche Gebäude überschwemmt hat.

Desirée erzählt, wie sie und ihr Mann versuchten, das Wasser aus dem Keller zu schöpfen und dabei fast verzweifelt sind. Außerdem berichtet sie, wie sie irgendwann eher zufällig eine Mitarbeiterin aus dem mobilen Hochwasserhilfe-Team der Diakonie Katastrophenhilfe RWL kennenlernte. "Zu diesem Zeitpunkt wollten wir eigentlich schon aufgeben und dachten, dann bezahlen wir unsere Schäden eben alleine." Aber mit Unterstützung der Diakonie-Beraterin wühlte sie sich durch Formulare und Dokumente. Und als sie und ihr Mann dann am Ende noch erfuhren, dass sie zusätzlich zur finanziellen Unterstützung vom Land noch Spendengelder von der Diakonie Katastrophenhilfe RWL bekommen würden, konnten sie ihr Glück kaum fassen. "Das war für uns ein halbes Wunder!"

Dreharbeiten ich.tv in Erftstadt mit Rudi

Ähnlich erging es Rudolf Schütze aus Erftstadt-Bliesheim. Bei ihm stand das Wasser zwar "nur" rund 30 Zentimeter hoch im Keller - allerdings war die Feuchtigkeit bereits hoch in die Wände gekrochen, sodass der gesamte Boden rausgerissen und die Wände neu verputzt werden mussten. Für ihn als Rentner war die Unterstützung der Diakonie Katastrophenhilfe RWL deshalb "die Rettung". Er sagt: "Ich habe auch allen in meiner Nachbarschaft empfohlen, denselben Weg zu gehen wie ich." Sein Fazit: "Ich bin natürlich allen Menschen, die nach dem Hochwasser gespendet haben, sehr dankbar. Aber ich kann auch sagen: Ohne die Diakonie hätte ich das alles nicht so gut geschafft."

Während des Filmdrehs berichtet Rudolf Schütze ausführlich, wie es ihm damals vor vier Jahren ergangen ist. Und bei der Führung durch seinen immer noch nicht ganz fertig renovierten Keller kommt so manche Erinnerung wieder hoch. "Ich wünsche mir, dass jetzt bald alles fertig ist, damit auch ich endlich mit diesem Erlebnis abschließen kann." 

Dass es immer noch Menschen gibt, die ihre Schäden nach der Hochwasser-Katastrophe nicht vollständig beseitigt haben, kann er nachvollziehen. "Viele wissen gar nicht, dass sie Unterstützung bekommen können", vermutet er. Deshalb sei es ihm ein besonderes Anliegen, mit "seinem" Film ganz viele Hochwasser-Betroffene zu erreichen, damit auch sie von der Unterstützung durch die Diakonie Katastrophenhilfe RWL profitieren können. "Es lohnt sich wirklich!"    

Zwei Filme sind entstanden

Und hier sind die beiden Filme, in denen Rudolf Schütze und Desirée Brokamp-Bierganns ihre Hochwasser-Geschichten erzählen.

Text: Verena Bretz, Fotos: Daniel Pfeiffer/Diakonie Köln, Thorsten Thor/ich.tv

Ansprechperson

Verena Bretz
Referentin
Politik und Kommunikation
V.Bretzatdiakonie-rwl.de

Info

Bei der Hochwasserkatastrophe Mitte Juli 2021 starben alleine in Deutschland mehr als 180 Menschen. Die Wassermassen verursachten zudem Sachschäden in Milliardenhöhe. Am schlimmsten waren Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen betroffen. Am 14. Juli und in der Nacht auf den 15. Juli fiel in Teilen der beiden Bundesländer innerhalb von 24 Stunden 100 bis 150 Liter Regen pro Quadratmeter. In der Folge des Starkregens kam es in den betroffenen Regionen zu Sturzfluten und massiven Überschwemmungen