Aktuelles
Jubiläum GEPA

50 Jahre fairer Handel

Wer modisch unterwegs ist, trägt Jutetasche. Längst sind die Stoffbeutel, die Ende der 1970er Jahre erstmals mit dem Slogan "Jute statt Plastik" auf den deutschen Markt kamen, im Alltag angekommen. Wie die "GEPA" seit 50 Jahren immer wieder neue Impulse setzt, um den fairen Handel voranzubringen.

Fördermittel und Spenden
GEPA-Geschäftsführer Peter Schaumberger mit Jute Tasche
© GEPA – The Fair Trade Company / A. Fischer
Der Rohkakao von GEPA-Partner KONAFCOOP (Kamerun).
© GEPA – The Fair Trade Company / A. Welsing
Grüne Kaffeekirschen aus Guatemala
© GEPA – The Fair Trade Company / A. Welsing
Imker im Wald bei COPICHAJULENSE, Guatemala
© GEPA – The Fair Trade Company
Podiumsteilnehmer*innen und Handelspartner beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen der GEPA
© GEPA – The Fair Trade Company / A. Fischer
Kakaobauer Victor Nnoko, Kooperative KONAFKOOP, Kamerun
© GEPA – The Fair Trade Company / A. Welsing
Baumschule beim Kooperativen-Verband ACPCU (Uganda). Baumschule von ACPCU. Hände mit Kaffeesetzlingen
© GEPA – The Fair Trade Company / Peter Muhangi
Marisol Villar, ist Kakaobäuerin und Mitglied der GEPA-Partnergenossenschaft COOPROAGRO (Dominikanische Republik).
© GEPA – The Fair Trade Company

Ob Kaffee, Schokolade, Tee, Honig oder Brotaufstriche– eine Zutat fehlt in keinem der Produkte, die die GEPA vertreibt: Gerechtigkeit. In diesem Jahr feiert die "Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt" ihren 50. Geburtstag. Kirsten Schwenke, Vorständin der Diakonie RWL, würdigt die Arbeit des Fair-Handelsunternehmens: "Seit 50 Jahren setzt sich die GEPA für fairen Handel und soziale Gerechtigkeit ein – ein bedeutender Beitrag zu mehr globaler Gerechtigkeit. Wir gratulieren herzlich zum Jubiläum!"

Wirtschaft neu denken

Hinter dem Wuppertaler Unternehmen stehen die kirchlichen Hilfswerke Brot für die Welt, die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland, Misereor, der Bund der Deutschen Katholischen Jugend und das Kindermissionswerk "Die Sternsinger". "Die Gesellschaftsziele, die wir der GEPA damals mitgegeben haben, sind heute nach wie vor aktuell", sagt Torsten Müller, Bereichsleiter Finanzen bei Brot für die Welt und Sprecher der GEPA-Gesellschafterversammlung. Von Anfang an ging es darum, zu zeigen, dass Handel auch anders geht. Dazu zähle, Produzentengruppen im Globalen Süden durch faire Handelsbeziehungen zu unterstützen, Kund*innen zu bewusstem Konsum aufzuklären und zur Veränderung ungerechter Welthandelsstrukturen beizutragen.

Angefangen hat es mit den Hungermärschen 1970, als kirchliche Jugendverbände auf die Straße gingen, um für eine andere Entwicklungspolitik zu demonstrieren. So entstand eine Bewegung, auch mit den ersten Weltläden, die schließlich zur Gründung der GEPA führte. Ausgehend von zwei Wohnungen in Wuppertal als erstem "Lager" wurde das Unternehmen nach eigenen Angaben zum größten europäischen Importeur fair gehandelter Lebensmittel und Handwerksprodukte aus dem Globalen Süden. Zum Vergleich: Heute hat das Firmengebäude in Wuppertal-Vohwinkel 2.500 Quadratmeter Bürofläche und 8.500 Quadratmeter Lagerfläche.
 

Nagasha Dorcias Karamugire ist Bio-Kaffeebäuerin und Mitglied beim GEPA-Kaffeepartner ACPCU

Nagasha Dorcias Karamugire zeigt eine Kaffeekirsche. Sie ist Bio-Kaffeebäuerin und Mitglied beim GEPA-Kaffeepartner ACPCU. 

Produkte aus 46 Ländern

In fünf Jahrzehnten entwickelte die GEPA immer wieder zentrale Anstöße für nachhaltige faire Lebensweisen. Ziel war und ist bis heute, Wirtschaft neu zu denken und mit Handel die Welt zu verändern. Die GEPA setzt sich weiterhin für eine Welt ein, in der die Ressourcen fair verteilt und schonend genutzt werden. Neue Schwerpunkte wie Klimagerechtigkeit sind hinzugekommen: Handelsgerechtigkeit ist für die GEPA die Basis für Klimagerechtigkeit, da nur so die Menschen am anderen Ende der Lieferkette dem Klimawandel trotzen können. Der faire Handel fördert beispielsweise Klimaschutzprojekte und unterstützt spezielle Anbaumethoden wie die Agroforstwirtschaft, bei der Bäume und Sträucher bewusst in die Landwirtschaft mit einbezogen werden. Das wiederum trägt zu mehr Klimaresilienz bei. 

In der Wuppertaler Geschäftsstelle der GEPA arbeiten aktuell knapp 160 Beschäftigte. Rund 120 Handelspartner in 46 Ländern liefern Kaffee, Tee, Süßwaren und weitere Lebensmittel sowie Kleidung, Kerzen und Seifen, die über Weltläden, den Lebensmitteleinzelhandel oder den Onlineshop vertrieben werden. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2024 lag bei rund 85 Millionen Euro.
 

Text: Verena Bretz mit Material der GEPA, Fotos: GEPA - The Fair Trade Company

Ansprechperson

Verena Bretz
Referentin
Politik und Kommunikation
V.Bretzatdiakonie-rwl.de
Ulrich Christenn
Zentrumsleitung
Drittmittel und Fundraising
U.Christennatdiakonie-rwl.de

Daten und Fakten

1975: Am 14. Mai vor 50 Jahren wird die "Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt" gegründet. Die Initiative für gerechten Handel ist nach eigenen Angaben größter europäischer Importeur fair gehandelter Lebensmittel und Handwerksprodukte aus dem Globalen Süden.

1978: Die GEPA bringt die Jutetasche auf den deutschen Markt.

1980: Import des ersten Kaffees aus Nicaragua

1986: Markteinführung des ersten fairen Bio-Kaffees aus Mexiko

1987: Import des weltweit ersten Bio-Tees aus Sri Lanka

1993: Die GEPA beliefert neben Weltläden nun auch den Lebensmitteleinzelhandel.

1997: Import des ersten Bio-Vollrohrzuckers von den Philippinen

2000: Einführung der ersten fairen Bio-Schokolade in Deutschland

2011: Produktion der ersten Schokolade mit fairer Milch

2024: Überarbeitung des GEPA-Markenauftritts mit dem Claim "Taste a fair world!" und Start der Digital-Kampagne "Du hast es in der Hand"