Das kann Familie
Der 80. Geburtstag des Landes Nordrhein-Westfalen ist für die Evangelische Arbeitsgemeinschaft Familie NRW (eaf-nrw) mehr als ein Anlass zum Feiern. Das NRW-Fest in Münster bot nun die Gelegenheit, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die tagtäglich erleben, was Familien stärkt, was sie belastet und welche Erwartungen sie an Politik und Gesellschaft haben.
In der Pagode auf der Vielfaltsmeile trafen Eltern auf Großeltern, Jugendliche auf Fachkräfte, Engagierte auf zufällige Besucher*innen. Immer wieder entstanden Gespräche über Zusammenhalt, Verantwortung und die Frage, wie Familien in einer demokratischen Gesellschaft mitgestalten können.

Marvin Schmidt, Geschäftsführung der eaf-nrw, unterhält sich mit NRW-Familienministerin Verena Schäffer.
Familienpolitik beginnt im Gespräch
Im Mittelpunkt stand dabei die Kampagne „Familie.Macht.Demokratie“. Viele Besucher*innen nutzten die Gelegenheit, das Vorlesebuch „Mia macht Dampf“ kennenzulernen. Die Geschichte greift auf kindgerechte Weise auf, dass Beteiligung vor Ort möglich ist und dass auch junge Menschen erfahren können, dass ihre Stimme zählt. Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten oft von Polarisierung geprägt sind, wurde deutlich, wie wichtig Orte sind, an denen Mitgestaltung erlebbar wird.
Gleichzeitig waren die Besucher*innen mit dem Mitmachtool der eaf-nrw dazu eingeladen, Gedanken, Erfahrungen und Wünsche einzubringen. Die zahlreichen Rückmeldungen zeigen, welche Themen Familien derzeit bewegen. Sie werden in die weitere Arbeit der LAG Familie NRW einfließen und unter anderem bei der Online-Veranstaltung „Rechtsruck am Küchentisch“ (in Kooperation mit der Landeszentrale für Politische Bildung NRW) am 29. September 2026 sowie beim Werkstattgespräch mit den familienpolitischen Sprecher*innen von CDU und Grünen am 3. November 2026 eine wichtige Rolle spielen.

Marvin Schmidt, Geschäftsführung der eaf-nrw, mit Mia, der Hauptperson aus dem Vorlesebuch "Mia macht Dampf".
Die Stimmen hinter den Debatten
Zahlreiche Gespräche machten deutlich, wie eng demokratische Teilhabe mit den Lebensrealitäten von Familien verbunden ist.
Walter (71) brachte es auf den Punkt: „In einer Gesellschaft müssen wir aufeinander achtgeben und einander zuhören.“
Florian (17) beschrieb den Wunsch vieler junger Menschen nach gesellschaftlichem Engagement, der oft an fehlenden zeitlichen Ressourcen scheitert: „Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich mich gerne für Geflüchtete einsetzen.“
Monika (57) formulierte eine Idee, die zahlreiche Gespräche aufgriff: „Es bräuchte ein Familienparlament.“
Auch die wirtschaftlichen Belastungen vieler Familien waren immer wieder Thema.
Dirk (57) erklärte: „Am stärksten zu schaffen machen Familien aktuell die hohen Ausgaben für das alltägliche Leben.“
Katrin (46) richtete den Blick auf Pflegefamilien: „Themen von Pflegefamilien finden in Nordrhein-Westfalen nicht ausreichend statt. Es gibt zu wenig Aufmerksamkeit und Unterstützung und gleichzeitig unzählige Hürden.“
Die Rückmeldungen zeigen, wie vielfältig Familienleben heute ist und wie unterschiedlich die Herausforderungen sind, mit denen Menschen konfrontiert werden.

Lorenz Bahr (rechts), Staatssekretär im Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration, zu Gast an der Pagode der LAG Familie NRW.
Politik trifft Familie
Auch einige prominente Gäste besuchten die Pagode. Darunter Familienministerin Verena Schäffer, Schulministerin Dorothee Feller und Lorenz Bahr, Staatssekretär im Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration, die als Vertreter*innen der Landespolitik mit Besucher*innen ins Gespräch kamen. Der direkte Austausch machte sichtbar, wie wertvoll es ist, wenn Politik die Perspektiven von Familien unmittelbar aufnimmt.
Der NRW-Tag hat einmal mehr gezeigt: Familien sind Orte gelebter Demokratie. Hier wird ausgehandelt, zugehört, getragen und Verantwortung übernommen. Wer Familien stärkt, stärkt damit auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die vielen Begegnungen in Münster haben alle Beteiligten darin bestärkt, diesen Dialog weiterzuführen und die Stimmen von Familien in Nordrhein-Westfalen hörbar zu machen.
Text: Marvin Schmidt, Fotos: LAG Familie NRW
Ansprechperson
Das ist die Evangelische Arbeitsgemeinschaft Familie NRW (eaf-nrw)
Die eaf-nrw ist der familienpolitische Landesverband der Evangelischen Kirchen im Rheinland, in Westfalen und in Lippe für NRW und gleichzeitig Fachverband der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe.



