Neuer Verwaltungsrat gewählt
Wir sind "insgesamt stabil unterwegs", stellte Diakonie-RWL-Vorstand Thomas Oelkers fest. Dramatische Einbrüche im finanziellen Bereich sieht er zurzeit nicht. Die staatlichen Zuschüsse konnten allerdings nur durch starken Einsatz erhalten werden. Nachweispflichten werden strenger. Von politischer Seite wird gefordert, die tatsächliche Wirksamkeit sozialer Arbeit transparent aufzuzeigen.

Politische Kommunikation
In diesem Kontext konnte der theologische Vorstand, Christian Heine-Göttelmann, darauf hinweisen, dass es gelungen ist, im Landtag das Thema Subsidiarität "neu zu beflügeln". Allerdings würden Spielräume enger und Mittel eher projekthaft mit klarer Steuerung vergeben. Ihre politische Lobbyarbeit hat die Diakonie RWL verstärkt. Ein Beispiel dafür ist etwa das Parlamentarische Frühstück, bei dem das Engagement junger Menschen im Freiwilligendienst in den Vordergrund gestellt wurde. Die Träger sollen auch in Zukunft bei ähnlichen Formaten mit eingebunden werden. Die Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Büro wird intensiviert. Der gezielte Einsatz sozialer Medien erhöht Reichweite und Aufmerksamkeit und schafft neue Möglichkeiten zur Vernetzung.

Mitgliederorientierung digital
Die Einbindung der Bedürfnisse und Interessen der Mitglieder erfolgt durch moderne technisch-digitale Plattformen und Online-Räume. Wesentliche Dienstleistungsprozesse sind digitalisiert. Der Datenaustausch wird transparent mit den Mitgliedern organisiert. Diese technische Basis ist der Grundpfeiler der Mitgliederbindung. Das Zentrum Drittmittel und Fundraising beispielsweise arbeitet vollständig digital. Die Konsolidierung der zurückliegenden Jahre kombiniert mit der Optimierung der Dienstleistungsprozesse und einer gezielten Personalsteuerung werden genutzt, um das neue Markenleitbild zu entwickeln.

Sozialpolitische Baustellen
Auch mit konstruktiven Gesprächen mit den Landtagspolitikern, so Heine-Göttelmann, bleiben noch immer politische Dissonanzen. "Mit der Kita-Finanzierung im KiBiz", machte er deutlich, "kann die Diakonie nicht zufrieden sein." Für die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes – um ein anderes Beispiel zu nennen – wurde ein Landesrahmenvertrag unterzeichnet, aber Konsens im Grundsätzlichen heißt noch nicht, dass die grundlegend neue Praxis ab Anfang des Jahres 2020 für die Leistungserbringer zufriedenstellend funktionieren wird.
Auch die Umstellung auf die generalistische Pflegeausbildung stellt die diakonisch Beteiligten vor große Herausforderungen. Während der Bedarf an Pflege – insbesondere ambulanter Pflege – steigt, steht dem bei Weitem keine ausreichende Finanzierung zur Verfügung. Man könnte auch das Handlungsfeld Migration und weitere Bereiche von den Betreuungsvereinen bis zu den unter starkem Druck stehenden evangelischen Krankenhäusern nennen – oft ist es durch engagierten Einsatz gelungen, Teilerfolge zu erzielen. Vieles bleibt aber zu tun und steht auf der diakonischen Agenda für die kommenden Jahre.
Text: Reinhard van Spankeren, Fotos: Ann-Kristin Herbst








