Mehr Hitzeschutz in der stationären Altenpflege
Erhebliche Belastung
Hohe Temperaturen belasten Bewohner*innen und Beschäftigte bereits heute erheblich. Gleichzeitig fehlen vielen Einrichtungen die finanziellen Möglichkeiten, ihre Gebäude an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Aus Sicht von ver.di NRW und der Diakonie RWL besteht deshalb akuter Handlungsbedarf.
„Die Beschäftigten erleben jeden Sommer, was hohe Temperaturen in den Einrichtungen bedeuten. Wir haben der Landesregierung gemeinsam mit unseren Bündnispartnern konkrete Vorschläge für Investitionen in Hitzeschutz und energetische Sanierungen vorgelegt. Die Antwort war ernüchternd. Während die Belastungen in den Einrichtungen steigen, fehlt weiterhin eine ausreichende Finanzierung. Die Landesregierung muss jetzt handeln“, erklärt Dagmar Acosta Navarro, Gewerkschaftssekretärin bei ver.di NRW.
Sofortprogramm gefordert
Bereits im März hatten ver.di NRW, die Diakonie RWL, Sozialverbände und der Deutsche Mieterbund NRW gemeinsam einen Brief an die Landesregierung gerichtet. Darin fordern die Organisationen ein Sofortprogramm in Höhe von 125 Millionen Euro über fünf Jahre für Maßnahmen zum Hitzeschutz und zur energetischen Sanierung stationärer Pflegeeinrichtungen. Zudem soll die Investitionsförderung dauerhaft im Altenpflegegesetz Nordrhein-Westfalen (APG NRW) verankert werden.
Silke Behrendt, Fachkommissionsvorsitzende Altenpflege bei ver.di NRW, berichtet aus dem Arbeitsalltag in den Einrichtungen: „Wenn die Temperaturen steigen, geraten viele Häuser an ihre Grenzen. Bewohner*innen brauchen mehr Unterstützung, gleichzeitig steigen die Belastungen für die Beschäftigten. Viele Kolleg*innen fragen sich längst nicht mehr, ob Hitzeschutz notwendig ist, sondern warum er noch immer nicht ausreichend finanziert wird.“
Energiekosten reduzieren
Auch die Diakonie RWL sieht dringenden Handlungsbedarf. Allein die Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege in Nordrhein-Westfalen verfügen über ein erhebliches Potenzial zur Senkung von Energieverbrauch und CO₂-Emissionen. Viele notwendige Investitionen werden jedoch bislang nicht ausreichend gefördert.
„Unsere Träger wollen in Klimaschutz und Klimaanpassung investieren. Das schützt Bewohner*innen und Beschäftigte und reduziert langfristig die Energiekosten. Was fehlt, sind verlässliche Rahmenbedingungen und eine Förderung, die diese Investitionen ermöglicht. Wer Klimaschutz in der Altenpflege will, muss ihn auch finanzieren“, erklärt Marc Schué, Vorsitzender des Evangelischen Verbandes für Altenarbeit in der Diakonie RWL und Leitung des Bereichs Altenpflege in der Rheinischen Gesellschaft für Diakonie.
ver.di NRW und die Diakonie RWL fordern deshalb, einen Teil der Mittel aus dem Nordrhein-Westfalen-Plan für ein Sofortprogramm zur energetischen Sanierung stationärer Pflegeeinrichtungen bereitzustellen. Langfristig müssen Investitionen in Klimaschutz und Klimaanpassung regelhaft förderfähig werden. Nur so können die Einrichtungen auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet und gute Lebens- und Arbeitsbedingungen dauerhaft gesichert werden.
Kontakt für Medienanfragen:
Dagmar Acosta Navarro, Gewerkschaftssekretärin bei ver.di NRW, +49 151 40483845
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