Junge Familien schon im Krankenhaus gut unterstützen
Individuelle Unterstützung
Einen wichtigen Zugang zu diesen Frühen Hilfen schaffen die Lotsendienste in Geburtskliniken. Caritas NRW und die Diakonie RWL setzen sich deshalb dafür ein, dieses Angebot auszubauen und finanziell abzusichern.
Bereits auf der Geburts- oder Wochenbettstation beraten Lots*innen Eltern zu Fragen rund um Anträge, Behördenkontakte oder finanzielle Leistungen. Sie informieren über weiterführende Unterstützungsangebote, etwa durch Familienhebammen oder Erziehungsberatungsstellen, und stellen bei Bedarf den Kontakt zu diesen Angeboten her. Darüber hinaus unterstützen sie Eltern, die nach einer belastenden Geburt oder im Umgang mit ihrem Neugeborenen besonderen Beratungsbedarf haben.
Auch die Kliniken profitieren von dem Angebot. Lots*innen können beispielsweise psychosoziale Anliegen klären und entlasten damit die Behandlungsteams, die sich auf die medizinische Versorgung von Mutter und Kind konzentrieren können.
Ungerechte Versorgung
Trotz ihrer wichtigen Funktion sind Lotsendienste nicht flächendeckend in Geburtskliniken etabliert: Nur rund die Hälfte haben entsprechende Angebote. Zudem sind viele Lotsendienste nicht verlässlich abgesichert, sondern werden aus befristeten Förderprogrammen und teilweise auch mit Eigenmitteln der Träger finanziert.
Die Folge: Nicht alle Familien können Lotsendienste nutzen. Caritas in NRW und die Diakonie RWL fordern, den Einsatz von Lots*innen in Geburtskliniken flächendeckend zu sichern.
Christian Heine-Göttelmann, Vorstand der Diakonie RWL, sagt: „Lotsendienste in Geburtskliniken müssen in Nordrhein-Westfalen flächendeckend angeboten und verlässlich finanziert werden, damit Familien – unabhängig vom Wohnort und unabhängig davon, in welcher Klinik ihr Kind geboren wurde – frühzeitig und niederschwellig Unterstützung bekommen können. Die Lotsendienste sind wichtiger Bestandteil von Prävention und tragen dazu bei, das Gesundheitswesen und soziale Hilfesysteme sinnvoll zu vernetzen.“
Esther van Bebber, Sprecherin der Caritas in NRW für die Krankenhäuser, sagt: „Fast jedes Kind in Deutschland kommt in einer Geburtsklinik zur Welt – das ist der ideale Moment, um Familien frühzeitig zu erreichen, bevor aus Belastungen Krisen werden. Lotsendienste haben sich genau dort bewährt: Sie erkennen Bedarfe, bauen Vertrauen auf und vermitteln passgenaue Hilfe, oft schon Wochen bevor sich Probleme verfestigen. Dass nur etwa die Hälfte der nordrhein-westfälischen Kliniken mit Lotsendienst lediglich über eine befristete Finanzierung verfügt, ist angesichts dieses Erfolgs nicht länger vertretbar. Prävention darf keine Frage des Wohnorts oder der Projektlaufzeit sein.“
Hintergrund
Lotsendienste unterstützen Familien unmittelbar nach der Geburt eines Kindes beim Zugang zu Angeboten der „Frühen Hilfen“. Sie vermitteln zwischen Gesundheitswesen und sozialen Unterstützungsangeboten und tragen dazu bei, dass Familien frühzeitig die für sie passenden Hilfen erhalten. Weitere Hintergrundinformation finden Sie kompakt aufbereitet in der gemeinsamen Positionierung von Caritas und Diakonie in NRW.
Anhang
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