Hitzeschutz in der Pflege
Die Diakonie RWL begrüßt, dass die Landesregierung angekündigt hat, mit der Zukunftsoffensive NRW mehr Geld in Klimaschutz und Klimaanpassung zu investieren. So sollen unter anderem mit zwei Förderprogrammen je 1.000 Schulen und Kindertageseinrichtungen klimaresilient gemacht werden. Für Pflegeeinrichtungen fordert die Diakonie RWL ein vergleichbares Förderprogramm.
„Wer von Pflegeeinrichtungen zu Recht erwartet, dass sie während extremer Hitze einen bestmöglichen Schutz gewährleisten, muss auch die notwendigen Investitionen ermöglichen. Klimaanpassung darf nicht zu Lasten der Pflegebedürftigen, ihrer Angehörigen oder der Mitarbeitenden gehen“, so Heine-Göttelmann. „Viele Einrichtungen stehen bereits jetzt unter erheblichen wirtschaftlichen Belastungen. Steigende Personal-, Energie- und Betriebskosten treffen auf Investitionsbedarfe in Millionenhöhe. Ohne zusätzliche öffentliche Förderprogramme und eine verlässliche Refinanzierung droht sich die Schere zwischen berechtigtem Schutzinteresse, politischem Anspruch und praktischer Umsetzbarkeit weiter zu öffnen.“
Die Diakonie RWL fordert deshalb ein landesweites Förderprogramm für Hitzeschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen in Pflegeeinrichtungen sowie eine auskömmliche Refinanzierung notwendiger Investitionskosten durch das Land. Es braucht moderne Verschattungssysteme, energetische Sanierungen, klimaangepasste Gebäudetechnik und Kühlkonzepte, um Bewohner*innen wirksam vor gesundheitlichen Risiken zu schützen. Solche Klimaanpassungsmaßnahmen müssen im Alten- und Pflegegesetz Nordrhein-Westfalen stärker berücksichtigt und Anforderungen an Hitze- und Klimaschutz im Wohn- und Teilhabegesetz Nordrhein-Westfalen verankert werden.
Dirk Gersie, Geschäftsführer und Vorstand der Adolphi-Stiftung in Essen, warnt: „Die Beschäftigten in der Pflege leisten auch an Hitzetagen Außergewöhnliches. Unsere Mitarbeitenden achten auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr, angepasste Tagesabläufe, Beschattung und die engmaschige Beobachtung besonders gefährdeter Bewohnerinnen und Bewohner. Damit wir vulnerable Menschen wirksam schützen können, brauchen wir nicht nur Anerkennung, sondern die passenden baulichen und finanziellen Rahmenbedingungen. Hitzeschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und darf nicht allein den Einrichtungen überlassen werden.“
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