Fachliche Einordnung

Wenn Effizienz zulasten passgenauer Hilfen geht

Der Gesetzentwurf zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe setzt wichtige Impulse für mehr Inklusion. Doch wo Effizienz und Einsparungen fachliche Standards, individuelle Rechtsansprüche und passgenaue Hilfen gefährden, braucht es eine klare Positionierung: Kinder, Jugendliche und Familien müssen die Unterstützung erhalten, die ihren individuellen Bedarfslagen entsprechen.

Der aktuelle Gesetzentwurf zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe (KJHSRG) enthält wichtige Schritte hin zu einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe. Gleichzeitig sehen wir, der evangelische Fachverband für Erzieherische Hilfen RWL, erhebliche Risiken, wenn Effizienz- und Sparvorgaben dazu führen, dass individuelle Rechtsansprüche, passgenaue Hilfen und fachliche Standards geschwächt werden. 
In unserer fachlichen Einordnung machen wir deutlich: Inklusion, Prävention und vernetzte Unterstützung können nur dann gelingen, wenn Kinder, Jugendliche und Familien weiterhin die Hilfe erhalten, die ihrem tatsächlichen Bedarf entspricht. Eine starke Kinder- und Jugendhilfe braucht verlässliche Strukturen, qualifizierte Fachkräfte und politische Entscheidungen, die langfristig wirken, statt kurzfristig zu sparen. Kinderschutz, ein individueller Rechtsanspruch, passgenaue Hilfen und fachliche Standards müssen auch zukünftig die Grundlage für eine wirksame Kinder- und Jugendhilfe sein.

Ansprechperson

Kerstin Schwabl
Referentin
Familie und junge Menschen
K.Schwablatdiakonie-rwl.de