28. Dezember 2016

Dragomir aus Serbien

Der Traum vom normalen Leben

Jugendliche haben in Serbien keine Chance auf einen Job und ein normales Leben, meint Dragomir. Deshalb sei die Gefahr groß, kriminell zu werden. Dieser Perspektivlosigkeit möchte der 21-jährige Krankenpfleger nun mit einem Bundesfreiwilligendienst in Deutschland entkommen. Er arbeitet gerne in der Altenhilfe, vermisst aber die Aufregungen der Intensivmedizin.

Dragomir Markov

In Serbien habe ich nach der Schule zwar eine Ausbildung zum Krankenpfleger machen können, aber es ist unmöglich, damit einen gut bezahlten Job zu finden. Die Jugendarbeitslosigkeit ist sehr hoch in meiner Heimat. Aber wer keinen Job hat, kann keine eigene Wohnung mieten oder eine eigene Familie gründen, sondern muss jahrelang bei den Eltern leben.

Aber ich wünsche mir ein normales Leben mit einer Arbeit, die mir Spaß macht und einer Freundin, mit der ich später vielleicht mal eine Familie gründen kann. Meine Freundin hat sich von mir getrennt. In Serbien haben die Jungs die besten Chancen bei Mädchen, die einen Job und ein Auto besitzen.

Hoffnung auf Anerkennung der Zeugnisse

Ich komme aus einer armen Familie. Meine Eltern sind geschieden. Mein Vater arbeitet in Russland und meine Mutter muss alleine für mich und meine drei Schwestern sorgen, die alle noch zur Schule gehen. Da ist es gut, dass ich nun in Deutschland mit dem Bundesfreiwilligendienst mein eigenes Auskommen habe.

Mein größter Wunsch für 2017 ist es, dass meine Ausbildung als Krankenpfleger anerkannt wird. Meine Zeugnisse habe ich nach Deutschland mitgebracht. Ein paar Jahre möchte ich noch in der Altenpflege arbeiten, denn das gefällt mir sehr gut. Aber später will ich doch wieder in einem Krankenhaus tätig sein. Am liebsten in der Notaufnahme. Ich mag die Aufregung und die Erste Hilfe-Aktionen. 

Gefallen an deutscher Mentalität und Pünktlichkeit

Silvester werde ich bei meiner Tante feiern. Dort wohne ich auch. Mein Deutsch ist leider noch nicht so gut. Da muss ich dran arbeiten und zumindest das B2-Niveau erreichen. Aber ich bin zuversichtlich, dass es klappt. In meiner Einsatzstelle sind alle sehr nett und geduldig mit mir. Der Klang der deutschen Sprache gefällt mir. Ich mag auch die etwas zurückhaltende Mentalität der Deutschen und ihre Pünktlichkeit. Es ist ein schönes Land, in dem ich gerne lebe.

Protokoll: Sabine Damaschke/ Foto: Christian Carls

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Sabine Damaschke

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