23. Juni 2017

Spendenaufruf für Ostafrika

Doppelt aktiv gegen den Hunger

Mehr als 23 Millionen Menschen in Ostafrika droht der Hungertod. Seit Monaten spitzt sich die Lage zu, aber die Spendenbereitschaft in Deutschland ist zurückhaltend. Die Evangelischen Kirchen und die Diakonie in Rheinland, Westfalen und Lippe rufen jetzt zu einer Spendenaktion auf. Dabei werden bis Ende August alle Spenden und Kollekten von der Diakonie verdoppelt.

Schwarze Frau mit zwei kleinen Kindern

Hunderttausende Menschen sind alleine in Somalia auf der Flucht 

Es ist eine vergessene Katastrophe, die sich derzeit in Somalia, Kenia, Äthiopien und im Südsudan abspielt. Tiere sind auf den Feldern verendet. Sauberes Trinkwasser gibt es nicht. Tausende Menschen fliehen vor der Dürre, um dem Hungertod zu entkommen. Dabei werden sie oft auch noch Opfer der bewaffneten Konflikte zwischen Rebellen und Regierungstruppen.

Rund 23 Millionen Menschen sind inzwischen von der Hungerkatastrophe betroffen. Obwohl sich vor den Augen der Welt ein Drama in Ostafrika abspielt, fehlen den Hilfsorganisationen Gelder, um die Menschen mit Lebensmitteln, sauberem Trinkwasser und Saatgut zu versorgen. Die Industrienationen statten die UN-Organisationen und Hilfswerke für ihre Arbeit vor Ort nicht mit genug Ressourcen aus. Zudem ist die Spendenbereitschaft bislang nicht so groß wie erhofft.

Spendendose

Das Herz und Portemonnaie für die Menschen in Ostafrika öffnen

Nicht tatenlos zusehen

Die Diakonie RWL will jetzt gemeinsam mit den Evangelischen Kirchen in Rheinland, Westfalen und Lippe einen Beitrag dazu leisten, dass den Menschen in Ostafrika geholfen wird. Unter dem Stichwort "Verdoppelungsaktion Afrika" ruft sie zu Spenden für Projekte der Diakonie Katastrophenhilfe und der Kindernothilfe auf. Bis Ende August werden alle Spenden und Kollekten bis zu einer Summe von 100.000 Euro aus dem Nothilfe-Fonds der Diakonie RWL verdoppelt.

"Christinnen und Christen dürfen nicht tatenlos zusehen, wie Menschen an Entkräftung, Unterernährung und Krankheiten in Folge von Mangelernährung sterben", schreiben Diakonie RWL-Vorstand Christian Heine-Göttelmann, der rheinische Präses Manfred Rekowski, die westfälische Annette Kurschus sowie der lippische Landessuperintendent Dietmar Arends im Spendenaufruf. Das Schicksal von der Menschen, die vom Hungertod in Ostafrika bedroht sind, dürfe uns nicht unberührt lassen, heißt es weiter.

Eine Frau gibt ihren Fingerabdruck ab

In Camps werden geflüchtete Menschen für ein Nothilfeschutzpaket registriert 

Nothilfe und Vorsorge

Unterstützt werden sollen Projekte von zwei Hilfswerken, die seit Jahren in der Region aktiv sind: Diakonie Katastrophenhilfe und Kindernothilfe. Die Diakonie Katastrophenhilfe ist mit ihren lokalen Partnerorganisationen im Südsudan, Somalia, Kenia und Äthiopien vor Ort und leistet dort Nothilfe. Außerdem unterstützt sie die Menschen in der Vorsorge.

Dabei geht es insbesondere darum, Wissen zu vermitteln, wie Landwirtschaft trotz schwieriger klimatischer Bedingungen möglich ist. Im Fokus der Hilfe stehen auch die Binnenflüchtlinge. Viele haben zuvor als Viehhirten gelebt. Sie wissen nicht, wie sie sich und ihre Familien nun ernähren können. Die Diakonie Katastrophenhilfe bietet ihnen daher berufsbildende Trainings an.

Ein Arzt und eine Krankenschwester behandeln ein an Diarrhoe erkranktes Baby

Arztbesuche und Schulessen

Die Kindernothilfe versorgt schon seit Monaten über ihre lokalen Partnerorganisationen zehntausende Kinder und Erwachsene in Somalia und Äthiopien mit frischem Wasser und Nahrungsmitteln. Sie werden an Menschen in den Dörfern im Hinterland von Burao bis an die äthiopische Grenze verteilt. Jede Familie erhält Datteln und Haferflocken, Öl, Reis, Mehl und Zucker.

Die Kindersterblichkeit ist hoch, weil leicht vermeidbare Krankheiten wie Durchfall nicht behandelt werden können. Mehr als 350.000 Kinder sind vom Hungertod bedroht. In Krankenstationen versorgen Ärzte die Säuglinge und Kinder. Unter der Dürrekatastrophe leiden auch die Schulen, die kein Essen mehr für ihre Schüler anbieten können. Daher unterstützt die Kindernothilfe Programme, in denen Grundschulen den Kindern morgens eine Haferflockensuppe und mittags mit einer warmen Mahlzeit zubereiten.

Text: Sabine Damaschke; Fotos: Ismail Taxa und Christoph Pueschner/Diakonie Katastrophenhilfe

Spenden an:

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin
Evangelische Bank
IBAN: DE6852 0604 1000 0050 2502
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Verdoppelungsaktion Afrika
Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/verdoppelungsaktion-afrika

Kindernothilfe
Bank für Kirche und Diakonie eG
IBAN: DE96 3506 0190 0000 9779 77
BIC: GENODED1DKD
Stichwort: Verdoppelungsaktion Afrika
Online unter: www.kindernothilfe.de/verdoppelungsaktion-afrika

Ihr/e Ansprechpartner/in
Ulrich T. Christenn
Brot für die Welt, Katastrophenhilfe, Sammlungen, Kollekten
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