Donnerstag, 26. August 2021

Situation im Globalen Süden durch Corona verschärft

Diakonie RWL froh über gestiegene Spenden an "Brot für die Welt"

Düsseldorf, 26. August 2021. Das evangelische Hilfswerk "Brot für die Welt" hat im vergangenen Jahr insgesamt knapp 77 Millionen Euro an Spenden und Kollekten erhalten. Davon kamen mehr als 14 Millionen Euro aus Rheinland, Westfalen und Lippe. "Das Geld wird dringend benötigt, denn wir müssen uns im Kampf gegen den Hunger deutlich stärker anstrengen", sagt Ulrich Christenn, Leiter des Zentrums Fundraising und Drittmittel beim Diakonischen Werk Rheinland-Westfalen-Lippe (Diakonie RWL). In der Rheinischen Kirche wurden 7,5 Millionen Euro, in der Westfälischen Kirche 5,9 Millionen Euro und in der Lippischen Landeskirche knapp 437.300 Euro gesammelt. 242.663 Euro kamen aus dem Saarland.

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Ein Artikel zum Thema:
Spenden und Fundraising

Mehr Spenden in der Corona-Pandemie 

Es ist eine überschattete Jahresbilanz von "Brot für die Welt": Zu präsent sind die Szenen von verzweifelten Menschen, die versuchen, auf das Flughafengelände in Kabul zu gelangen. Deutschland und der Westen dürften sich jetzt nicht zurückziehen und die Menschen in Afghanistan ihrem Schicksal überlassen, betont "Brot für die Welt"-Präsidentin Dagmar Pruin. 

"Mir kommt es oft so vor, als befände sich die Welt im Ausnahmezustand", bestätigt Ulrich Christenn von der Diakonie RWL. "Doch die große Solidarität der Spenderinnen und Spender gibt mir Hoffnung.“ Gerade 2020, als zahlreiche Gottesdienste nur virtuell stattfinden konnten, haben viele Menschen mehr gespendet und große Solidarität gezeigt, so Christenn. "Brot für die Welt" hat im vergangenen Jahr 76,8 Millionen Euro aus Spenden und Kollekten erhalten – das ist ein Plus von 12,4 Millionen gegenüber dem Vorjahr. „Wir danken allen Spenderinnen und Spendern ausdrücklich für ihr Engagement“, sagt Ulrich Christenn. 

811 Millionen Menschen, die hungern

Das Geld ist bitter nötig: Bis 2030 sollte kein Mensch mehr hungern, dieses erklärte Ziel wollten Entwicklungsorganisationen gemeinsam mit den Regierungen bis 2030 erreichen. Die Corona-Pandemie hat die Pläne allerdings zunichte gemacht: Allein im vergangenen Jahr sind 120 Millionen Menschen hinzugekommen. "811 Millionen Menschen, die hungern – das ist eine unbegreifliche Zahl", sagt Ulrich Christenn, Leiter des Zentrums Fundraising und Drittmittel. 

Neben der Pandemie selbst haben im vergangenen Jahr vor allem die strikten Lockdowns die Menschen in den Projektländern von „Brot für die Welt“ getroffen. Viele verloren ihr Einkommen. Und ohne soziale Absicherung oder Kurzarbeitergeld bedeute das häufig Armut und Hunger. "Wir dürfen uns nicht vom globalen Süden abwenden, sondern müssen für Gerechtigkeit kämpfen", betont Ulrich Christenn. 

Brot für die Welt

Brot für die Welt wurde 1959 gegründet. Aktuell fördert das weltweit tätige Hilfswerk der evangelischen Landes- und Freikirchen und ihrer Diakonie gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen rund 1.800 Projekte weltweit – darunter 669 Projekte in 79 Ländern, die neu bewilligt wurden. Die Schwerpunkte waren: Ernährung und ländliche Entwicklung, Menschenrechte, Klimagerechtigkeit, Gesundheit und der nachhaltige Umgang mit Ressourcen.