14. Februar 2018

Passionsaktion der Diakonie Katastrophenhilfe

Sieben Wochen für Menschen in Not

Mit dem Aschermittwoch beginnt die Passionszeit. Die Kirchen rufen zu Fastenaktionen und Konsumverzicht auf. Die Diakonie Katastrophenhilfe wählt einen anderen Schwerpunkt. Sie nutzt diese besondere Zeit, um auf die Not der Menschen in Syrien aufmerksam zu machen. Unter dem Motto "Seht, welch ein Mensch!" stellt sie Kirchengemeinden Texte und Fürbitten zum Download zur Verfügung.
 

Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe 

Autofasten, Stressfasten, Alkoholfasten, "7 Wochen ohne Kneifen" – In der Passionszeit starten zahlreiche Fastenaktionen. Immer geht es dabei um Konsumverzicht, Entschleunigung, mehr Work-Life-Balance und Spiritualität im Leben. Der Blick ist nach innen gerichtet. Die Diakonie Katastrophenhilfe wählt seit zwei Jahren einen anderen Schwerpunkt. "Wir gehen einen Schritt weiter und rufen die Gemeinden dazu auf, sich in der Passionszeit mit dem Leid in der Welt auseinanderzusetzen", sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe.

Seit zwei Jahren nutzt die evangelische Hilfsorganisation die Passionszeit, um gezielt auf die Not der Menschen in anderen Teilen der Welt hinzuweisen – und darauf, wie wichtig nachhaltige Unterstützung in der Humanitären Hilfe ist. "Wir werden vor allem als Organisation wahrgenommen, die bei Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Tsunamis hilft", sagt Füllkrug-Weitzel. "Wir arbeiten aber auch in vielen Krisen, die schon Jahre bestehen und den Menschen unglaublich viel Not gebracht haben. Die möchten wir ins Bewusstsein bringen."

Zerstörte Häuser in Syrien

Blick auf Menschen in Not

In diesem Jahr richtet die Diakonie Katastrophenhilfe den Blick auf Syrien. Seit sieben Jahren tobt in dem vorderasiatischen Land ein schrecklicher Krieg. Mehr als sechs Millionen Menschen wurden innerhalb des Landes vertrieben, knapp fünf Millionen sind in die Nachbarländer geflüchtet.

Unter dem Motto "Seht, welch ein Mensch!" hat die evangelische Hilfsorganisation Länderinformationen, Meditationen und Fürbitten für Kirchengemeinden zusammengestellt. Sie können in Gottesdiensten oder Andachten vorgetragen werden.

Die Versorgungslage in Syrien ist in vielen Gebieten nach wie vor prekär, das Bildungs- und das Gesundheitswesen in vielen Teilen des Landes zusammengebrochen. Besonders in Städten wie Aleppo, die stark umkämpft wurden, ist die Not groß: Es gibt keinen elektrischen Strom, kein fließendes Wasser, nicht genügend warme Kleidung für die Kinder. Schulen und Kirchen wurden zerstört.

Zahlreiche Menschen mussten fliehen und leben nun in Zelten

Gebet für "Orte der Hoffnung"

Drei Viertel der christlichen Gemeinden Aleppos sind aus der Stadt geflohen. Inzwischen seien einige Familien zurückkehrt, berichtet die Diakonie Katastrophenhilfe. Doch von ihrem vorherigen Leben ist nichts mehr übrig.

Die verbliebenen kleinen Gemeinden in der Stadt versuchen, die Hoffnung auf Versöhnung und Frieden wach zu halten und im Rahmen ihrer Kräfte denen zur Seite zu stehen, die Hilfe am dringendsten brauchen. Die Diakonie Katastrophenhilfe ruft in ihrer Passionsaktion dazu auf, weiter zu hoffen, zu beten und dafür zu arbeiten, dass mitten in den Trümmern Orte der Hoffnung entstehen. Seit 2012 hat die Organisation mehr als 54,6 Millionen Euro für Hilfe in Syrien und in den Anrainerstaaten bereitgestellt. Damit konnten bisher mehr als 958.000 Flüchtlinge erreicht werden.

Warme Decken, Lebensmittel, Medikamente: Mit ihren Partnern vor Ort unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe die Menschen in Syrien

Auch kleine Spenden helfen

Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt die Menschen mit Nahrungsmitteln. Zusammen mit erfahrenen Partnern vor Ort werden Wohnungen und soziale Einrichtungen repariert und Ladenflächen in Stand gesetzt, damit Familien wieder ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen können.

Auch kleine Spenden helfen den Menschen: Zum Beispiel kostet ein Hygiene-Set 35 Euro. Es versorgt eine fünfköpfige Familie für vier Wochen mit Seife, Dusch-Shampoo, Zahnbürsten und Zahncreme, Rasierer und Waschpulver. Mit einer Spende von 100 Euro kann die Hilfsorganisation schon Matratzen für eine fünfköpfige Familie kaufen und verteilen.

Das Material für die Gemeindearbeit zur Aktion "Seht, welch ein Mensch!" bietet die Diakonie Katastrophenhilfe zum Download an: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/passionszeit

Text: Sabine Portmann, Fotos: Diakonie Katastrophenhilfe

Ihr/e Ansprechpartner/in
Sabine Portmann
Presse- und Medienarbeit
Brot für die Welt
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