9. Mai 2017

Diakonie Katastrophenhilfe ruft zu Spenden auf

Entschlossen gegen den Hunger in Somalia

Um eine Hungerkatastrophe in Somalia zu verhindern, müssen die Geberländer die finanziellen Mittel sofort und deutlich aufstocken. "Die dramatische Hungerkrise war seit fast zwei Jahren vorhersehbar, doch nahezu nichts wurde getan", kritisiert Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. Vor der am Donnerstag stattfindenden Geberkonferenz für Somalia in London ruft die Organisation nochmals zu Spenden auf.

Die Situation der Menschen in Somalia hat sich dramatisch verschlimmert.

Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen verteilt die Diakonie Katastrophenhilfe mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amtes Gutscheine für Nahrungsmittel und andere lebenswichtige Hilfsgüter an neu ankommende Vertriebene im Großraum Mogadischu. In den ländlichen Regionen Hiraan und Middle Shabelle werden in Zusammenarbeit mit der von der Dürre besonders betroffenen ländlichen Bevölkerung kommunale Tiefbrunnen repariert, wofür die Menschen Bargeld und Wassergutscheine erhalten. Der Zugang zu Wasser ist nicht nur für die Menschen direkt überlebenswichtig, er soll auch das massenhafte Sterben der Viehbestände verhindern, die für viele Menschen im ländlichen Raum die einzige Lebensgrundlage sind.

Die Menschen warten auf Nahrungsmittel.

Rechtzeitig handeln

Bei der letzten großen Hungerkatastrophe 2011 sind in Somalia über 250.000 Menschen gestorben. "Hungertote in dieser Größenordnung könnten verhindert werden, wenn rechtzeitig gehandelt wird", sagt Füllkrug-Weitzel. "Dies ist die letzte Chance für die Staatengemeinschaft, nicht hunderttausende Menschenleben in Somalia zu riskieren. Jetzt muss sehr schnell, entschlossen und umfangreich gehandelt werden, um die vielen Versäumnisse zu kompensieren", sagt sie. Frühzeitige und gute logistische Planung seien wichtig, um Nahrungsmittel und andere Hilfsgüter dort zu haben, wo sie im Falle einer Hungersnot gebraucht werden.

 Andauernde Dürre und der Bürgerkrieg prägen das Land.

Andauernde Dürre und Bürgerkrieg

Neben der andauernden Dürre kommen in Somalia der Bürgerkrieg und daraus resultierende schwache staatliche Strukturen hinzu, was die Situation der Menschen dramatisch verschlimmert. "Der Staat ist kaum dazu in der Lage, den vielen Millionen Hungernden zu helfen, daher sind die Menschen so dringend auf Hilfe von außen angewiesen", erklärt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe.

In Somalia sind laut den Vereinten Nationen mehr als sechs Millionen Menschen auf Humanitäre Hilfe angewiesen, etwa die Hälfte der Bevölkerung. Über drei Millionen Menschen leiden unter – teils akuter – Nahrungsmittelknappheit. Nicht alle diese Menschen haben jedoch Zugang zu humanitärer Hilfe. Auch deshalb sind alleine seit November 2016 über 600.000 Menschen innerhalb Somalias in Regionen geflohen, wo Hilfe geleistet werden kann. Damit liegt die Zahl der Binnenvertriebenen bei insgesamt etwa 1,7 Millionen Menschen.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet weiter um Spenden:

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin
Evangelische Bank
IBAN: DE6852 0604 1000 0050 2502
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Afrika Hungerhilfe

Text: Diakonie Katastrophenhilfe
Fotos: Ismail Taxta / Diakonie Katastrophenhilfe

Ihr/e Ansprechpartner/in
Sabine Portmann
Presse- und Medienarbeit
Brot für die Welt
Weitere Informationen
Bewerten Sie diesen Artikel
Bewerten Sie diesen Artikel als Erster