19. Juni 2017

Dein Tag für Afrika

Schüler erarbeiten Geld für "Brot für die Welt"-Projekt

Morgen werden viele Schüler nicht die Schulbank drücken, sondern sich an der Kampagne "Dein Tag für Afrika" der Aktion Tagwerk beteiligen. Auch Schüler der Justus-von-Liebig-Realschule in Düsseldorf jobben am bundesweiten Aktionstag in Cafés, im Garten oder in Geschäften. Den Erlös spenden sie unter anderem für ein Bildungsprojekt von "Brot für die Welt" in Ghana, wie Konrektorin Gabriele Schmidt berichtet.

Konrektorin Gabriele Schmidt ist mit ihrer Schule seit 2009 bei der Aktion Tagwerk dabei.

Ihre Schule beteiligt sich schon seit 2009 an der bundesweiten Aktion. Wie kam es dazu?

Ich habe von der Aktion in der Zeitung gelesen und dachte, das probiere ich mal mit meiner Klasse aus. Mir hat sofort gefallen, dass die Schüler im Unterricht etwas lernen über Armut in Afrika und sich ganz konkret engagieren für Projekte zum Beispiel von "Brot für die Welt". Gleichzeitig können sie hier in die Berufswelt reinschnuppern. Das kam im ersten Jahr so gut an, dass wir die Aktion im nächsten Jahr in allen drei Klassen unserer Jahrgangsstufe 8 durchgeführt haben. Und das machen wir bis heute jedes Jahr.

Wie funktioniert die Aktion konkret?

Die Schüler suchen sich hier in Düsseldorf für den Aktionstag einen Job. Sie kellnern, räumen in Geschäften das Lager auf oder arbeiten in einer Werkstatt. Es ist manchmal gar nicht so einfach, einen Job für einen Tag zu finden. Da muss man Klinken putzen. Einige helfen dann auch in der Familie und putzen die Treppe oder gehen mit dem Hund der Nachbarin spazieren. Andere machen Gartenarbeit oder suchen sich einen Job als Babysitter und verdienen sich so das Geld. Den Lohn für die Arbeit überweisen dann die Arbeitgeber mit einem Überweisungsträger an die Aktion Tagwerk. So kommen an unserer Schule mehrere hundert Euro zusammen. Ganz genaue Beträge können wir nicht nennen. Der Verdienst der Schüler ist oft sehr unterschiedlich, je nach Job.

Was lernen die Schüler bei der Aktion?

Wir bereiten die Aktion im Unterricht vor. Die Schüler lernen in Erdkunde etwas über Afrika, die Armut und den Hunger auf diesem Kontinent. Sie erfahren, dass viele Kinder und Jugendliche in Afrika von Bildung und Gesundheitsversorgung ausgeschlossen sind. Gleichzeitig lernen sie, wie die Bildungsprojekte, die von der Aktion Tagwerk unterstützt werden, das Leben der Menschen verbessern. In diesem Jahr ist es zum Beispiel ein "Brot für die Welt"-Projekt zur Berufsausbildung in Ghana. Dort können die Lehrlinge Ausbildungen im Bereich Elektrotechnik, Automechanik oder Fliesenlegen erlernen und erhalten dann mehr Lohn als die vielen billigen Arbeitskräfte. Gleichzeitig lernen unsere Schüler für einen Tag die Arbeitswelt hier in Deutschland kennen. Die meisten Schüler sind ja nicht gewöhnt zu arbeiten. Manchen gefiel es aber so gut, dass sie direkt nach einem Praktikum für die 9. Klasse gefragt haben.

Schüler jobben für Brot für die Welt.
Foto: Bernd Weisbrod, Ingelheim

Was waren für Sie die Highlights in den vergangenen Jahren?

Besonders beeindruckend waren die Besuche der Afrikaner an unserer Schule, die von der Aktion Tagwerk vermittelt werden. Die afrikanischen Schüler haben sich selbst, ihr Land und ihren Alltag vorgestellt und unsere Schüler konnten Fragen stellen. Sie haben gesungen und Musik gemacht. Das ist uns als Schule besonders in Erinnerung geblieben. Die Gespräche und der Austausch mit den Afrikanern – das waren echte Highlights.

Am "Tag für Afrika" beteiligten sich im vergangenen Jahr rund 180.000 Schüler, die 1,3 Millionen Euro erarbeitet haben. Da sind die Schüler sicher stolz.

Ja, ich glaube, die Schüler erleben bei der Aktion, dass auch sie als Jugendliche konkret einen Beitrag gegen Hunger und Armut leisten können. Sie ermöglichen mit dem Erlös Zukunftsperspektiven für andere junge Menschen durch qualifizierte Schul- und Ausbildung. Und sie wissen, dass das Geld ankommt. Da gibt es manchmal sogar einen kleinen Wettbewerb zwischen den Klassen, wer mehr Geld zusammenbekommen hat. Es ist ein gutes Gefühl, sich zu engagieren. Viele Schüler sagen nach der Aktion, es war anstrengend, aber es hat auch Spaß gemacht. Und manche betonen sogar, dass es besser war als Schule.

Das Gespräch führte Sabine Portmann.

Ihr/e Ansprechpartner/in
Sabine Portmann
Presse- und Medienarbeit
Brot für die Welt
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