Donnerstag, 10. September 2020

Immer mehr Familien verlieren ihr Zuhause

Diakonie RWL besorgt über gestiegene Zahl Wohnungsloser in NRW

Düsseldorf, 10. September 2020. Zum "Tag der Wohnungslosen" am 11. September macht das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe (Diakonie RWL) auf die gestiegene Zahl wohnungsloser Familien in NRW aufmerksam. "Ein Fünftel der knapp 47.000 wohnungslos gemeldeten Menschen sind inzwischen Familien mit Kindern. Das Risiko, sein Zuhause zu verlieren, gilt mittlerweile auch für die sogenannte Mittelschicht", sagt Diakonie RWL-Vorstand Christian Heine-Göttelmann.

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Laut aktueller Wohnungsnotfallstatistik des Landes ist die Zahl der wohnungsloser Kinder und Jugendlicher unter 18 Jahren, die in Mehrpersonenhaushalten leben, im vergangenen Jahr um 10,4 Prozent gestiegen.

Corona-Krise verschärft Situation

"Wir befürchten, dass die Zahl wohnungsloser Familien aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Herbst weiter ansteigen wird", so Heine-Göttelmann weiter. Je länger die Krise dauere, für desto mehr Haushalte sei das Zahlen der Miete ein Kraftakt oder gar unmöglich geworden. Betroffen davon sind vor allem Solo-Selbstständige und ihre Familien, Alleinerziehende oder Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen. Auf dem hart umkämpften Wohnungsmarkt haben sie so gut wie keine Chance.

Zwar landen wohnungslose Familien nur selten auf der Straße. Doch bis sie ein neues Zuhause gefunden haben, können oft Monate, wenn nicht gar Jahre vergehen. Viele wohnen zunächst bei Verwandten oder Freunden, bevor sie sich wohnungslos melden und dann von den jeweiligen Kommunen in eine Notunterkunft verwiesen werden. Oftmals kommt es dabei zu einer Trennung von Eltern und Kindern, die vermieden werden könnte, wenn es mehr Unterkünfte für Familien gäbe.

Dringend gebraucht: Mehr Räume und mehr soziale Hilfen

"Damit die Familien nicht nur schnell ein Dach über dem Kopf haben, sondern auch aus der Wohnungslosigkeit herausfinden, benötigen sie eine soziale Betreuung, die ihnen hilft, ihre vielfältigen Probleme zu bewältigen", betont der Diakonie RWL-Vorstand. "Hier bieten wir uns den Kommunen als erfahrener Partner in der Wohnungslosenhilfe an." In Köln und Düsseldorf etwa arbeiten Stadt und Diakonie eng zusammen, um wohnungslose Familien zu unterstützen.

An die Kommunen appelliert Heine-Göttelmann angesichts der bevorstehenden kalten Jahreszeit, mehr Räumlichkeiten für von Obdachlosigkeit bedrohte Menschen einzurichten, darunter auch für Familien. "Die Notunterkünfte werden in der Corona-Pandemie zu Infektions-Hotspots, wenn die Städte und Kreise nicht mehr Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, damit Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden können."

Weitere Hintergründe zu wohnungslosen Familien: www.diakonie-rwl.de/wohnungslose-familien

Foto von Diakonie RWL-Vorstand Christian Heine-Göttelmann: www.diakonie-rwl.de/sites/default/files/hjb-7941.jpg