4. April 2019

Bündnis Fairer Wohnraum

Kirche und Diakonie für bezahlbare Wohnungen

Die Diakonie RWL beteiligt sich nicht nur an der derzeitigen Aktionswoche für bezahlbares Wohnen des Bündnisses "Wir wollen wohnen!" in NRW. Sie startet jetzt auch ein eigenes Bündnis, das sich an kirchliche und diakonische Einrichtungen richtet. Denn auch Kirche und Diakonie können mit eigenen Grundstücken und Kapital Vorbild sein und fairen Wohnraum schaffen und fördern.

Zwe Männer in einem Zelt

Zelte für Obdachlose mitten in Dortmund - Mit dieser Aktion macht das Bündnis "Wir wollen wohnen!" öffentlichkeitswirksam auf die Wohnungsnot in NRW aufmerksam. (Foto: Mieterbund NRW)

Zelte für Obdachlose mitten in der Dortmunder Innenstadt – Damit ist die landesweite Aktionswoche des Bündnisses "Wir wollen wohnen!" am Montag gestartet, an dem sich auch die Diakonie beteiligt. Die Botschaft war klar: Wenn die Anstrengungen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, nicht verdoppelt und verdreifacht werden, steigt die Zahl der wohnungslosen Menschen weiter.

Bundesweit, so schätzt der Bundesverband Wohnungslosenhilfe, sind rund eine Millionen Menschen ohne eigenen Wohnraum. In Nordrhein-Westfalen, einem der wenigen Bundesländer mit einer offiziellen Statistik, sind es rund 32.000. Tendenz steigend.

Die Diakonie RWL sieht aber nicht nur Politik und Wirtschaft in der Pflicht, an der bestehenden Wohnungsmisere etwas zu ändern. Auch kirchliche und diakonische Werke und Einrichtungen hätten eigene Grundstücke und Kapital, mit dem sie fairen Wohnraum schaffen und fördern könnten, betont Heike Moerland. Als Leiterin des Geschäftsfeldes Berufliche und soziale Integration ist sie bei der Diakonie RWL auch für das Thema Wohnen zuständig. "Fairer Wohnraum für Benachteiligte ist auch für Kirche und Diakonie wichtig. Wir müssen uns im Rahmen unserer Möglichkeiten engagieren, um Zeichen zu setzen."

Blick in Innenhof der Kirche

Eine Innenstadtkirche als Mietshaus mit günstigen Wohnungen - In Mönchengladbach-Rheydt wurde die Friedenskirche schon vor Jahren umgebaut. (Foto: Kornblume 11/ wikimedia commons)

Plattform für Ideen und Austausch

Daher startet die Diakonie RWL jetzt das Bündnis fairer Wohnraum. Die Idee: Gemeinsam mit unterschiedlichen Akteuren eine Veränderung anstoßen und innovative Ideen entwickeln, damit bezahlbarer Wohnraum für alle entsteht. "Wir wollen eine Plattform für diakonische Träger und Kirchengemeinden sein, die bereits aktiv am Thema Wohnraum arbeiten oder dies künftig tun wollen", erklärt Heike Moerland.

Auf einer eigenen Webseite sollen dafür Materialien ausgetauscht und gute, vorbildhafte Projekte vorgestellt werden. Anfang Juli lädt das Bündnis zu einem ersten Fachtag ein, auf dem Ideen ausgetauscht, Modelle entwickelt und wohnungspolitische Partnerschaften angebahnt werden sollen. Dabei wird es auch praktisch. So will man etwa Antworten auf Fragen geben, wie genossenschaftliche Wohnbauprojekte überhaupt umgesetzt werden können oder welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit generationsübergreifende und sozial durchlässige Wohnmodelle entstehen.

Portrait

Wenn es darum geht, fairen Wohnraum zu schafften, sieht Heike Moerland auch Diakonie und Kirche in der Pflicht.

Auf allen Ebenen Druck machen

Die Zeit drängt, wenn es um das Thema Wohnen geht, meint Heike Moerland. "Viele Klienten, die nach der Beratung in unseren Obdachlosenunterkünften, Frauenhäusern oder in der Heimerziehung unsere Einrichtungen verlassen möchten, finden keine bezahlbare kleine Wohnung." Daher sei es für einen Wohlfahrtsverband wie die Diakonie RWL wichtig, jetzt auf allen Ebenen Druck zu machen und sich zu engagieren. "Bei der Planung neuer Baugebiete sollte vor allem in wachsenden Ballungszentren 40 Prozent für öffentlich geförderten Wohnraum eingeplant werden mit einer ausreichenden Zahl an kleinen Wohnungen."

Die Aktionswoche des Bündnisses "Wir wollen wohnen!"  findet noch bis zum 9. April statt. Am 1. Mai wird es einen weiteren Aktionstag in Bonn geben. Höhepunkt der lokalen Protestveranstaltungen ist eine große Kundgebung am Samstag in Köln, der sich das Bündnis anschließt. Es startet um 14 Uhr auf dem Heumarkt und schließt mit einer Demonstration durch die Kölner Innenstadt. Mehr Informationen über die Aktionswoche und das Bündnis gibt es hier.

Diakonische Träger und Kirchengemeinden, die sich am Bündnis fairer Wohnraum als Partner beteiligen wollen, können sich an Diakonie RWL-Referent Jan Orlt wenden: j.orlt@diakonie-rwl.de.

Weitere Informationen über das Bündnis fairer Wohnraum gibt es auf der neuen Webseite des Bündnisses fairer Wohnraum.

Text: Sabine Damaschke

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