11. Februar 2021

Impfen in der Diakonie RWL

Wissenswertes zum Impfstoff

Die Corona-Schutzimpfungen laufen seit Ende Dezember 2020 - im Zuge dessen haben sich viele Fragen rund um die Impfung ergeben: Wie sicher ist der Impfstoff? Kann das Erbgut dadurch verändert werden? Wann wirkt der Impfstoff? Welche Langzeitfolgen können auftreten? Die Diakonie Deutschland hat Antworten auf die wichtigsten Fragen zusammengestellt.

  • Aufziehen einer Spritze mit dem Corona-Impfstoff (Foto Shutterstock)

1. Ist der Impfstoff sicher?

Die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca, die bisher in Deutschland zugelassen sind, wurden umfangreich auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit getestet. Sie wurden durch ein deutsches und europäisches Arzneimittelzulassungsverfahren umfangreich geprüft und für sicher und wirksam befunden. Diese Zulassungsverfahren sind die sichersten der Welt und sind für alle in Deutschland erhältlichen Medikamente verpflichtend. Dabei wird das neue Medikament in einem Stufenverfahren erst im Labor getestet und dann auch an Menschen angewendet. Alle Schritte werden durch unabhängige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler überwacht.

2. Wieso wurde der Impfstoff so schnell entwickelt?

Bisher wurde noch nie ein Impfstoff so schnell entwickelt - das kann skeptisch machen. In diesem Fall kamen einige Faktoren zusammen, die dieses Rekordtempo erklären. So konnten die Ergebnisse aus der Virus-Forschung direkt in die Impfstoffentwicklung einfließen. Das Zulassungsverfahren konnte durch das sogenannte "Rolling Review" beschleunigt werden - das bedeutet, dass mehrere Schritte gleichzeitig durchgeführt wurden. Auch wenn das Zulassungsverfahren schneller ging als sonst, war es nicht weniger gründlich. Durch eine gesicherte Finanzierung - Ergebnis des weltweiten Interesses an einer Impfstoffentwicklung - konnten lange Wartezeiten im Forschungsprozess vermieden werden.

3. Welche Nebenwirkungen kann der Impfstoff haben?

Nach einer Impfung kommt es manchmal zu Schmerzen an der Einstichstelle, die ein paar Tage anhalten können. Außerdem fühlen sich manche Menschen nach einer Impfung schlapp und können Fieber oder Kopfschmerzen bekommen. Das liegt daran, dass die Immunabwehr aktiviert wird und genau das tut, was sie tun soll. Diese Symptome klingen ebenfalls nach ein paar Tagen wieder ab. Solche Impfreaktionen können bei allen Impfungen auftreten und sind ganz normal. Sehr wenige Menschen reagieren auf einen Bestandteil des Impfstoffs allergisch. Diese allergischen Reaktionen treten immer direkt nach der Impfung auf, deshalb soll man nach der Impfung noch eine halbe Stunde unter medizinischer Aufsicht bleiben. Bei schweren allergischen Reaktionen muss ein Notfallmedikament gegeben werden, welches die Impfteams dabei haben.

4. Gibt es Langzeitnebenwirkungen bzw. Spätfolgen der Impfungen, die man noch nicht sehen kann?

Bei Impfungen sind generell keine Langzeit-Nebenwirkungen bekannt. Die meisten Impfreaktionen treten innerhalb weniger Stunden oder Tage auf - selten auch mal nach Wochen. Es sind zwar in sehr seltenen Fällen bei manchen Impfungen Impfschäden bekannt, wenn zum Beispiel der Impfstoff eine Erkrankung auslöst, die dauerhafte Schäden verursacht. Eine solche Erkrankung an sich tritt jedoch zeitnah nach der Impfung auf und nicht erst nach ein paar Jahren. Wenn also von Langzeitfolgen die Rede ist, meinen Mediziner damit sehr seltene Nebenwirkungen, die erst dann erkannt werden, wenn der Impfstoff lange Zeit auf dem Markt ist - nach hunderttausendfachen oder millionenfachen Impfungen. Für eine mögliche Unfruchtbarkeit als Folge der Impfung, wie manchmal behauptet wird, gibt es keinerlei Belege.

5. Ab wann ist man durch die Impfung geschützt und kann man nach der Impfung das Virus trotzdem übertragen?

Für eine vollständige Immunisierung sind zwei Impfstoffdosen notwendig. Eine zweite Impfstoffdosis muss - je nach Hersteller - in einem Mindestabstand von 21 bzw. 28 Tagen zur Vervollständigung der Impfserie verabreicht werden, spätestens jedoch 42 Tage nach erster Dosis. Eine begonnene Impfserie muss mit dem gleichen Impfstoff abgeschlossen werden, auch wenn zwischenzeitlich weitere Impfstoffe zugelassen worden sind. Erst eine Woche nach der zweiten Impfdosis hat man den vollen Impfschutz. Die Frage nach der Übertragung des Virus trotz Impfschutz kann man noch nicht sicher beantworten. Wahrscheinlich ist es so, dass man das Virus nicht mehr übertragen kann, wenn man geimpft ist – ähnlich wie beispielsweise bei der Grippeimpfung. Es ist aber noch nicht abschließend untersucht.

6. Wie lange wirkt der Impfschutz?

Auf diese Frage können die Wissenschaftler derzeit noch keine genaue Antwort geben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert von einem Impfstoff, dass er mindestens sechs Monate, optimal ein Jahr und länger, vor Covid-19 schützt. Tatsächlich beantworten lässt sich das erst nach exakt diesem Beobachtungszeitraum.

7. Schützt der Impfstoff auch vor den Virusmutationen?

Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft schützt der Impfstoff auch vor den Mutationen des Corona-Virus. Das kann sich aber ändern, wenn weitere Mutationen auftreten. Wichtig ist deshalb, dass auch weiterhin alle Schutzmaßnahmen eingehalten werden.

8. Warum erkranken auch Menschen nach der ersten Impfung an Corona?

Der häufigste Grund dafür ist, dass die Ansteckung schon vor der Impfung passierte. Durch die lange Inkubationszeit von bis zu zwei Wochen kann das Virus bereits im Körper sein, ohne dass man etwas merkt. Der vollständige Impfschutz liegt erst eine Woche nach der zweiten Impfung vor. Es kann also sein, dass man sich durch den unvollständigen Impfschutz noch infizieren kann. Ein dritter Grund könnte sein, dass man zu den fünf Prozent der Menschen gehört, bei denen der Impfschutz nicht ausreicht, um eine Infektion zu verhindern.

9. Für wen sind die Impfstoffe (noch) nicht geeignet?

Die Corona-Impfstoffe sind zunächst nur für Erwachsene zugelassen worden, weil sie noch nicht an Kindern getestet wurden. Aus diesem Grund sollten sich auch Schwangere noch nicht impfen lassen. Die Studien an diesen Gruppen sind besonders aufwändig und erfolgen erst, wenn das Medikament bei (nicht schwangeren) Erwachsenen gut wirkt. Wichtig ist es, dass besonders die Menschen in der näheren Umgebung von Schwangeren und gefährdeten, etwa chronisch kranken Kindern geimpft werden.

10. Warum ist der Impfstoff von AstraZeneca nur für Menschen zwischen 18 und 65 Jahren zugelassen?

Der Impfstoff von AstraZeneca wurde an älteren Menschen noch nicht ausreichend untersucht, deshalb ist er in Deutschland bisher nur für Menschen bis 64 Jahren zugelassen. Weil aber andauernd neue Studien mit den Impfstoffen durchgeführt werden, wird es sicher nicht mehr lange dauern, bis man das besser beurteilen kann. In anderen Ländern ist der Impfstoff bereits auch für ältere Menschen zugelassen. Auch die Europäische Arzneimittelbehörde hat die Impfung von über 65-Jährigen mit diesem Impfstoff empfohlen. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass dies auch in Deutschland passieren wird.

Ihr/e Ansprechpartner/in
Sabine Damaschke

Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

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