Impfen in der Diakonie RWL

Wissenswertes zum Impfstoff

Die Corona-Schutzimpfungen laufen seit Ende Dezember 2020 - im Zuge dessen haben sich viele Fragen rund um die Impfung ergeben: Wie sicher ist der Impfstoff? Kann das Erbgut dadurch verändert werden? Wann wirkt der Impfstoff? Welche Langzeitfolgen können auftreten? Die Diakonie Deutschland hat Antworten auf die wichtigsten Fragen zusammengestellt.

  • Aufziehen einer Spritze mit dem Corona-Impfstoff (Foto Shutterstock)

1. Sind die Impfstoffe sicher?

Alle Impfstoffe, die bisher in Deutschland zugelassen sind, wurden umfangreich auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit getestet. Bisher wurden vier Impfstoffe zugelassen, von BioNTech/Pfizer (Comirnaty), Moderna, AstraZeneca (Vaxzevria) und Johnson & Johnson. Alle Impfstoffe wurden durch ein deutsches und europäisches Arzneimittelzulassungsverfahren umfangreich geprüft und für sicher und wirksam befunden. Diese Zulassungsverfahren sind für alle in Deutschland erhältlichen Medikamente vorgeschrieben. Dabei wird das neue Medikament in einem Stufenverfahren erst im Labor getestet und dann auch an Menschen angewendet. Alle Schritte wurden durch unabhängige Wissenschaftler*innen überwacht.

2. Wieso wurde der Impfstoff so schnell entwickelt?

Bisher wurde noch nie ein Impfstoff so schnell entwickelt - das kann skeptisch machen. In diesem Fall kamen einige Faktoren zusammen, die dieses Rekordtempo erklären. So konnten die Ergebnisse aus der Virus-Forschung direkt in die Impfstoffentwicklung einfließen. Das Zulassungsverfahren konnte durch das sogenannte "Rolling Review" beschleunigt werden - das bedeutet, dass mehrere Schritte gleichzeitig durchgeführt wurden. Auch wenn das Zulassungsverfahren schneller ging als sonst, war es nicht weniger gründlich. Durch eine gesicherte Finanzierung - Ergebnis des weltweiten Interesses an einer Impfstoffentwicklung - konnten lange Wartezeiten im Forschungsprozess vermieden werden.

3. Welche Nebenwirkungen kann der Impfstoff haben?

Nach einer Impfung kommt es manchmal zu Schmerzen an der Einstichstelle, die ein paar Tage anhalten können. Außerdem fühlen sich manche Menschen nach einer Impfung schlapp und können Fieber oder Kopfschmerzen bekommen. Das liegt daran, dass die Immunabwehr aktiviert wird und genau das tut, was sie tun soll. Diese Symptome klingen ebenfalls nach ein paar Tagen wieder ab. Solche Impfreaktionen können bei allen Impfungen auftreten und sind ganz normal. Sehr wenige Menschen reagieren auf einen Bestandteil des Impfstoffs allergisch. Diese allergischen Reaktionen treten immer direkt nach der Impfung auf, deshalb soll man nach der Impfung noch eine halbe Stunde unter medizinischer Aufsicht bleiben. Bei schweren allergischen Reaktionen muss ein Notfallmedikament gegeben werden, welches die Impfteams dabei haben.

4. Gibt es Langzeitnebenwirkungen bzw. Spätfolgen der Impfungen, die man noch nicht sehen kann?

Bei Impfungen sind generell keine Langzeit-Nebenwirkungen bekannt. Die meisten Impfreaktionen treten innerhalb weniger Stunden oder Tage auf - selten auch mal nach Wochen. Es sind zwar in sehr seltenen Fällen bei manchen Impfungen Impfschäden bekannt, wenn zum Beispiel der Impfstoff eine Erkrankung auslöst, die dauerhafte Schäden verursacht. Eine solche Erkrankung an sich tritt jedoch zeitnah nach der Impfung auf und nicht erst nach ein paar Jahren. Wenn also von Langzeitfolgen die Rede ist, meinen Mediziner damit sehr seltene Nebenwirkungen, die erst dann erkannt werden, wenn der Impfstoff lange Zeit auf dem Markt ist - nach hunderttausendfachen oder millionenfachen Impfungen. Für eine mögliche Unfruchtbarkeit als Folge der Impfung, wie manchmal behauptet wird, gibt es keinerlei Belege.

5. Ab wann ist man durch die Impfung geschützt und kann man nach der Impfung das Virus trotzdem übertragen?

Für eine vollständige Immunisierung sind zwei Impfstoffdosen notwendig. Eine zweite Impfstoffdosis muss - je nach Hersteller - in einem Mindestabstand von 21 bzw. 28 Tagen zur Vervollständigung der Impfserie verabreicht werden, spätestens jedoch 42 Tage nach erster Dosis. Eine begonnene Impfserie muss mit dem gleichen Impfstoff abgeschlossen werden, auch wenn zwischenzeitlich weitere Impfstoffe zugelassen worden sind. Erst eine Woche nach der zweiten Impfdosis hat man den vollen Impfschutz. Die Frage nach der Übertragung des Virus trotz Impfschutz kann man noch nicht sicher beantworten. Wahrscheinlich ist es so, dass man das Virus nicht mehr übertragen kann, wenn man geimpft ist – ähnlich wie beispielsweise bei der Grippeimpfung. Es ist aber noch nicht abschließend untersucht.

6. Wie lange wirkt der Impfschutz?

Auf diese Frage können die Wissenschaftler derzeit noch keine genaue Antwort geben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert von einem Impfstoff, dass er mindestens sechs Monate, optimal ein Jahr und länger, vor Covid-19 schützt. Tatsächlich beantworten lässt sich das erst nach exakt diesem Beobachtungszeitraum.

7. Schützt der Impfstoff auch vor den Virusmutationen?

Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft schützt der Impfstoff auch vor den Mutationen des Corona-Virus. Das kann sich aber ändern, wenn weitere Mutationen auftreten. Wichtig ist deshalb, dass auch weiterhin alle Schutzmaßnahmen eingehalten werden.

8. Warum erkranken auch Menschen nach der Impfung an Corona?

Es gibt inzwischen einige Fälle von Corona-Infektionen, die auch nach einer Impfung auftreten. Man kann sich auch nach der Impfung noch anstecken. Die Krankheitsverläufe sind aber viel milder als ohne Impfung. Die Menschen, die sich mit einer Impfung infizieren, müssen nicht ins Krankenhaus und es ist auch noch niemand Geimpftes an Corona gestorben.

9. Für wen sind die Impfstoffe (noch) nicht geeignet?

Die Corona-Impfstoffe sind zunächst nur für Erwachsene zugelassen worden, weil sie noch nicht an Kindern getestet wurden. Aus diesem Grund sollten sich auch Schwangere noch nicht impfen lassen. Die Studien an diesen Gruppen sind besonders aufwändig und erfolgen erst, wenn das Medikament bei (nicht schwangeren) Erwachsenen gut wirkt. Wichtig ist es, dass besonders die Menschen in der näheren Umgebung von Schwangeren und gefährdeten, etwa chronisch kranken Kindern geimpft werden. Diese Personengruppen können von einem Impfschutz der Mitmenschen profitieren, da davon auszugehen ist, dass das Infektionsgeschehen immer mehr zurückgeht, je mehr Menschen sich impfen lassen.

10. Ist der Impfstoff von AstraZeneca gefährlich?

Auch der Impfstoff von AstraZeneca hat eine hohe Wirksamkeit und schützt vor einer Infektion oder schweren Verläufen von Corona-Infektionen. Es wurden weltweit schon Millionen Menschen damit erfolgreich geimpft. Es wurde aber festgestellt, dass Menschen nach einer Impfung in sehr wenigen Fällen nach 10 bis 14 Tagen gefährliche Blutgerinnsel (Thrombosen) entwickeln. Weil das vor allem Frauen unter 60 Jahren betrifft, wird nun empfohlen, den AstraZeneca Impfstoff nur noch für Menschen über 60 Jahren zu verwenden.

Ihr/e Ansprechpartner/in
Sabine Damaschke

Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Weitere Informationen
Ein Artikel zum Thema:
Krankenhaus und Gesundheit
Bewerten Sie diesen Artikel
Durchschnittliche Bewertung: 3.2 (11 Stimmen)