23. November 2021

Impfappell der Diakonie RWL

Aus Solidarität mit den Kindern

Unter Kindern und Jugendlichen breitet sich das Corona-Virus derzeit besonders schnell aus. Die größte Gefahr für eine Infektion stellen ungeimpfte Erwachsene dar. Diakonie RWL-Vorstand Christian Heine-Göttelmann mahnt daher zur Solidarität mit den Kindern und fordert, bundesweit 2G-Regeln und eine Testpflicht auch in Kitas durchzusetzen.

  • Kind mit Maske

Mit großer Sorge beobachtet die Diakonie RWL den derzeitigen Verlauf der Corona-Pandemie in der nunmehr vierten Welle. "Uns bedrücken vor allem die hohen Inzidenzen bei allen Kindern unter zwölf Jahren - also jenen, die bisher noch nicht geimpft werden konnten", betont Vorstand Christian Heine-Göttelmann. Dies betrifft allein in NRW rund zwei Millionen Kinder, in ganz Deutschland sind es rund zehn Millionen. 

"Die Jüngsten haben zum Schutz älterer Menschen und jenen mit Vorerkrankungen in den vergangenen 18 Monaten auf sehr viel verzichtet", so Heine-Göttelmann weiter. "Vor allem auf den Besuch von Kindergarten, Schule, Freizeitangeboten. Aus Solidarität haben sie ihre Großeltern über Wochen und Monate nicht gesehen, auf Besuche von Freunden verzichtet, auf die Theater-AG oder den Sportverein. Es ist schon lange überfällig, dass die ganze Gesellschaft sich solidarisch zeigt."

Theologischer Vorstand: Christian Heine-Göttelmann

Diakonie RWL-Vorstand Christian Heine-Göttelmann sieht Großveranstaltungen in der derzeitigen epidemischen Lage kritisch.

Kritik an Großveranstaltungen

Der theologische Vorstand kritisiert, dass viele Erwachsene sich noch nicht haben impfen lassen oder sich trotz Impfschutz nicht regelmäßig testen. Auch aktuell stattfindende Großveranstaltungen sieht er kritisch. "In der Folge steigen die Inzidenzen gerade in der ungeschützten Altersgruppe der Kinder rasant", sagt Heine-Göttelmann. Für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft sei das ein unhaltbarer Zustand. 

Die vergangenen eineinhalb Jahre hätten gezeigt, wie sehr es Kindern und Jugendlichen zusetzt, wenn sie die Kita, Schule oder OGS nicht besuchen können, so Heine-Göttelmann. Psychische und Herz-Kreislauf-Krankheiten seien in diesen Altersgruppen stark angestiegen, Expertinnen und Experten gehen zudem von einer hohen seelisch-emotionalen Belastung bei Kindern aus. Bundesweit stiegen die psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen um mehr als 20 Prozent seit Beginn der Pandemie, wie eine Auswertung von Versichertendaten der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) ergab. 

"Oberstes Ziel muss es daher sein, dass die Kitas und Schulen nicht mehr geschlossen werden. Das geht aber nur, wenn wir es als Gesellschaft schaffen, die Kinder und Mitarbeitenden so gut wie möglich vor einer Ansteckung beziehungsweise vor schweren Krankheitsverläufen zu schützen", betont der Vorstand.

Ein Kita-Kind föhnt einen Teddybären mit Maske.

Auch in Kitas sollte regelmäßig gestestet werden, fordert Diakone RWL-Vorstand Heine-Göttelmann. 

Lolli-Tests verpflichtend machen

Die Diakonie RWL fordert außerdem, die PCR-Testungen mit Lolli-Tests, wie sie in Grundschulen in ganz NRW umgesetzt werden, flächendeckend verpflichtend auch in Kitas einzusetzen. "Wir sehen es als zielführend, wenn in Kitas wieder getrennte Gruppen ermöglicht werden und Grundschulkinder mindestens bis zum Frühjahr Masken tragen müssen. Das ist nicht schön und stellt alle vor große Herausforderungen. Es ist derzeit aber der beste Schutz – solange, bis die Impfung auch für alle Unter-Zwölfjährige verfügbar ist", sagt Christian Heine-Göttelmann. 

Der Diakonie RWL-Vorstand fordert das Land auf, in den Kitas wieder mehr unterstützendes Personal einzusetzen, damit die Hygieneanforderungen und Schutzmaßnahmen umgesetzt werden können. Die Zulassung der Impfung für Kinder unter zwölf Jahren durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) sei bereits in Sicht, so Heine-Göttelmann. "Jetzt geht es darum, noch wenige Monate durchzuhalten, bis wir allen Kindern ein Impfangebot machen können." Mit Blick auf die aktuelle Lage sei die flächendeckende 2-G-Regelung für alle Jugendlichen und Erwachsenen, die am öffentlichen Leben teilnehmen wollen, der einzige Ausweg.

Text: Franz Werfel, Foto: pixabay, Shutterstock, Diakonie RWL

Ihr/e Ansprechpartner/in
Sabine Prott
Geschäftsfeld Tageseinrichtungen für Kinder
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Aktuell sind laut Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) insgesamt 68 Prozent der Bevölkerung in Deutschland vollständig gegen Covid-19 geimpft, 70,5 Prozent mindestens einmal. Die geringe Impfquote gilt als ein Grund für das Ausmaß der vierten Welle der Pandemie. Am 23. November meldete das RKI 45.326 bestätigte Neuinfektionen. Die Zahl der neuen Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen stieg auf einen neuen Rekordwert von 399,8. Die Zahl der bisherigen Corona-Toten liegt bei 99.433. (epd)