Dienstag, 7. Dezember 2021

Betreuungsschlüssel für den Offenen Ganztag

Diakonie RWL fordert einheitliche Mindeststandards

Düsseldorf, 7. Dezember 2021. Mit einem Rechtsanspruch auf einen Platz in der Offenen Ganztagsbetreuung ist es nicht getan. Das macht das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe (Diakonie RWL) im Vorfeld der morgigen Anhörung zur Ganztagsoffensive im NRW-Landtag deutlich.

Ihr Ansprechpartner
Helga Siemens-Weibring
Geschaeftsfeld Sozialpolitik und Quartiersarbeit
Weitere Informationen

"Der Rechtsanspruch muss für uns der Auftakt sein, die OGS-Betreuung zu verbessern und weiterzuentwickeln. Wir brauchen eine echte Qualitätsoffensive", sagt Diakonie RWL-Vorstand Christian Heine-Göttelmann. "Dazu gehört vor allem ein verbindlicher Personalschlüssel."  Die Diakonie RWL unterstütze die Forderung der Freien Wohlfahrtspflege nach einem Fachkräftegebot und den Vorschlag einer Gruppengröße von maximal 25 Kindern.

OGS-Betreuung sorgt für Bildungsgerechtigkeit

"Wir müssen uns klar machen, dass die Offenen Ganztagsschulen schon lange viel mehr leisten als Nachmittagsbetreuung, in der die Kinder lediglich beaufsichtigt werden", betont Heine-Göttelmann. "Eine gute OGS ermöglicht durch ihre Arbeit Bildungsgerechtigkeit. Sie ist ein wichtiger Bestandteil eines ganzheitlichen Bildungsangebots zwischen Jugendhilfe und Schule. Gerade jetzt nach etlichen Schulschließungen in der Corona-Pandemie ist die OGS ein Garant dafür, dass kein Kind zurückbleibt."

Entsprechend müssten die Träger stärker finanziell unterstützt werden. Die Ausstattung und die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten in den Ganztagsschulen in NRW unterscheiden sich je nach Kommune deutlich. "Hier brauchen wir genauso wie bei der Frage nach der Höhe der Elternbeiträge und der Ermittlung des Fachkräftebedarfs ein gemeinsames Vorgehen", unterstreicht Christian Heine-Göttelmann.

Appell an Gebauer und Stamp

In seiner Funktion als Vorsitzender der LAGÖF NRW – der Arbeitsgemeinschaft von Trägern der freien und öffentlichen Wohlfahrtspflege in Nordrhein-Westfalen – hat er sich in einem Brief an Schulministerin Yvonne Gebauer und Familienminister Dr. Joachim Stamp gewandt, um möglichst noch vor der Landtagswahl erste Absprachen zwischen allen Akteuren auf den Weg zu bringen.

"Wir müssen jetzt eng zusammenarbeiten. Unsere Kinder müssen uns das wert sein. Eine gute, qualitativ hochwertige Ganztagsbetreuung ist eine wichtige und wertvolle Investition in unsere Zukunft", erklärt Heine-Göttelmann.

Terminhinweis:
Die 78. Sitzung des Ausschusses für Familie, Kinder und Jugend wird am Mittwoch, 8. Dezember 2021, ab 9 Uhr im Livestream übertragen. Helga Siemens-Weibring, Sozialpolitische Beauftragte bei der Diakonie RWL und Vorsitzende des LAG-Arbeitsausschusses Kinder, Jugend und Familie, wird als Sachverständige angehört. Hier können Sie sich zum Livestream anmelden.

Zusätzliche Zitate von Helga Siemens-Weibring und weitere Hintergründe zum Ausbau der OGS-Betreuung finden Sie in unserem aktuellen Artikel.