Freitag, 24. März 2017

Armut verhindern, Kinder stärken

Diakonie RWL fordert Kita- und OGS-Ausbau auf dem Kinder- und Jugendhilfetag in Düsseldorf

Düsseldorf/Münster, 24. März. Aus Anlass des 16. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetages, der ab Dienstag in Düsseldorf stattfindet, macht das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe auf die zunehmend ungleichen Lebensbedingungen junger Menschen in Deutschland aufmerksam. „In manchen Quartieren unserer Städte, insbesondere in Ballungszentren und im Ruhrgebiet, wächst mittlerweile ein großer Teil der Kinder in Armut auf“, kritisiert Christian Heine-Göttelmann, Vorstand der Diakonie RWL. In NRW lebt jedes fünfte Kleinkind in einer Familie, die Hartz IV bezieht. „Im Superwahljahr 2017 erwarten wir von der Politik, dass sie das Thema Armut und soziale Ausgrenzung couragiert anpackt und dabei vor allem die Kinder und Jugendlichen im Blick hat.“

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Sabine Portmann

Drittmittel und Fundraising
Ökumenische Diakonie/Brot für die Welt

 

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Ein Artikel zum Thema:
Hilfen zur Erziehung

Nach Ansicht der Diakonie RWL muss das Netz der sozialen Hilfen im Kinder- und Jugendbereich stärker präventiv ausgerichtet werden. Dabei spielen die Kindertagesstätten und die Schulen eine zentrale Rolle. „Sie sind längst soziale Orte, an denen die Grundlagen für Bildungs- und Chancengerechtigkeit gelegt werden“, betont Heine-Göttelmann. Die Verzahnung mit Angeboten der Wohlfahrtsverbände in den Familienzentren und Offenen Ganztagsgrundschulen – von der Erziehungsberatung bis zur Sprach- und Kompetenzförderung – sei sinnvoll und notwendig. „Aber sie ist leider seit Jahren unterfinanziert.“

Insbesondere die Ausstattung der Offenen Ganztagsschulen in NRW bezeichnet der Diakonie RWL-Vorstand als „prekär“. Die Kosten pro OGS-Kind belaufen sich auf rund 3.000 Euro im Jahr. Das Land zahlt nur 1.000 Euro, die Kommunen müssen 435 Euro dazu geben. Bleiben noch rund 1.500 Euro pro Kind, die häufig von den Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege gezahlt werden, weil gerade ärmere Städte ihren Ganztag nicht mit zusätzlichen Mitteln besser ausstatten können. Die Folge sind unterschiedliche Standards. In Trägerschaft von Diakonie und Evangelischer Kirche befinden sich etwa 530 Offene Ganztagsschulen.

Gemeinsam mit der Freien Wohlfahrtspflege hat die Diakonie RWL jetzt unter dem Motto „OGS darf keine Glückssache sein“ eine Kampagne gestartet. Sie appelliert an die Landesregierung, endlich eine gesetzliche Grundlage zu schaffen, in der Standards für das Personal und die Raumausstattung sowie Bildungs- und Freizeitangebote festgelegt werden. Die Zuschussfinanzierung des Landes muss deutlich höher ausfallen. „Hier sehen wir die Landesregierung in der Pflicht, da die OGS als Landesprogramm gestartet ist“, betont Christian Heine-Göttelmann.

Der Deutsche Kinder- und Jugendhilfetag findet vom 28. bis 30. März auf der Düsseldorfer Messe statt. Er ist der größte Kinder- und Jugendhilfekongress in Europa und steht unter dem Motto „22 Millionen junge Chancen – gemeinsam.gesellschaft.gerecht.gestalten“. Knapp 400 Aussteller zeigen an 250 Messeständen, was sie für die rund 22 Millionen Kinder und Jugendlichen in Deutschland tun. Die Diakonie RWL präsentiert ihre Arbeit erstmals gemeinsam mit der Diakonie Deutschland und dem Evangelischen Erziehungsverband (EREV).

Mehr Informationen zur Beteiligung der Diakonie RWL am Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag gibt es auf der Website der Diakonie RWL: http://www.diakonie-rwl.de/themen/hilfen-zur-erziehung/deutscher-kinder-...

Christian Heine-Göttelmann steht für Interviews zur Verfügung, Gespräche vermittelt Sabine Portmann, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon 0251 2709-790, E-Mail: s.portmann@diakonie-rwl.de