23. April 2019

Evangelischer Kirchentag in Dortmund

Diakonische Freiwilligendienste stellen sich vor

In knapp zwei Monaten startet am 19. Juni der Deutsche Evangelische Kirchentag in Dortmund. Über die Hälfte der Besucher sind unter dreißig, haben eigene Themen, Fragen und Erwartungen. Auch viele junge Teilnehmer der Freiwilligendienste der Diakonie RWL sind dabei. Im Zentrum Jugend organisieren sie zum Bespiel inklusive Rollstuhl-Basketball-Turniere. Jürgen Thor, Leiter der Freiwilligendienste bei der Diakonie RWL, erzählt, was geplant ist.

Jürgen Thor leitet die Freiwilligendienste der Diakonie RWL

Die Freiwilligendienste der Diakonie RWL haben ihre Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingeladen, den Kirchentag und die vielen Konzerte, politischen Diskussionen und Bibelarbeiten in Dortmund zu besuchen.

Wir unterstützen es sehr, dass unsere Freiwilligen den Kirchentag besuchen. Mehr als 50 sind mit dabei. Wir sind ein kirchlicher Träger, deshalb ist es wichtig, dass die Jugendlichen die vielfältigen Angebote wie Konzerte, Diskussionen, aber auch religiösen Impulse des Kirchentages – in diesem Jahr ganz in unserer Nähe – wahrnehmen. Nicht alle unsere Teilnehmenden sind evangelisch oder katholisch. 20 Prozent sind konfessionslos und fast 10 Prozent muslimisch. Wir wollen natürlich nicht missionieren. Aber für mich ist der Kirchentag die schönste Art, Kirche kennenzulernen.

Im Zentrum Jugend bieten die Freiwilligendienste Rollstuhlbasketball für Menschen mit und ohne Behinderung an.

Im Zentrum Jugend bieten die Freiwilligendienste Rollstuhl-Basketball für Menschen mit und ohne Behinderung an. Warum bieten Sie das an?

Dietmar Asbeck organisiert mit 15 Freiwilligen im Zentrum Jugend diesen inklusiven Rollstuhlbasketball. Dafür wird extra ein Spielfeld aufgebaut, auf dem richtige Turniere stattfinden werden, und die Besucher können mitmachen. Dieses inklusive Angebot haben wir schon bei ähnlichen Veranstaltungen ausprobiert, um die Arbeit in der Behindertenhilfe anschaulich zu machen. Oft sieht man erst nach dem Spiel, wenn die Teilnehmer aus dem Rollstuhl aufstehen, wer ein Handicap hat oder nicht. Menschen ohne körperliche Beeinträchtigungen bekommen ein Gefühl dafür, was es bedeutet, im Rollstuhl zu sitzen.

Die meisten Interessierten möchten mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. (Foto: Diakonie Deutschland)

Sie sind auch mit einem Info-Stand gemeinsam mit der Bundesdiakonie im Markt der Möglichkeiten vertreten – wie bei jedem Kirchentag. Mit welchen Anliegen kommen die jungen Besucher zu Ihnen?

Die meisten kommen mit der Frage "Habt ihr was mit Kindern und Jugendlichen?". Das ist der beliebteste Bereich, in dem Jugendliche ein Jahr lang freiwillig arbeiten möchten. Hier würden wir gerne auch noch mehr Plätze für die Freiwilligenarbeit anbieten. Der größte Bereich ist derzeit aber die Altenhilfe mit 20 Prozent und die Krankenhäuser mit 18 Prozent. 10 Prozent der Freiwilligen arbeiten in der Behindertenhilfe und 15 Prozent in der Schule. Viele glauben, im Pflegebereich gehe es nur um Windeln wechseln und füttern, aber das stimmt nicht. Freiwillige werden zum Beispiel im Altenheim für Spaziergänge oder Vorlesen eingesetzt. Unsere Erfahrung zeigt, dass viele dort dann auch sehr zufrieden sind, auch wenn sie zunächst einen anderen sozialen Bereich gewünscht haben.

Auch auf dem Kirchentag in Dortmund werden die Freiwilligendienste der Diakonie RWL ihre Angebote vorstellen.

Welche verschiedenen Angebote für Freiwillige stellen Sie vor?

Es gibt ja viele verschiedene Programme bei den Freiwilligendiensten für unterschiedliche Zielgruppen wie Jugendliche, Menschen über 27, einen Freiwilligendienst im Ausland oder den Bundesfreiwilligendienst für Geflüchtete. An unserem Stand kann man mit unseren Freiwilligen direkt sprechen, die dann ganz konkret über ihre eigenen Erfahrungen in unseren diakonischen Einrichtungen berichten. Manchmal kommen beim Kirchentag auch Politiker an unseren Stand. Dann nutzen wir die Gelegenheit, auf die Probleme der Freiwilligen aufmerksam zu machen, zum Beispiel, dass die Freiwilligen die Fahrtkosten von ihrem knappen Taschengeld selbst bezahlen müssen.

40 Prozent der Freiwilligen arbeiten später im sozialen Bereich. (Foto: Diakonie Deutschland)

Viele Jugendliche wollen mit dem Freiwilligendienst soziale Berufe kennenlernen.

40 Prozent unserer Freiwilligen gehen später in den sozialen Bereich. Für viele sind die praktischen Erfahrungen, die sie in unseren Einrichtungen machen, wichtig bei späteren Bewerbungen. Unsere Arbeit kommt gut an. Bei den Freiwilligendiensten der Diakonie RWL haben wir einen leichten Anstieg bei den Bewerberzahlen.  Aber der Bedarf in unseren Einrichtungen ist groß. Wir könnten noch 50 Prozent mehr Stellen für Freiwillige im diakonischen Bereich besetzen. Auch deshalb hoffen wir, auf dem Kirchentag viele Interessierte für die Freiwilligenarbeit begeistern zu können.

Das Gespräch führte Sabine Portmann.
Teaserfoto: DEKT/Kay Michalak

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