16. September 2019

Ehrenamt in der Diakonie

Helfen macht mehr als glücklich

Das Ehrenamt ist eine Wurzel der Diakonie. Und durch unsere Sommerreihe in neun Porträts wissen wir auch warum, weil anderen zu helfen glücklich machen kann. Doch, wie kann man selbst helfen, und wo findet man eine passende Stelle für sich? Wir haben ein paar Tipps gesammelt.

Dass Helfen glücklich macht, steht außer Frage. Zahlreiche Studien werden von Zeitungen und Magazinen dazu herangezogen. Wir wissen das, zumal wir seit Menschengedenken in Gemeinschaften leben und von Kindesbeinen an mit unserem Schulkumpel nicht nur Butterbrot und Stickeraufkleber geteilt haben, sondern wie selbstverständlich beobachten, wiederholen, lernen und womöglich Neues daraus machen. Und andersherum. Das prägt uns nicht nur, sondern wir haben dabei auch noch Spaß und finden darüber womöglich sogar neue Freunde. Allerdings ist das Helfen alles andere als einfach, so scheint es. In der vielbesagten komplexer und schneller werdenden Welt, sollen die Menschen immer weniger Zeit haben. Zeit, die einem selbst fehlt sowie für andere. Umso interessanter ist, wie man sich dennoch engagiert. Und wie man andere dafür begeistern kann.

Ehrenamtliche helfen am Flughafen, in der JVA oder im Repair-Café

In unserer Sommerreihe „Ehrenamt“ zeigen wir neun Porträts von Jüngeren und Älteren, die sich für Flüchtlingskinder, Ältere, Menschen mit Behinderung oder ratsuchende Menschen engagieren. In Porträts zeigen wir exemplarisch, was die 200.000 Ehrenamtlichen der Diakonie RWL leisten. Wer selbst schon mal darüber nachgedacht hat, sich freiwillig zu engagieren, aber nicht so recht weißt, wo er das machen könnte und wie, der findet möglicherweise in den neun Porträts Rat, die hier kurz resümiert werden. Weiter unten gibt es praktische Tipps, wo man Stellen findet und welche Fragen man sich vor einem freiwilligen Engagement stellen kann.   

"Fröhlichkeit habe ich von Kindern gelernt" – Tahssen Elias

Wie kann ich helfen?

Indem man weiß, was man gerne macht und sich ein paar Fragen vorher stellt. Jeder Mensch kann etwas Gutes tun: Menschen mit Behinderung können auch Freiwillige werden.

1. Möchte ich überhaupt gern anderen helfen?

2. Was mache ich gern? Was passt zu mir?

3. Was mache ich nicht gern?

4. Wie viel Zeit habe ich und wann?

5. Wie engagieren sich andere? Hier kann man zum Beispiel im Freundeskreis nachfragen.

Willkommensgruß auf dem Ehrenamtsportal des Saarlandes von Ministerpräsident Tobias Hans

Wie finde ich ein freiwilliges Engagement?

1. Deutschland hat eigene Agenturen für das Ehrenamt. Sie heißen Freiwilligen-Agenturen, die in einem Atlas zusammengefasst sind. Sie sind die beste Wahl, um sich schnell eine Übersicht über die Organisationen und Einrichtungen in seiner Nähe zu verschaffen. Hier beispielsweise für Essen.

2. Die zweitbeste Anlaufstelle ist die Stadt, in der man wohnt. Viele Städte helfen einem dabei, die passende Stelle zu finden, um sich freiwillig zu engagieren. Hier zwei Beispiele: Köln und Düsseldorf.

3. Man kann sich auch in seiner direkten Nähe umschauen. Sei es bei der Kirchengemeinde oder der Stadt-Gemeinde, wo Pfarrer*innen und Ehrenamtskoordinatoren*innen einem helfen können, ein freiwilliges Engagement zu finden.

4. Beim Land NRW gibt zahlreiche Informationen über das Ehrenamt: Beispielsweise über die „Ehrenamtskarte“, die man mit einem freiwilligen Engagement erhält. Sie ermöglicht Vergünstigungen in vielen öffentlichen und privaten Einrichtungen wie Museen, Bibliotheken, Theater, Schwimmbäder, Kinos oder Apotheken.

5. Rheinland-Pfalz zeigt mit der Website „Wir tun was“ allerlei Wege auf, wie und wo man sich in dem Land ehrenamtlich engagieren kann.

6. Auf der Ehrenamtsseite vom Saarland wird man vom Ministerpräsidenten Tobias Hans zum Ehrenamt begrüßt. In dem kleinen Land gibt es 400.000 ehrenamtlich Tätige und soll damit einen Spitzenplatz bundesweit einnehmen. Auch hier gibt es eine Ehrenamtskarte mit Vorzügen.

7. Hessen bespricht aktuell, wie man mit digitalen Mitteln neue Freiwillige gewinnt – mit Themen wie Online-Fundraising und virtuellen Begegnungsräumen.

8. Oder man fragt direkt bei einer Organisation oder Einrichtung nach.

9. Wenn man jung ist oder bald in Rente geht und sich längerfristig engagieren möchte, könnte ein FSJ oder BFD passend sein. 2.000 Freiwillige engagieren sich so in der Diakonie RWL. Sie ist damit der zweitgrößte evangelische Träger von Freiwilligendiensten in Deutschland.  

Text: Christoph Bürgener

Ihr/e Ansprechpartner/in
Karen Sommer-Loeffen
Referent/in

Bahnhofsmission, Ehrenamt, Hospizarbeit

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200.000 Ehrenamtliche engagieren sich bei der Diakonie RWL. Zum Beispiel in den 21 Bahnhofsmission, in der evangelischen Krankenhaushilfe bei den „Grünen Damen“. Die Diakonie RWL bildet Freiwillige fort und koordiniert deren Einsatz. Dabei spielen die 41 Freiwilligenzentralen von Diakonie und Caritas eine Schlüsselrolle. Sie vermitteln und beraten Engagierte und hilfesuchende Organisationen.