23. Juni 2020

Willkommensbroschüre

Einmaleins der Diakonie für neue Mitarbeitende

Die Diakonie gehört mit ihren rund 600.000 Mitarbeitenden und 700.000 freiwillig Engagierten zu den größten Arbeitgebern Deutschlands. Vielfalt, Respekt und Nächstenliebe spielen für den evangelischen Wohlfahrtsverband eine große Rolle. Das soll die neue Willkommensbroschüre für Mitarbeitende deutlich machen. Als Theologin der Diakonie RWL hat Barbara Montag daran mitgearbeitet.

  • Neue Mitarbeitende willkommen heißen: Barbara Montag präsentiert die neue Broschüre der Diakonie.
  • Handlich und kompakt: Die Willkommensbroschüre und das Begleitheft geben einen ersten Eindruck vom diakonischen Arbeiten.

"Jede Arbeit soll mit dem Herzen, dann mit den Händen oder mit der Zunge geschehen." Wohl kaum ein Satz ist in der fast 200-jährigen Geschichte der Diakonie so häufig zitiert worden wie diese Aussage des Hamburger Theologen Johann Hinrich Wichern. Er schuf mit der "Inneren Mission" eine eigene Organisation für die soziale Arbeit, aus der die Diakonie hervorging. Natürlich darf dieses Zitat auch in der aktuellen Handreichung für neue Mitarbeitende der Diakonie nicht fehlen. Aber es steht – anders als sonst üblich – nicht am Anfang, sondern am Ende der Willkommensbroschüre.

"Uns war es wichtig, die Mitarbeitenden mit ihren wichtigsten Fragen zur Arbeit in der Diakonie in den Mittelpunkt zu stellen", erklärt Pastorin Barbara Montag, die für die Diakonie RWL an der neuen Handreichung mitgearbeitet hat. "Eine Abfrage hat deutlich gemacht, dass es nicht die Geschichte des Sozialverbandes ist, sondern Entwicklungsmöglichkeiten, Arbeitsrecht und Handlungsfelder sind, die neue Mitarbeitende am meisten interessieren."

Kinder warten vor einem Kindergarten.

Für die Kleinsten da sein: Seit über 200 Jahren betreibt die Diakonie Kindergärten.

Personalentwicklung und Arbeitsrecht

Daher ist direkt auf den ersten Seiten von den Möglichkeiten zu Fortbildungen, Praktika und Supervisionen in der Diakonie die Rede. Es wird erklärt, was die "Arbeitsrechtliche Kommission" ist. Und dass die Diakonie schon seit 200 Jahren Kindergärten betreibt und die Jugendhilfe heute das größte Arbeitsfeld der Diakonie ist, nicht die Pflege. All das wird in kurzen und übersichtlichen Informationstexten erklärt und um persönliche Statements von Kolleginnen und Kollegen ergänzt.

Auf lange Epiloge und theologische Grundsatztexte habe man bewusst verzichtet, sagt Barbara Montag. "Als evangelischer Wohlfahrtsverband arbeiten wir heute in einer vielfältigen Gemeinschaft, in der auch Menschen anderen Glaubens ihren Platz finden können. Da gibt es mehr zu erklären als früher." Für die Theologin ist es daher wichtiger, auf der Grundlage evangelischer Werte eine gemeinsame Haltung zu entwickeln und auszudrücken als formale Bekenntnisse zu formulieren. In diesem Sinne sei auch die neue Broschüre zu verstehen, sagt sie.

Willkommen in der Vielfalt

Ein Kreis von zwölf Autorinnen und Autoren unterschiedlichster Professionen aus diakonischen Landesverbänden haben an der Handreichung des Bundesverbandes mitgearbeitet. "Die Broschüre soll einen einladenden Charakter haben und allen neuen Mitarbeitenden, egal aus welchem religiösen oder kulturellen Kontext sie kommen, zeigen, dass sie willkommen sind."

Entsprechend dem Gedanken der Vielfalt ist unter der Fragestellung "Was prägt unsere Arbeit?" erstmals neben dem Aspekt der "Nächstenliebe" und "Gemeinwesenorientierung" auch von "Inklusion" und "Interkultureller Öffnung" die Rede. Denn, so heißt es, "Inklusion meint die Verwirklichung des Menschenrechts auf volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe für alle". Unter einer "interkulturellen Öffnung" wird eine Haltung verstanden, "die die Vielfalt gesellschaftlichen Lebens wertschätzt, gleichberechtigte Teilhabe ermöglicht, ungleiche Machtverhältnisse analysiert und auf ein bedachtes Handeln setzt".

Betende Hände

Gemeinsam beten, Psalmen lesen, zuhören - all das tröstet und hilft gegen Angst und Einsamkeit. (Foto: pixabay.de)

Kernaufgabe der Diakonie: Seelsorge

Dafür engagiert sich die Diakonie nicht nur in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Sie hat – so vermittelt es die Broschüre – diesen Anspruch auch an sich selbst und ihre Organisations- und Personalentwicklung in den Einrichtungen. Zugangsbarrieren abzubauen und Anerkennung zu ermöglichen, sieht sie als einen "Lern- und Veränderungsprozess von Menschen und Organisationen".

Als evangelischer Wohlfahrtsverband habe sie darüber hinaus eine besondere Verantwortung, in persönlichen Krisen und wichtigen Übergängen des Lebens für Menschen da zu sein, meint Barbara Montag. Und zwar auch für die Mitarbeitenden. "Seelsorge ist eine Kernaufgabe von Kirche und Diakonie", betont die Theologin. Daher hat sie sich dafür stark gemacht, dass auch dieses Kapitel in der Broschüre ihren Platz findet. Wie Trost und Ermutigung auf Grundlage der Bibel aussehen können, zeigt eine Auswahl von Psalmen, Gleichnissen und dem Vater Unser in einem kleinen Begleitheft.

Text: Sabine Damaschke, Fotos: Sabine Damaschke und Pixabay.

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Barbara Montag

Kinder und Kitas

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Diakonische Identität
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