29. Juni 2018

Kirchentag 2019

Bühne frei für kreative diakonische Projekte

Noch knapp ein Jahr, dann startet der Deutsche Evangelische Kirchentag in Dortmund. Die Diakonie beteiligt sich in einem Forum mit Messeständen und eigener Bühne. Bevor es am 19. Juni losgehen kann, ist noch viel zu planen und zu organisieren. Wer mitmachen will, kann sich ab jetzt anmelden. Georg Bloch-Jessen von der Diakonie Deutschland freut sich über kreative Ideen. Er bereitet den Dortmunder Kirchentag gemeinsam mit der Diakonie RWL vor.

Portrait

Georg Bloch-Jessen (Foto: Hermann Bredehorst)

Unter der Losung "Was für ein Vertrauen" findet im nächsten Jahr vom 19. bis 23. Juni der Kirchentag in Dortmund statt. Die Diakonie Deutschland ruft gemeinsam mit der Diakonie RWL diakonische Träger auf, sich jetzt schon für das "Forum Diakonie" anzumelden. Was soll den Besuchern dort geboten werden?

Wir möchten in Dortmund die Diakonie als Teil der Kirche präsentieren und mittendrin sein. Die Losung des Kirchentages "Was für ein Vertrauen" passt da sehr gut. Denn Vertrauen als aktivierende Kraft ist auch für die Diakonie ein zentrales Thema. Mit zahlreichen diakonischen Projekten, wie Theatergruppen, Bands und Lesungen, aber auch mit gesellschaftspolitischen Themen möchten wir diakonische Arbeit im Forum Diakonie gebündelt präsentieren – und zwar mit Messeständen der zahlreichen Einrichtungen sowie Kirchengemeinden und auf einer Diakonie-Bühne. Das Café Pause Inklusiv, ein Café, das von Menschen mit Behinderungen betrieben wird und Kennenlernen ermöglicht, soll ein diakonischer Treffpunkt auf dem Kirchentag sein. Und auch am Abend der Begegnung ist die Diakonie dabei.

Auch auf dem Kirchentag in Dortmund wird es - wie 2017 in Berlin - ein Forum Diakonie geben. (Foto: Diakonie Berlin/Brandenburg/NBF)

Das Forum Diakonie gab es bereits auf dem letzten Kirchentag in Berlin. Welche Erfahrungen haben Sie da gemacht?

Auf 350 Quadratmetern haben sich 2017 über 50 diakonische Träger und Anbieter aus dem ganzen Bundesgebiet vielfältig, inklusiv und sozial präsentiert. Es war im wahrsten Sinne des Wortes die bunte Vielfalt der Diakonie zu sehen. Denn nicht alle diakonischen Träger verwenden das blaue Kronenkreuz. Die Logo- und Farbenvielfalt ist riesig. Da war zum Beispiel eine ehrenamtliche, diakonische Initiative neben dem Auftritt eines großen diakonischen Unternehmens. Große und kleine Einrichtungen der Hilfefelder präsentierten sich nebeneinander, weil sie sich als Teil von Kirche verstehen. Besonders beeindruckt hat mich auf der Diakonie-Bühne ein Sänger mit seiner inklusiven Wohngruppe, der eine Super-Stimmung verbreitet hat. Beim Forum Diakonie erlebt man hautnah, welche Fähigkeiten und Ressourcen die Hilfebedürftigen haben und wie sie diese auch bereichernd für alle einbringen. Es ist einfach klasse, wenn jemand musiziert und 200 Leute stehen feiernd und tanzend im Zuschauerraum.

Der Kirchentag ist auch für die Diakonie eine Chance, mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen. (Foto: Diakonie Berlin/Brandenburg/NBF)

Zu welchen Themen sind Sie mit den Kirchentagsbesuchern ins Gespräch gekommen?

Kirchentagsbesucher sind deutlich jünger als die Mehrheit der Bevölkerung. Sie möchten die Welt und die Gesellschaft verändern. Und dazu konnten wir viele Gespräche führen. Unter anderem ging es darum, wie wir diese Gesellschaft zu einer lebenswerten Gesellschaft machen, wie Nächstenliebe auf Augenhöhe gelingen kann oder wie wir Menschen effektiv helfen können, die sich in Notlagen befinden. Der Kirchentag ist eine Chance, gemeinsam darüber nachzudenken, wie wir unsere Gesellschaft gestalten wollen und können. Das fängt oft im Kleinen an: in der eigenen Nachbarschaft, in der Kirchengemeinde oder im Dorf.

Dortmund ist eine Reise wert. Hier zeigt sich der Kulturwandel des Ruhrgebiets besonders gut. 

Welche Ideen gibt es denn schon für den Kirchentag in Dortmund?

Dortmund ist eine spannende Stadt im Ruhrgebiet. Eine urbane Stadt und eine Region im Umbruch, in der unglaublich viel passiert. Hier gibt es viele Konzepte und Ideen, wie man den Strukturwandel und wirtschaftliche Veränderungen meistern kann. Das möchten wir auch auf dem Kirchentag spiegeln und mit den Diakonie-Mitarbeitenden der Region ein vielfältiges diakonisches Kulturangebot präsentieren. Aber auch aktuelle Themen wie Inklusion und Migration oder Pflege wollen wir mit Politikern und Vertretern von Diakonie und Kirche diskutieren. Ein weiteres Thema wird die Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf die soziale Arbeit sein. Wir wollen Best-Practice Beispiele vorstellen, Anregungen geben und Ideen präsentieren, wie wir Zukunft gestalten können. Von Dortmund soll neues Vertrauen ausgehen, ganz im Sinne des Leitwortes des Kirchentages.

Wer mitmachen möchte, kann sich mit einem Messestand für das Forum Diakonie anmelden. (Foto: Stephan Schütze)

Wenn diakonische Träger mitmachen möchten, an wen sollen sie sich wenden?

Wer einen Messestand anmelden möchte, kann dies auf der Webseite des Kirchentages tun. Hier muss jeweils das Stichwort "Forum Diakonie" angegeben werden, wenn man im Forum Diakonie dabei sein möchte. Bis Anfang September ist die Anmeldung eines Messestandes möglich. Wir möchten aber auch die vielen tollen und innovativen Projekte und Themen der Diakonie auf die Bühne bringen. Mein Kollege Reinhard van Spankeren von der Diakonie RWL und ich sammeln die Vorschläge und freuen uns auf Ihre Ideen. Und auf einen gelingenden Kirchentag, auf dem die Diakonie mit ihren Themen, ihren Einrichtungen, aber vor allem mit den Menschen aus der Diakonie präsent ist.

Das Gespräch führte Sabine Portmann.

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