21. April 2020

Hauptversammlung

Neuwahl des höchsten Diakonie RWL-Organs

Von der Entlastung des Vorstands über die Festlegung der Beitragsordnung für die Mitglieder bis hin zur Wahl des Verwaltungsrats – die Delegierten der Hauptversammlung des Diakonischen Werks Rheinland-Westfalen-Lippe haben verantwortungsvolle Aufgaben. Zur anstehenden Neubildung der Versammlung sprechen der juristische Vorstand, Thomas Oelkers und Vorstandsreferent Jens Rautenberg über das höchste Organ.

  • Thomas Oelkers (juristischer Vorstand, rechts im Bild) und Jens Rautenberg (Vorstandsreferent).

Rund 2.500 Träger sind Mitglied der Diakonie RWL. Warum ist die Hauptversammlung für sie wichtig?

Thomas Oelkers:  In der Hauptversammlung werden die Mitglieder vertreten. Die Versammlung ist das höchste Organ. Die Delegierten schauen uns – der Diakonie RWL - quasi auf die Finger. Am Ende eines Jahres trägt der Vorstand seinen Jahresabschluss vor, erläutert, wie gewirtschaftet wurde und welche Pläne es fürs kommende Jahr gibt.

Jens Rautenberg: Die Versammlung hat eine enorme Macht. Auch wenn sie in der Regel nur einmal pro Jahr zusammen kommt, darf man sie nicht unterschätzen. Ohne sie ist die Diakonie RWL nicht handlungsfähig. Das muss man sich bewusst machen, denn das geht manchmal in den bürokratischen Prozessen unter. 

Stimmabgabe bei der Wahl des Verwaltungsrats der Diakonie RWL.

Die Wahlzettel in die Urne werfen - so wurde der neue Verwaltungsrat im Dezember 2019 gewählt. Die Delegierten für die Hauptversammlung werden hingegen per Briefwahl gewählt.

Die fünfjährige Amtsperiode der jetzigen Delegierten geht zu Ende. Sie haben jüngst zur Neubildung aufgerufen. Wer kann sich zur Wahl stellen und wie erfolgt die Nominierung?

Rautenberg: Erst einmal geht es darum, Vorschläge zu sammeln. Jedes Mitglied kann – ganz unabhängig davon, ob es wahlberechtigt ist oder nicht – Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl verschlagen. Wir brauchen mindestens 40 Vorschläge. 

Aber nicht alle der Delegierten werden gewählt. Viele werden direkt entsandt. Für die Bildung der Hauptversammlung gibt es mehrere Verfahren: Mitglieder, die mehr als 1.000 in Vollzeit angestellte Mitarbeitende haben, können einen Delegierten oder eine Delegierte direkt entsenden – ganz ohne Wahl. Träger, die 2.000 Mitarbeitende haben, können zwei Delegierte entsenden. Auch andere, wie die regionalen Diakonischen Werke, die Landeskirchen oder die Fachverbände können direkt entsenden. Die genauen Bestimmungen sind in der Bekanntmachung zur Wahl zusammengefasst.

Oelkers: Träger, die kleiner sind, also weniger als 1.000 in Vollzeit beschäftigte Mitarbeitende haben, können sich mit anderen Einrichtungen in sogenannten Zählverbünden zusammenschließen. Wir erfahren häufig, dass unsere kleineren Mitglieder in angrenzenden Städten und Regionen ganz ähnliche Herausforderungen haben. Da bietet es sich an, sich zusammenzuschließen.

Die Hauptversammlung der Diakonie RWL in den Dortmunder Westfalenhallen.

Die letzte Hauptversammlung der Diakonie RWL fand in den Dortmunder Westfalenhallen im Dezember 2019 statt.

Wie läuft dieser Zusammenschluss genau ab?

Oelkers: Die Mitglieder, die sich zusammentun, müssen uns das schriftlich bekannt geben. Wichtig ist, dass jeder der Träger das Schreiben unterzeichnet. Gemeinsam müssen die Mitglieder auf 1.000 Vollzeitstellen kommen. Wem dazu noch weitere Träger fehlen, der kann sich gerne bei uns melden. Wir versuchen dann, andere interessierte Mitglieder zu vermitteln.

Das heißt, die Mehrzahl der Delegierten wird meist direkt entsandt?

Rautenberg: Richtig. Entweder, weil die Mitgliedseinrichtungen groß genug sind und direkt entsenden können oder weil sie sich zu einem Zählverbund zusammengeschlossen haben. Alle anderen, die "rausfallen" – das heißt, die sich nicht zusammengeschlossen haben oder die zu klein sind, um direkt zu entsenden – können einen der nominierten Kandidaten wählen. Ab dem 16. September können diese Mitglieder dann per Briefwahl ihre Stimme abgeben. Vier Wochen später wird dann ausgezählt.

Wie viele Delegierte sitzen in der Hauptversammlung?

Oelkers: Aktuell sind es 130 Delegierte. Das kann dieses Jahr nach oben oder unten etwas anders ausfallen, je nachdem, wie viele Zusammenschlüsse gebildet werden und  wie viele Vollzeitkräfte aktuell bei den Trägern beschäftigt sind. Wir hoffen darauf, dass in der neuen Hauptversammlung mehr Frauen vertreten sein werden, denn bislang gibt es deutlich mehr männliche Delegierte.

Der juristische Vorstand der Diakonie RWL, Thomas Oelkers.

Der juristische Vorstand der Diakonie RWL, Thomas Oelkers.

Viele große Unternehmen haben jüngst bekannt gegeben, dass sie ihre Hauptversammlungen wegen der Corona-Krise online abhalten werden. Gibt es auch bei der Bildung der Hauptversammlung der Diakonie RWL Probleme durch Covid-19?

Rautenberg: Wir gehen von keinen größeren Schwierigkeiten aus. Die Wahl erfolgt ganz regulär als Briefwahl im September. Auch die Nominierungen und die Gründung der Zählverbünde erfolgen schriftlich. Und die erste Zusammenkunft der neu gewählten Delegierten ist erst im Dezember des Jahres vorgesehen. Wir gehen davon aus, dass bis dahin Versammlungen wieder möglich sind.

Oelkers: Das Corona-Virus wird uns dennoch beschäftigen. Es ist eine spannende Zeit. In der Hauptversammlung wird es unter anderem in einer Podiumsdiskussion mit dem NRW-Sozialminister natürlich auch darum gehen, wie die Diakonie RWL, ihre Mitglieder und die Menschen, die sie unterstützen, durch diese Ausnahmesituation gekommen sind.

Eines steht fest: Um die aktuelle Krise zu bewältigen, brauchen wir gerade jetzt funktionierende Arbeits- und Verbandsstrukturen. Deshalb appelliere ich an alle Mitglieder: Beschäftigen Sie sich mit der Hauptversammlung, schließen Sie sich in Zählverbünden zusammen und entsenden oder nominieren Sie Delegierte.

Das Interview führte Ann-Kristin Herbst. Fotos und Fotocollage: Herbst

Ihr/e Ansprechpartner/in
Jens Rautenberg

Rheinland-Pfalz

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