14. März 2017

Frühlingsempfang Diakonie RWL

Mit einer Stimme sprechen, gemeinsam feiern

Es war ein langer Weg bis zur endgültigen Fusion der Diakonischen Werke Rheinland, Westfalen und Lippe. Jetzt ist die Diakonie RWL mit rund 5.000 Sozialeinrichtungen einer der größten Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege. Das wird am Mittwoch mit viel Prominenz aus Politik, Diakonie und Kirche gefeiert.

Gruppenfoto

Der Verwaltungsrat mit dem Vorstand

Gut Ding will Weile haben: Mehr als zehn Jahre hat es gedauert, bis sich die diakonischen Träger zwischen Detmold und Saarbrücken verbindlich entschieden haben, sich unter dem Dach eines Spitzenverbandes zu organisieren.

Im Juni 2016 wurde der sogenannte "Verschmelzungsvertrag" unterzeichnet. Nun spricht die Diakonie in der Region mit einer starken Stimme. Das will gefeiert werden. Am Mittwoch lädt der größte diakonische Landesverband in Deutschland zu einem Frühlingsempfang in die Düsseldorfer Rheinterrassen ein.

Unter den über 200 geladenen Gästen sind viele Vertreter aus Politik, Kirche und Diakonie. NRW-Sozialminister Rainer Schmeltzer wird ein Grußwort sprechen. Der Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Karl-Josef Laumann, nimmt gemeinsam mit Diakoniepräsident Ulrich Lilie an einer Podiumsdiskussion zur "Rolle der Diakonie im Sozialstaat der Zukunft" teil. Die Präsides der rheinischen und westfälischen Kirche sowie der Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche werden den Gottesdienst auf dem Empfang gestalten. Heribert Prantl, bekannter Journalist der Süddeutschen Zeitung und ausgewiesener Sozialexperte, hält einen Impulsvortrag zum Thema "Über die Zuversicht in schwierigen Zeiten".

Thomas Oelkers

Thomas Oelkers

Eine gute rechtliche und wirtschaftliche Vertretung

Dieses Thema bewegt die diakonischen Unternehmen, Einrichtungen, Werke und Initiativen. Sie stehen unter einem zunehmenden Finanz- und Wettbewerbsdruck und erwarten laut Diakonie RWL-Vorstand Thomas Oelkers daher von ihrem Dachverband eine gute wirtschaftliche, rechtliche und fachliche Beratung. "Allen ist klar: Nur gemeinsam und gut vernetzt können sie erfolgreich am Sozialmarkt handeln." Also habe sich der Spitzenverband entsprechend neu aufgestellt, so Oelkers. "Unsere rund 220 Mitarbeitenden sind nun in kleinen Geschäftsfeldern, Zentren und Stabsstellen tätig." Der Vorteil: es gibt kurze Wege und klare Verantwortlichkeiten.

Die Neuausrichtung sei der "Unterbau" für eine offensive Diakonie, die die Lebensverhältnisse von Hilfebedürftigen verbessern wolle, betont Oelkers. "Mit unseren vielfältigen Angeboten von Kindertagesstätten bis hin zur Schuldnerberatung verstehen wir uns in der Diakonie als Problemlöser", ergänzt Vorstandskollege Christian Heine-Göttelmann. "Wir nehmen gesellschaftliche Verantwortung wahr und stärken mit unserer Arbeit das Gemeinwesen." 

Portrait

Christian Heine-Göttelmann

Mit einer diakonischen Stimme sprechen

Dafür wünscht sich der Vorstand mehr Unterstützung von Seiten der Politik. Viele Bereiche der sozialen Arbeit seien unterfinanziert, so Heine-Göttelmann. Das könne die neue rechte Bewegung stärken, mahnt der Theologe. "Rechtspopulismus entsteht zum Teil auch aus dem Gefühl der Benachteiligung heraus."

Wie wichtig es in Zeiten ist, "in denen die Zeichen eher auf Abgrenzung stehen", mit einer diakonischen Stimme zu sprechen, betont der Verwaltungsratsvorsitzende der Diakonie RWL, Karl-Horst Junge. Der Schritt der Fusion sei daher etwas Besonderes. Auch wenn ein solcher Prozess allen Beteiligten viel abverlange, sei er doch eine große Chance. "Eine gemeinsame Diakonie in Rheinland, Westfalen und Lippe stärkt die diakonischen Träger in ihrer Zusammenarbeit mit Politik, Verwaltung und Verbänden."

Text: Sabine Damaschke

Ihr/e Ansprechpartner/in
Sabine Damaschke
Presse- und Medienarbeit
Weitere Informationen
Bewerten Sie diesen Artikel
Durchschnittliche Bewertung: 5 (19 Stimmen)