21. Mai 2019

Deutscher Evangelischer Kirchentag

Diakonie ist Vertrauen

In der Öffentlichkeit hat die soziale Arbeit der Diakonie, für die sich rund eine Million Menschen engagieren, einen guten Ruf. Das möchte sie auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund anschaulich machen - mit Ständen, Podiumsdiskussionen, Theater, Tanz und Lesungen. Wir stellen Highlights aus dem vielfältigen und bunten Programm vor, das von der Diakonie RWL mitorganisiert wird.

Unter dem Motto "Soziale Berufe in der Diakonie. Wo ist Dein Platz?" lädt die Diakonie RWL zu einer Fotoaktion ein.

Lust auf einen alkoholfreien Cocktail? Die blaue Farbe mag etwas gewöhnungsbedürftig sein, aber sie passt zur Diakonie RWL und zu einem hoffentlich blauen Himmel am "Abend der Begegnung". Nach den Eröffnungsgottesdiensten des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentags werden in der Dortmunder Innenstadt am 19. Juni rund 200.000 Besucher erwartet. Die Diakonie RWL begrüßt sie mit Cocktails und lädt zu einer spaßigen Fotoaktion zum Thema "soziale Berufe" ein.

Am gemeinsamen Stand mit dem Landesverband bietet die Evangelische Stiftung Volmarstein den Gästen herzhafte oder süße "Volmarsteinchen" an. Die Stiftung Hephata aus Mönchengladbach, die in diesem Jahr ihr 160-jähriges Jubiläum feiert, zeigt dort Upcycling-Produkte aus den eigenen Werkstätten. Der Stand ist im Bereich der Ämter und Werke der westfälischen Landeskirche an der Olpe in der östlichen Innenstadt zu finden.

Über 30 diakonische Einrichtungen präsentieren sich im Forum Diakonie. (Foto: Diakonie Berlin/Brandenburg/NBF)

Bunte Vielfalt im Forum Diakonie

Am 20. Juni öffnet das "Forum Diakonie" im Markt der Möglichkeiten seine Türen. In Halle 6 der Dortmunder Westfalenhallen präsentieren sich über 30 diakonische Träger aus ganz Deutschland auf 1.200 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Das Café Pause inklusiv, das von Menschen mit Behinderungen betrieben wird, sorgt im Forum für das leibliche Wohl der Kirchentagsbesucher. Über 200 Menschen mit und ohne Behinderung bewirten die Gäste, bieten Tagzeitengebete und Kunstaktionen an.

Die Diakonie Deutschland stellt ihre "Unerhört"-Kampagne vor, mit der sie bis 2020 für eine offene Gesellschaft werben möchte. "Nur wer zuhört, kann ins Gespräch kommen und Antworten geben", betont Diakoniepräsident Ulrich Lilie. "Um die Verlassenen wieder in die Gesellschaft zu integrieren, müssen wir ihnen zuhören." Das tut die Diakonie unter anderem in bundesweiten Diskussionsforen und den sozialen Medien. Am Samstag, 22. Juni, gestaltet der Diakoniepräsident gemeinsam mit Diakonie RWL-Vorstand Christian Heine-Göttelmann und der Vizepräsidentin des Landtags NRW, Carina Gödecke, einen Gottesdienst.

Die Diakonie Ruhr-Hellweg plant Aktionen mit Eiskratzern und Herzen. (Foto: Diakonie Ruhr-Hellweg)

Raum für Diskussionen und Aktionen

Auch die Diakonie RWL stellt den Kirchentagsbesuchern eine neue Kampagne vor. In diesem Jahr hat sie das "Bündnis Fairer Wohnraum" gegründet. Gemeinsam mit kirchlichen und diakonischen Einrichtungen setzt sie sich nicht nur für mehr bezahlbare Wohnungen ein, sondern will auch mit kreativen Lösungen dazu beitragen, ihn zu schaffen. Ein Puppenhaus regt an, sich am Stand zum Thema "Wohnen" auszutauschen. Die Kirchentagsbesucher können ihre Forderungen an eine Litfaßsäule kleben.

Interaktiv wird es für die Besucher an weiteren diakonischen Ständen. So informieren die Behindertenhilfe-Einrichtungen von Bethel.regional Dortmund nicht nur mit Flyern und Plakaten über ihre Wohn- und Werkstattangebote für Menschen mit Behinderung. Diese stellen eine Reihe von tagesgestaltenden Angeboten direkt selbst vor. Am Stand der Diakonie Ruhr-Hellweg können Besucherinnen und Besucher mit einem Eiskratzer ein Herz der Nächstenliebe aus einem Eisblock freikratzen. Beim Parcours des Evangelischen Johanneswerkes lernen sie spielerisch die Angebote dieses großen westfälischen Trägers kennen.

Am Stand des Diakonischen Werkes Dortmund und Lünen können Besucher sich ein Souvenir vom Kirchentag herstellen.

Seite an Seite: Handwerk und Digitales

Für das Diakonische Werk Dortmund und Lünen ist der Deutsche Evangelische Kirchentag 2019 natürlich ein Heimspiel. Unter dem Motto "Diakonie in Dortmund ist HandWERK" bieten die Mitarbeitenden ein besonderes Upcycling-Angebot an: Besucher  sind eingeladen, sich ein Souvenir vom Kirchentag vor Ort selbst herzustellen. Dafür nutzt die Diakonie alte Werbebanner aus LKW-Planen und funktioniert diese zu kleinen Geldbörsen, Mäppchen und Visitenkartentaschen um.

Digital wird es bei der Evangelischen Perthes-Stiftung. Sie präsentiert eine Tover-Tafel. Die spielerischen interaktiven Lichtprojektionen regen dazu an, sich zu bewegen und gemeinsam Spaß zu haben. Unter dem Motto "Sozial wird Digital" informiert das Social-Media-Team der Stiftung Hephata, das aus Menschen mit und ohne Behinderung besteht, über Erfahrungen und Diskussionen zum Thema Inklusion in den sozialen Medien. Es bietet Menschen mit Behinderung darüber hinaus Beratung bei der Nutzung von sozialen Medien an.

Unterhaltung mit Musik, Theater und Diskussionen zu sozialen und diakonischen Themen finden auf der Diakonie-Bühne in Halle 6 mitten im Forum Diakonie statt. Hier die Gruppe Stars und Sternchen aus dem Wittekindshof Gronau im Münsterland beim letzten Kirchentag in Berlin. (Foto: Anke Marholdt)

Buntes Bühnenprogramm

Täglich gibt es zudem ein Bühnenprogramm, das vom WDR-Journalisten Uwe Schulz  moderiert wird. Es zeigt die Menschen, die Diakonie ausmachen, in Musik, Tanz und Theater. Zu sehen und hören sind inklusive Bands, Tanzgruppen und Chöre. Aber auch inhaltlich wird einiges geboten: Ministerpräsident Armin Laschet, die Journalistin Anja Reschke und Diakoniepräsident Ulrich Lilie fragen nach dem, was uns als Gesellschaft im Kern zusammenhält (Donnerstag, 14:40 Uhr).

Die bekannte Social-Media-Journalistin Theresa Brückner und Diakonie-Vorstand Maria Loheide diskutieren mit EU-Spitzenpolitikerinnen und Sozialpolitikern über die Zukunft Europas (Samstag, 15:00 Uhr). Den Vorstand der Diakonie RWL, Christian Heine-Göttelmann, und führende Landtags-Sozialpolitiker beschäftigt auf der Bühne die Frage "Wohin geht's mit dem Sozialstaat?" (Freitag, 16.30 Uhr).

Die  jungen Kirchentagsbesucher möchten die Welt und die Gesellschaft verändern. Der Kirchentag ist eine Chance, gemeinsam darüber nachzudenken. (Foto: DEKT/Kay Michalak)

Diakonie: Gesellschaft verändern und gestalten

Kirchentagsbesucher sind deutlich jünger als die Mehrheit der Bevölkerung. Sie möchten die Welt und die Gesellschaft verändern. "Der Kirchentag ist eine Chance, gemeinsam darüber nachzudenken, wie wir unsere Gesellschaft gestalten wollen und können", betont Reinhard van Spankeren, der für die Diakonie RWL die diakonischen Aktivitäten auf dem Kirchentag mitorganisiert. Dortmund ist für ihn daher genau der richtige Ort. Eine spannende Stadt im Ruhrgebiet, in einer Region im Umbruch.

"Wir möchten in Dortmund die Diakonie als Teil der Kirche präsentieren und mittendrin sein", ergänzt Georg Bloch-Jessen von der Diakonie Deutschland. Die Losung des Kirchentages "Was für ein Vertrauen" passe da sehr gut, denn Vertrauen als aktivierende Kraft sei auch für die Diakonie ein zentrales Thema.

Text. Sabine Portmann, Teaserfoto:  Frank Klein

Ihr/e Ansprechpartner/in
Reinhard van Spankeren

Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

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