3. Juli 2020

NRW-Inklusionspreis 2020

Fahrtwind für das Social Media Team

Kein Blatt vor den Mund nehmen und offen über Behinderungen sprechen – das Social Media Team der Evangelischen Stiftung Hephata ist bekannt dafür, auf seinem YouTube-Kanal "Behindert – So what!" vermeintliche Tabus zu brechen. Jetzt wurde das Team für den NRW-Inklusionspreis nominiert. Die acht Social Media Experten, die im Homeoffice weiterarbeiten, freuen sich über die Nominierung. 

  • Spaß an Social Media: Das Hephata-Team präsentiert sich authentisch und sympathisch auf seinem YouTube-Kanal. (Foto: Hephata)
  • Das inklusive Social Media Team der Stiftung Hephata

Wie barrierefrei ist der Bahnhof in Rheydt? Wie fühlt es sich an, wenn man an ADHS erkrankt ist? Und was nervt Menschen mit Behinderungen so richtig? Authentisch und sympathisch moderiert das achtköpfige Social Media Team der Evangelischen Stiftung Hephata ihre YouTube-Videos. Und das kommt gut an: Der Kanal "Behindert – So what!" wurde mit 24 anderen Projekten für den NRW-Inklusionspreis 2020 nominiert. Der Preis zeichnet Praxisbeispiele aus, die das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung und den Inklusionsgedanken fördern.

Abstand halten: Im Studio des inklusiven Social Media Teams ist während der Corona-Pandemie kaum etwas los. Die Redaktionstreffen werden per Videokonferenz abgehalten. (Foto: Hephata)

Abstand halten: Im Studio des inklusiven Social Media Teams ist während der Corona-Pandemie kaum etwas los. Die Redaktionstreffen werden per Videokonferenz abgehalten.

Nominierung ist wie eine Befreiung aus dem Lockdown

 "Allein schon, nominiert zu sein: Das macht richtig Fahrtwind", sagt der theologische Vorstand der Stiftung, Christian Dopheide. "Das Social Media Team hat ziemlich gelitten unter den Einschränkungen der Pandemiekrise. Da wirkt solch eine Nominierung wie eine Befreiung aus dem Lockdown." Seit dem 19. März arbeitet das Team im Homeoffice. Mit Handykameras und Laptops bespielen die acht Social Media Experten den Kanal aus den eigenen vier Wänden heraus. In dem neuen Format der "Lockdown-Tagebücher" werden die Angst vor der Ansteckung mit dem Virus, aber auch die immer langsamer vergehende Zeit thematisiert. Aus 24 würden gefühlt 48 Stunden, erzählt einer der Social Media Redakteure im Video.

"Das ist unsere erste Nominierung, ich freue mich, dass wir das geschafft haben. Wäre toll, wenn wir es unter die ersten drei Plätze schaffen würden", sagt Philipp Fuchs aus dem Team. Zora Kiesow findet es "super, Daumen hoch". Und Rainald Stassen kommentiert die Nominierung mit den Worten "Wow, wir haben es geschafft, unter die 25 Nominierten zu kommen".

Geburtstag ohne Gäste wir feiern trotzdem

Seit einem Jahr dabei

"Der Jubel war groß, als wir uns auf der Liste der Nominierten wiedergefunden haben. Ich bin sehr stolz auf das Team und die Arbeit, die sie leisten. Acht wunderbare Kolleginnen und Kollegen, deren Leitung ich übernehmen durfte", so Manuela Hannen, Abteilungsleiterin Kommunikation der Stiftung Hephata. 

Auch während der Corona-Pandemie begleitet der YouTube-Experte Christoph Krachten das Team weiter. Die Nominierung sei die Bestätigung, dass das Team mit dem Projekt die richtige Richtung eingeschlagen habe, sagt Krachten. "Als wir mit dem Projekt vor einem Jahr gestartet sind, konnten wir gar nicht glauben, dass wir mit einem inklusiven Social Media Team Neuland betreten." Mittlerweile haben sie ihr 50. Video produziert. Die Teilnehmenden gehören zu den ersten Menschen mit Behinderung, die ihre Einrichtung im Netz selbst vertreten. Voraussichtlich im Herbst soll der diesjährige Inklusionspreis des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen werden.

Text: Ann-Kristin Herbst, Fotos: Evangelische Stiftung Hephata

Ihr/e Ansprechpartner/in
Ann-Kristin Herbst

Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit / Social Media

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