Dienstag, 3. März 2020

Wegweiser für ein völlig neues Lernkonzept

Diakonie RWL veröffentlicht Handreichung zur praktischen Pflegeausbildung

Düsseldorf, 3. März 2020. In Nordrhein-Westfalen haben die ersten Schulen mit der generalistischen Pflegeausbildung begonnen. Spätestens ab April werden Auszubildende der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege überall gemeinsam die Schulbank drücken. Mit einer Handreichung für die praktische Ausbildung will das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe (Diakonie RWL) Einrichtungen der Altenpflege und Kliniken jetzt bei der Gestaltung ihrer Ausbildungspläne unterstützen. Die Diakonie RWL vertritt in NRW rund 100 Pflegeschulen mit über 8.000 Auszubildenden.

Ihr Ansprechpartner
Heidemarie Rotschopf
Referent/in, Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe e.V.

Krankenhaus und Gesundheit, Beratung und Ausbildung in Gesundheitsberufen

, Geschäftsfeld Krankenhaus und Gesundheit

Die 22-seitige Broschüre zum Download ist bundesweit für Träger interessant, denn sie erklärt gesetzliche Hintergründe, gibt Tipps und verweist auf notwendige Materialien für die praktische Ausbildung. Mit dem Pflegeberufegesetz, das am 1. Januar 2020 in Kraft getreten ist, liegt die Verantwortung für praktische Ausbildung nicht mehr bei den Pflegeschulen, sondern bei den Trägern der Pflegeeinrichtungen und Kliniken.

Fachwissen alleine reicht nicht

"Dabei ist es wichtig, dass sie eng mit den Pflegeschulen zusammenarbeiten, denn Erkenntnisse aus dem Unterricht sollten unmittelbar in die praktische Ausbildung einfließen und umgekehrt", erklärt Diakonie RWL-Pflegeexpertin Heidemarie Rotschopf. Sie hat die Handreichung erarbeitet.

In der Ausbildung werden von Anfang an alle Versorgungsgebiete, in denen Pflege stattfindet, gleichwertig behandelt. In ihren drei Lehrjahren erwerben die Auszubildenden im ambulanten Bereich, Krankenhäusern und Pflegeheimen Kompetenzen, die über die bisherigen Lerninhalte hinausgehen. "Eine professionelle Haltung, die sich durch Mitgefühl und Respekt ausdrückt, soll genauso vermittelt werden wie pflegerisches Fachwissen", betont Rotschopf. Stärker als früher gehe es darum, eigenständige Entscheidungen zu treffen, zu verantworten und zu delegieren.

Zentrale Rolle der Praxisanleiter

Als Bindeglied zwischen Schule und Praxis spielen die Praxisanleiterinnen und –anleiter eine zentrale Rolle. Sie sollen die Azubis enger als bisher begleiten und dafür sorgen, dass der praktische Ausbildungsplan, den der Träger entwickeln muss, umgesetzt wird. "Das alles ist anspruchsvoll und nicht 'mal eben so' zu bewältigen", meint Heidemarie Rotschopf.

Sie rät den Trägern in der Handreichung, einen Projektplan zu erarbeiten, in dem geklärt wird, wer im Haus wofür verantwortlich ist, wie und bis wann die Lernmöglichkeiten definiert werden. "Die erfahrenen Pflegekräfte sind Vorbild für die zukünftigen. Daher sollte das Neue auch in den Köpfen der Alten ankommen."

Die Handreichung zum Download sowie ein Interview mit Heidemarie Rotschopf gibt es auf der Website der Diakonie RWL: https://www.diakonie-rwl.de/themen/alter-und-pflege/handreichung-pflegeausbildung