23. Juli 2020

Online Podiumsdiskussion

Das Dilemma der Besuchsverbote

Steht der Gesundheitsschutz über dem Recht auf Selbstbestimmung und Teilhabe? Seit dem coronabedingten Besuchsverbot für Einrichtungen der Pflege-, Alten- und Behindertenhilfe wird darüber in den Sozialverbänden kontrovers debattiert. Die Diakonie RWL lädt am 19. August online zu einer Podiumsdiskussion ein, die Antworten auf ein ethisches Dilemma sucht.

  • Besuchsverbote: Seniorin und Enkelin halten Hände an einer Plexiglasscheibe (Foto: Shutterstock)

Das BTHG hat die Anstrengungen für mehr Selbstbestimmung und Teilhabe von Menschen mit Behinderung einmal mehr vorangetrieben. Auch in der Altenhilfe gab es in den letzten Jahren enorme Entwicklungen zur Stärkung der Selbstbestimmung älterer pflegebedürftiger Menschen. Zum Gesundheitsschutz sogenannter vulnerabler Personengruppen hat der Staat in der Pandemie-Situation starke Einschränkungen der Selbstbestimmung und Teilhabe in den Pflege- und Wohneinrichtungen erlassen.

Anfänglich fand das eine breite Akzeptanz. Doch je länger die Einschränkungen dauerten, desto mehr wurden deren Auswirkungen auf die seelische und soziale Gesundheit der Betroffenen diskutiert und Öffnungen gefordert, die dann auch peu à peu kamen. Mit ihnen waren die Einrichtungen aber mit einem zunehmenden Dilemma konfrontiert. Für Lockerungen der Kontaktbeschränkungen mit geringstmöglichem Gefährdungspotential für die Betroffenen und die Mitarbeitenden fehlten ihnen lange Zeit die dazu nötigen Schutzmaterialien. Noch heute fehlen auch erforderliche Reihentestungen für eine Normalisierung des Lebens in den Einrichtungen. Sie könnten dazu beitragen, die positiven Entwicklungen vor der Pandemie fortzusetzen.

Titel der Veranstaltung

"Gesundheitsschutz versus Selbstbestimmung und Teilhabe in Einrichtungen für Langzeitpflege und Wohnen für ältere und Menschen mit Behinderung"
19. August, 15.00 bis 16.30 Uhr

In der Live-Veranstaltung im Web werden die Abwägungsfragen zwischen den grundgesetzlich verbrieften Rechten auf Gesundheitsschutz sowie Selbstbestimmung und Teilhabe diskutiert. Da eine Gefährdung durch Covid-19 noch lange nicht ausgestanden zu sein scheint, spielen dabei nicht nur individuelle Abwägungsfragen, sondern auch Fragen an die Versorgungssysteme der Alten- und Behindertenhilfe eine Rolle.

Auf dem virtuellen Podium sitzen:

  • Prof. Dr. Dr. Sigrid Graumann (Rektorin der Evangelischen Hochschule Bochum und Mitglied im deutschen Ethikrat)
  • Pfarrer Christian Heine-Göttelmann (Vorstand der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe)
  • Peter König (Leiter der Stabsabteilung Altenhilfe des Evangelisches Johanneswerks)
  • Günther van de Loo (Stabsstelle Sozialpolitik der Evangelischen Stiftung Hephata)
  • Evamaria Borow (Pflegedienstleitung im Seniorenzentrum Hans-Dringenberg des Diakonischen Werkes Gladbeck-Bottrop-Dorsten

Das Publikum kann sich über einen Live-Chat mit Fragen an das Podium und mit Statements beteiligen. Ab dem 19. August wird an dieser Stelle ein Link verfügbar sein, unter dem Gäste Zugang zur Podiumsdiskussion erhalten und am Chat teilnehmen können. 

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Alter und Pflege
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