Reportage

Flüchtlingshilfe - Gute Beispiele

Auf der Flucht aus Afghanistan hat der 17-jährige Zaker nur zwei persönliche Gegenstände retten können: sein Smartphone und den grünen Silberring, den ihm sein Vater zum Abschied schenkte. Drei Monate war er nach Deutschland unterwegs und wäre beinahe an der iranisch-türkischen Grenze erschossen worden. Jetzt ist Bonn seine neue Heimat, das Jugendamt sein gesetzlicher Vormund und Yasemin Mentes seine Betreuerin in einer Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge der evangelischen Jugendhilfe Godesheim.

Flüchtlingshilfe - Gute Beispiele

Als Nana Ama Aboagwaa im vergangenen Jahr bemerkte, dass sie schwanger ist, war für sie klar: Ihr Kind sollte nicht ohne Vater aufwachsen. Der aber war aus Ghana nach Deutschland geflohen. Im Juli kam die 30-jährige Bankkauffrau in Düsseldorf an, hochschwanger und verzweifelt, weil sie nur den lokalen Namen ihres Freundes kannte. „Das war die Hölle“, erzählt sie in gutem Englisch. Ihren Sohn bekam sie in der Klinik – alleine. „Das ist für uns Frauen aus Ghana sehr hart, weil uns zuhause die ganze Familie unterstützt, wenn wir ein Baby erwarten.“

Flüchtlingshilfe - Gute Beispiele

Der Duft nach Lammfleisch zieht durch die Zuwanderungsberatung in der Diakonie Mark-Ruhr in Hagen. Lachen und das Geklapper von Töpfen ist zu hören, das Gemurmel deutscher Vokabeln und das Rattern einer Nähmaschine. Bei den Koch- und Erzählworkshops der Flüchtlingsfrauen geht es bunt zu. Drei Monate lang hat die sogenannte „Mittwochsgruppe“ der Diakonie ihre Türen für Deutsche geöffnet, gemeinsam mit Hagener Bürgern gekocht, gegessen und geredet. Die Lieblingsgerichte der Frauen und ihre Fluchtgeschichten sind nun in einem Kochbuch nachzulesen.