Gefängnis

Sommerreihe: Ehrenamtliche in der Diakonie

Wenn aus Barbara Hükelheims voll bepacktem schwarzem Rucksack ein Blumenstrauß ragt, wissen alle, dass sie mal wieder auf dem Weg zum Gefängnis ist. Im Gepäck hat sie Brett- und Kartenspiele, aber immer auch eine Tischdecke, Kerzen und Blumen. "Es ist mir wichtig, eine schöne Atmosphäre zu schaffen", sagt sie. "Der Alltag im Knast ist oft trist genug. Aber es hat lange gedauert, bis ich die Dekoration mitbringen durfte."

Strafvollzug bei Müttern

Auf das kleine Regal über der Wickelkommode hat Sara (Name geändert) einen Spiegel gestellt. "Für die beste Mama der Welt", steht darauf. Er soll sie daran erinnern, was sie für ihren 15 Monate alten Sohn sein möchte – und sein kann. "Leon (Name geändert) ist mein ganzer Stolz", betont Sara und blickt auf den Spielplatz vor ihrem kleinen Appartement. "Für ihn möchte ich ein neues Leben beginnen, wenn ich hier rauskomme."

Sommergespräch mit Sabine Bruns

Wie geht es Häftlingen in der Urlaubszeit, wenn überall von Reisen, Sonne und Strand die Rede ist? Wird die Sehnsucht nach Freiheit dann besonders stark?

Das habe ich bislang selten erlebt. Wehmütig, ruhiger und bedrückter sind Strafgefangene in der Regel an Weihnachten und in den Tagen des Jahreswechsels. Da kommen belastende Erinnerungen hoch. Viele empfinden in diesen Tagen ihre Einsamkeit sehr viel stärker und vermissen ihre Familie. Sie sehnen sich nach einer Geborgenheit, die ihnen im Gefängnis natürlich fehlt.