Bahnhofsmission

125 Jahre Bahnhofsmission

Das magentafarbene Kreuz mit gelber Schärpe auf blauem Grund der Bahnhofsmission Essen ist am Hauptbahnhof der Ruhrgebietsstadt bekannt. Eine behinderten-gerechte Auffahrt aus Metall führt zum Eingang der Mission. Sie liegt neben dem Haupteingang, gleich neben der Radstation. Ein Wohnungsloser mit langen Haaren und weit ausgebeulter Jacke sitzt bei kaltem herbstlichen Wetter mit einer heißen Tasse Tee in der Bahnhofsmission.

125 Jahre Bahnhofsmission

Er ist nicht zu übersehen. Und auch nicht zu überhören. Der Mann Mitte 50 in schwarzer Jogginghose hat sich mit seinem Rollstuhl direkt vor den Haupteingang des Aachener Hauptbahnhofs gestellt. Einen leeren Kaffeebecher vor sich auf dem Boden. "Haben Sie mal ein paar Münzen für mich?", ruft er einer Passantin hinterher, die schon im Gebäude verschwindet und sich nicht mehr nach ihm umdreht. Der Mann scheint sich nichts draus zu machen und spricht den nächsten Reisenden an.

125 Jahre Bahnhofsmission

Gisela Dickopf steht parat, als der IC aus München am Freitagabend gegen 18.30 Uhr in den Kölner Hauptbahnhof rollt. Ausgerüstet mit der leuchtend blauen Bahnhofsmissions-Weste und dem passenden Fähnchen ist die ehrenamtliche Mitarbeiterin nicht zu übersehen. Alfred Weckherlin, der an diesem Tag drei in Stuttgart zugestiegene Kinder nach Köln bringt, entdeckt seine Kollegin sofort. Gemeinsam bringen sie die Kinder zur Bahnhofsmission. Die letzten Meter auf Gleis 1 legen Paul und Anna-Lena im Laufschritt zurück und fallen ihrem Vater vor der Bahnhofsmission um den Hals.

125 Jahre Bahnhofsmission

125 Jahre Bahnhofsmission — nur wenige Hilfsorganisationen können auf eine so lange Tradition zurückblicken. Was ist das Besondere an der Bahnhofsmission?

Inklusion – Gute Beispiele

Reisenden den Weg zum nächsten Gleis weisen, eine Fahrplanauskunft geben, beim Umsteigen helfen – Alles kein Problem für Ludger Lang von der Bahnhofsmission Essen. Nur bei den Ticketautomaten verliert er schnell die Lust. „Das überlasse ich gerne meinem Kollegen Josef“, gibt er zu. „Er kennt sich mit diesen Automaten viel besser aus als ich.“ Josef Dahmann nickt und fügt stolz hinzu: „Das stimmt. Da bin ich richtig gut.“