Grundlage für das Freiwillige Soziale Jahr ist das Gesetz zur Förderung von Jugendfreiwilligendiensten vom 01.06.2008.
Ziel des Freiwilligen Sozialen Jahres ist es, einen Bildungsprozess zu initiieren, in dem soziale Erfahrungen erworben werden:
- durch Begegnungen mit Menschen außerhalb des eigenen Lebensbezuges;
- durch das Kennenlernen menschlicher Krisen und Konfliktsituationen und deren Bewältigung durch die praktische Mitarbeit im Kontext institutioneller sozialer Arbeit und deren Reflexion in Bezug auf den Einzelnen und die Gesellschaft.
- durch die qualifizierte pädagogische Begleitung, in der die individuellen Kompetenzen der Freiwilligen gefördert und erweitert werden.
Der Dienst soll so angelegt sein, dass eine soziale Leistung für die Gesellschaft erbracht und den Jugendlichen soziales Lernen ermöglicht wird (Sensibilisierung für soziale Fragen unserer Gesellschaft, Partizipation, Orientierung, Selbständigkeit...).
Es soll ein Bildungsjahr im weitesten Sinne sein, in dem soziales Lernen ebenso wie beruflich verwendbare Qualifikationen vermittelt werden, es soll integrierend wirken in dem Sinne, dass es das Verhältnis von Mehrheiten und Minderheiten aufgreift. Das FSJ hat einen jugendpolitischen Anspruch als Bildungs- und Orientierungsjahr für die Freiwilligen, es richtet sich insbesondere an den Interessen und Bedürfnissen der Jugendlichen aus.
Die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. ist Träger des Freiwilligen Sozialen Jahres.
Hierbei sollen die Bedürfnisse der Einrichtung und die Bedürfnisse der Freiwilligen in Einklang gebracht werden, damit beide Seiten vom Dienst der Freiwilligen profitieren.
Im Mittelpunkt sollen Aufgaben in der direkten Betreuung von Personen und Gruppen (Kinder, alte Menschen, Menschen mit Behinderungen usw.) stehen.
Angesprochen werden mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr junge Menschen, deren Schulpflicht beendet ist und die zwischen 16 und 27 Jahre alt sind. Das FSJ kommt v.a. für junge Menschen in Frage, die zur Arbeit im sozialen Bereich motiviert sind, die sich beruflich orientieren oder Wartezeiten überbrücken wollen oder sich persönlichen Nutzen von der jeweiligen Tätigkeit erhoffen.
Im Sommer 2011 ist der Bundesfreiwilligendienst gestartet. In der Struktur sowie den Seminaren ist der Bundesfreiwilligendienst weitgehend identisch mit den Rahmenbedingungen des Freiwilligen Sozialen Jahres.
In den vergangenen Jahren hat die Nachfrage nach Plätzen für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) sowohl bei jungen Menschen als auch von Seiten der Mitgliedseinrichtungen der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe stets das Angebot überstiegen. Aus diesem Grund hat die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. in Abstimmung mit der Evangelischen Kirche von Westfalen beschlossen, zusätzliche Plätze zum vorhandenen Angebot des Diakonischen Jahres anzubieten.
Dieses Freiwillige Soziale Jahr ist politisch gewollt als Stärkung der Freiwilligendienste (z.B. Diakonisches Jahr, Betheljahr, Freiwilliges Ökologisches Jahr, Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland, Freiwilligenzentralen) und Weiterentwicklung der Zivilgesellschaft.