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Freiwilligendienste

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News aus den Seminaren

Stacheldrahtzaun in Auschwitz

Foto: Marietta Kieslich

Diese Frage stellten sich in den vergangenen Wochen 75 junge Menschen im Alter von 17 bis 24 Jahren. Im Rahmen der Bildungsarbeit, die die Diakonie RWL e.V. als Träger für Freiwillige im Sozialen Jahr anbietet, machten sich im Mai drei verschieden Gruppen auf den Weg nach Polen. Aus verschiedenen zur Wahl stehenden Bildungsreisen hatten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die Gedenkstättenfahrt zum ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz und damit für eine intensive Auseinandersetzung mit dem Dritten Reich entschieden.

Organisiert durch das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk Dortmund, führte die Fahrt zunächst nach Oswiencim, dem Ort, den die Nationalsozialisten zur Errichtung des wohl bekanntesten Konzentrationslagers ausgesucht hatten. Nach einer ersten Orientierung vor Ort und einem Besuch der jüdischen Gemeinde in Oswiencim, erfolgte die schrittweise Annäherung an die Historie. Bei Rundgängen durch das ehemalige Stammlager sowie durch das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau führte die Historikerin Frau Jastrz?bska die Teilnehmerinnen und Teilnehmern an das Geschehene heran.

Niedergelegte rote Rose

Foto: Marietta Kieslich

Anschließend nutzten die Freiwilligen ihre freie Zeit zur persönlichen Auseinandersetzung mit individuellen Schwerpunkten in ausgewählten Ausstellungen. Untergebracht im Zentrum für Dialog und Gebet, verbrachten die Freiwilligen die ersten drei Nächte der sechstägigen Reise, fußläufig zum Stammlager, was zwangsläufig dazu führte, dass bis in die Abendstunden hinein über das Gesehene und Gehörte diskutiert wurde.

Nachdem man, mit niedergelegten Blumen und selbst geschriebenen Texten, gemeinsam Abschied von der Gedenkstätte genommen hatte, machten sich die Gruppen am vierten Tag der Reise auf den Weg nach Krakau, der heimlichen Hauptstadt Polens. Neben den Eindrücken der klassischen Touristenziele in der Stadt des ehemaligen Königsitzes, konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Besuchen verschiedener Einrichtungen einen Eindruck von der sozialen Arbeit in Polen gewinnen. Von vielen Freiwilligen als Höhepunkt der Reise bezeichnet, wurde in Gesprächen mit Herrn Smreczynski und Herrn Herrn Paczynski auch in Krakau die Thematik der ersten Tage noch einmal aufgegriffen. Die beiden Zeitzeugen, die auf unterschiedliche Art als Häftlinge im Konzentrationslager überlebt haben, erzählten den jungen Menschen auf bewegende Weise, noch einmal ihre ganz persönliche Geschichte und konnten einige der vielen offen gebliebenen Fragen beantworten.

Zeitzeuge Josef Paczynski mit Reiseleiterin Patrycja Czechanowicz

Zeitzeuge Josef Paczynski mit Reiseleiterin Patrycja Czechanowicz
Foto: Jürgen Thor

Alle drei Gruppen nutzten den letzten Abend dann noch, um sich in den unzähligen Kellerlokalen in das lebendige Treiben dieser pulsierenden von 120.000 Studenten geprägten Stadt zu stürzen und einen zweiten, weniger stillen Abschied zu nehmen. Entsprechend erschöpft waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Abschlussgespräch. Trotzdem waren sich alle einig: "Die Fahrt hat sich gelohnt." und formulierten die Forderung: "Diesen Ort müsste jede und jeder Jugendliche einmal sehen!", denn "trotz der alten Steine sind die Fragen zum Holocaust so aktuell wie vor 65 Jahren."

Bericht: Stefan Kaiser/Jürgen Thor

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