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Partizipation von Eltern mit Kindern in stationären Erziehungshilfen

"Wir müssen an einem Strang ziehen" - Meldung zum Projekt vom 6. Mai 2015


"Partizipation von Eltern mit Kindern in stationären Erziehungshilfen" ist der Name eines Kooperationsprojektes, das im Sommer 2014 gestartet ist. Kooperationspartner sind die Fachhochschule Münster und der Evangelische Fachverband für Erzieherische Hilfen in der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Das Projekt wird gefördert durch die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe und die GlücksSpirale. Die fachliche und wissenschaftliche Begleitung übernehmen über eine Laufzeit von 24 Monaten Dr. Nicole Knuth und Dr. Remi Stork von der Diakonie RWL sowie Prof. Dr. Hansbauer, Martina Kriener und Martin Gies von der Fachhochschule Münster.

Eine praxisnahe Umsetzung erfolgt durch die Beteiligung von neun Einrichtungen aus dem Rheinland und Westfalen-Lippe. Sowohl auf der Grundlage einer wissenschaftlichen Untersuchung sowie im Austausch und der Diskussion mit Fachkräften und Eltern aus den beteiligten Einrichtungen, wird folgenden Fragen nachgegangen:

  • Wie nehmen Einrichtungen der stationären Erziehungshilfe Partizipation von Eltern wahr?
  • Welche Ansätze und Möglichkeiten der Partizipation sind bereits vorhanden?
  • Welche Partizipations-Erwartungen richten Eltern an stationäre Einrichtungen, in denen ihre Kinder leben?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, Eltern intensiver an der Arbeit dort zu beteiligen?
  • Unter welchen Voraussetzungen kann die Partizipation von Eltern gelingen?
  • Wie lässt sich Elternpartizipation auf Dauer in Einrichtungen der stationären Erziehungshilfe verankern?

Das Thema Elternpartizipation wurde in der Forschung bislang eher randständig behandelt. Die Debatten um "Kinderschutz" und den "Runden Tisch Heimerziehung" haben vor allem zu einer Stärkung der Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen sowie einem Ausbau ihrer Beschwerdemöglichkeiten (§ 45 Abs. 2 Nr. 3 SGB VIII) beigetragen. Hingegen ist die Stärkung der Partizipationsmöglichkeiten von Eltern kaum ein Thema, obwohl Eltern und Familien vielfach eine wichtige Ressource für Kinder und Jugendliche in stationären Einrichtungen sind.

Partizipation von Eltern bedeutet mehr als Elternarbeit, die auf eine Verbesserung ihrer Erziehungskompetenz abzielt. Elternpartizipation beruht auf dem Recht von Eltern, über die Hilfeplanung hinausgehend, an der Entwicklung ihrer Kinder teilzuhaben und aktiv an deren Alltag und der Gestaltung von Rahmenbedingungen mitzuwirken. Die Umsetzung dieses Anspruchs gestaltet sich für die Einrichtungen nicht immer einfach. Gleichzeitig haben Eltern in der Regel ein großes Interesse daran, dass es ihrem Kind in der Einrichtung gut geht - auch wenn sie selbst über eine nicht immer gelungene und gelingende Beziehung zum Kind verfügen. Die Idee des Projektes ist es, die Eltern auch als Bürger_innen mit Erfahrungen, Kompetenzen und Ideen, als Ressource in der Gestaltung des Lebens- und Betreuungsalltags, bei konzeptionellen Weiterentwicklungen, in der Kommunikation zwischen Eltern und Einrichtungen zu begreifen. Darin liegt ein Potential für gelingende Erziehungsprozesse in den stationären Hilfen, das noch vielfach ungenutzt bleibt.

Bisher gibt es erst wenige Versuche, dieses grundsätzliche Wohlwollen der Eltern den eigenen Kindern gegenüber aufzugreifen. Das Forschungsprojekt setzt an dieser Stelle an. Es hat zum Ziel, eine angemessene Praxis zu entwickeln und im Ergebnis konkrete, praxistaugliche Möglichkeiten der Elternpartizipation für das Handlungsfeld der stationären Erziehungshilfen modellhaft zu erarbeiten.

Für die Zusammenarbeit konnten dafür folgende neun Einrichtungen gewonnen werden:

 

Logo der Glücksspirale, der FH Münster und der Diakonie RWL