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Gute Noten für Formulare statt guter Pflege
Altenhilfeexperten der Diakonie kritisieren Pflegenoten

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„Pflegenoten beurteilen, wie gut die Arbeit dokumentiert wird, nicht, wie gut die Arbeit der Pflegekräfte mit den pflegebedürftigen Menschen gemacht wird“, fasst Ulrich Christofczik, Geschäftsbereichsleiter der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe die Kritik an den Transparenzberichten des Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) zusammen. Seit einigen Wochen werden die ersten Prüfberichte mit samt Noten im Internet veröffentlicht. Aus diesem Anlasse diskutierten Experten und Praktiker aus der Altenhilfe der Diakonie mit Vertretern des MDK und der Pflegekassen über die Umsetzung der Transparenzberichte auf einer Fachtagung in Münster.
Ausbaden, was Politik versäumt hat
Kritik wurde auch daran geäußert, dass das Erhebungsinstrument zu große Spielräume für subjektive Einschätzungen der Prüfer ermögliche. MDK und Pflegekassen könnten es sich nicht erklären, warum die Durchschnittsnoten der Bundesländer bis zu zwei Noten auseinander gingen. Sie räumten ein, dass das Erhebungsinstrument für die Transparenzberichte unter hohem politischem Druck mit heißer Nadel gestrickt worden sei. Darüber regte sich der Unmut der rund einhundert erschienenen Qualitätsbeauftragten der ambulanten und stationären Einrichtungen der Diakonie RWL. „Wir müssen das jetzt ausbaden, was vorher von der Politik versäumt wurde. Die Pflegekräfte haben das nicht verdient“, so ein Teilnehmer der Diskussion.
Lebensqualität wird nicht benotet
Obwohl die MDK-Noten für die diakonischen Heime im Schnitt gut ausgefallen seien, sei es nicht akzeptabel, so Christofczik weiter, „dass die Absicht des Gesetzgebers, die Lebensqualität in den Einrichtungen darzustellen, auf der Strecke bleibt.“ Am ehesten gebe noch die unabhängig von der MDK-Note erhobene Note der Bewohnerbefragung Auskunft über Ergebnis- und Lebensqualität und die liege im Schnitt bei „Sehr gut“.