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Gute Pflege braucht qualifizierte Mitarbeiter
Diakonie RWL gegen Greencard für ausländische Pflegekräfte

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Der Bedarf an Fachkräften in der Altenpflege wird in den kommenden Jahren stark ansteigen. Schon heute zeigt sich in manchen Regionen ein deutlicher Mangel an Fachkräften. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, fordern private Altenpflegeeinrichtungen, ausländische Pflegekräfte nach Deutschland zu holen. Für die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe ist das kein nachhaltiger Weg, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. „Wer kurzfristig ausländische Arbeitskräfte ohne ausreichende Qualifikation und Sprachkenntnis anwerben will, der leistet einer Discount-Pflege ohne Qualitätsstandards Vorschub“, kritisiert Ulrich Christofczik, Geschäftsbereichsleiter bei der Diakonie RWL. Schlecht ausgebildete Pflegekräfte würden dem Ruf der Pflege schaden und nicht zur Zufriedenheit von Patienten, Bewohnern und Mitarbeitenden führen.
Attraktive Ausbildung für Pflegekräfte
Stattdessen fordert die Diakonie RWL den Pflegeberuf zu reformieren, attraktiver zu gestalten und Aufstiegsoptionen zu bieten. „Wir brauchen eine generalisierte Ausbildung für Kranken- und Altenpflege, die wie in anderen europäischen Ländern auf Hochschulniveau weitergeführt werden kann“, so Christofczik weiter. Darum sei es nötig, die Pflegeausbildung durchlässig zu machen und zu modularisieren, um weitere Qualifikationen an Hochschulen zu ermöglichen. Durch solche Aufstiegschancen würde für viele Nachwuchspflegekräfte der Beruf attraktiver werden. Der neue Gesundheitscampus in Bochum ermöglicht erstmals eine grundständige Hochschulausbildung in der Pflege.
Werben statt Anforderungen senken
Kontraproduktiv ist es dagegen, die Anforderungen an die Fachkraftausbildung unter dem Druck des steigenden Pflegebedarfs zu senken. „Die Senkung der Zugangsvoraussetzungen für die Fachkraftausbildung in der Alten- und Krankenpflege, die der Gesetzgeber im letzten Jahr durchgesetzt hat, halten wir angesichts der steigenden Anforderungen an Pflegefachkräfte für eine grundsätzlich falsche Weichenstellung.“ Nun auch noch die Inhalte der Ausbildung abzuspecken, wie es private Altenpflegeeinrichtungen fordern, sei komplett der falsche Weg.
Diakonie bildet aus
Die Diakonie bildet seit 2003 mit der Einführung des Bundesaltenpflegegesetzes selbst aus. Mit bundesweit über 15 000 Ausbildungsplätzen im Bereich Gesundheit und Soziales – allein in NRW sind es 2 250 Plätze in der Altenpflege – an mehr als 250 Fachschulen beteiligt sich die Diakonie in erheblichem Umfang an der Sicherstellung des Nachwuchses in diesem Bereich. „Wir übernehmen damit in hohem Maße Verantwortung für die fachliche Kompetenz von Mitarbeitenden in der Pflege und für die erforderlichen Ausbildungsgrundlagen in den Pflegeberufen, für die Durchführung der Ausbildung und für die Weiterentwicklung der Ausbildungsinhalte.“