Bildung auf Europäisch
Der Deutsche Qualifikationsrahmen und die Herausforderungen für die Freie Wohlfahrtspflege

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Freie Wohlfahrtpflege in NRW hat in dem Arbeitsausschuss "Aus- und Weiterbildung" eine Broschüre zum Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) erstellt. Die Broschüre informiert über die grundlegenden Schritte dieser Entwicklungen, die mit den Stichworten "Europäischer Qualifikationsrahmen" und "Deutscher Qualifikationsrahmen" verbunden sind und gibt Hinweise für Dienstgebende sowie für Bildungsanbieter, wie sich vermutlich die Bildungslandschaft verändern wird und was dies mittel- und langfristig bedeuten kann.
Hintergrund
Die Bildungslandschaft in Deutschland wird sich im Bereich der Beruflichen Bildung und Qualifizierung nachhaltig wandeln. Nach den Hochschulen (Bologna-Prozess) stehen nun auch weitere Bildungsbereiche vor der Herausforderung, trotz aller Unterschiedlichkeit der nationalen Bildungssysteme, die Qualifikationen transparent und vergleichbar darzustellen. Diese angestrebte Transparenz und Vergleichbarkeit in der Bildungspolitik zielen darauf ab, Beschäftigungsfähigkeit und die jeweiligen dazugehörigen Kompetenzen beschreibbarer zu machen, um das jeweilige Stellenprofil mit seinen Anforderungen konkreter werden zu lassen. So werden Aspekte einer Bildungsbiografie mit jenen der Berufsbiografie zusammen gedacht und auf das Engste miteinander verzahnt.
Relevanz
Die Freie Wohlfahrtspflege ist von diesen Entwicklungen in zweierlei Weise betroffen. Zum einen sind unter dem Dach der Wohlfahrtsverbände rund 1,5 Millionen Menschen bundesweit (in NRW ca. 500.000 Personen mit unterschiedlichsten Qualifikationen beschäftigt. Ihre Qualifikationen werden zukünftig einen Bezug zum Europäischen Qualifikationsrahmen aufweisen müssen. Zum anderen unterhalten viele Träger in der Freien Wohlfahrtspflege Aus-, Fort- und Weiterbildungseinrichtungen. Hier werden mittelfristig intensive Diskussionen über die Bildungsprogramme und deren faktische oder angestrebte Verortung im Deutschen und damit auch im Europäischen Qualifikationsrahmen stattfinden müssen.

Dr. Annett Herrmann
Dr. Annett Herrmann, Bildungsreferentin bei der Diakonie RWL, beschreibt die Relevanz des DQR so:
"Der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR) ist relevant für all die Personen, die:
als Personalverantwortliche(r) zuständig sind für Personalauswahl und Einstellung, denn mit dem DQR
- werden die bisherigen Zeugnisse und Zertifikate ergänzt durch Kompetenzbeschreibungen und Niveaufestlegungen
- verändern sich bisherige Berufsbildpositionen und werden ergänzt um kompetenzbasierte Beschäftigungs- und Anforderungsprofile
- fordern kompetenzorientierte Anforderungsprofile Konsequenzen für die Stellenbeschreibungen sowie Stellenausschreibungen.
Fort- und (Weiter)bildungsmaßnahmen anbieten, denn mit dem DQR
- ist langfristig die Zuordnung Ihrer Kurse und Veranstaltungen zu einer der acht Niveaustufen erforderlich.
- haben Sie sich ggfs. einem Anerkennungs- und Akkreditierungsverfahren, (vergleichbar dem Verfahren an Hochschulen) zu unterziehen.
- werden daher mittelfristig Teilnahmebescheinigungen und Zertifikate notwendig, aus denen der jeweilige Kompetenzerwerb ablesbar ist.
verantwortlich sind für Förder -und Qualifizierungsmaßnahmen benachteiligter Menschen, denn mit dem DQR
- soll ein Instrument geschaffen werden, dass zukünftig auch die Kompetenzen erfasst, die unterhalb formaler Bildungsabschlüsse erfasst werden.
- sollen Fachkompetenz und personale Kompetenz angemessen gewichtet werden.
- werden vermehrt Aufstiegs- und Übergangschancen eröffnet."
Kontakt und Bezug der Printversion bei der Diakonie RWL:
Dr. Annett Herrmann, Referentin für die Aus-, Fort- und Weiterbildung im Geschäftsbereich Familie, Bildung und Erziehung der Diakonie RWL
Tel., 0251 2709-174, a.herrmann@diakonie-rwl.de
Materialien
- Die Publikation zum Herunterladen
- Bildung auf europäisch? Der Deutsche Qualifikationsrahmen und die Herausforderungen für die Freie Wohlfahrtspflege