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Dossiers und Debatten

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Freiwilligentätigkeit

Mit Brot für die Welt ein Jahr in Kamerun

Lina Droste und Carolin Zierath

Carolin Zierath beim Kochen

Lina Droste und Carolin Zierath sind dicke Freundinnen, seit sie sich vor einem Jahr in Kamerun kennengelernt haben. In einem "Brot für die Welt"-Projekt engagierten sie sich freiwillig. Unter dem Titel "Dein Jahr für die Welt" bietet "Brot für die Welt" zusammen mit den "evangelischen Freiwilligendiensten" einen zehn- bis zwölfmonatigen Freiwilligendienst für junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren an.

Das Projekt in Kamerun, in dem Lina Droste und Carolin Zierath als Freiwillige mitgearbeitet haben, setzt sich ein für Menschen, die mit dem HIV-Virus infiziert sind und leistet Aufklärungsarbeit über die Krankheit Aids. Beide haben viel zugehört und dazugelernt. Die Gastfreundschaft der Menschen in Kamerun werden sie nie vergessen. Dass sie an der Armut der Menschen oft nichts und nur manchmal ein wenig ändern konnten, war schwer auszuhalten. "Aber, es bringt die Welt weiter, wenn man im Kleinen füreinander da ist", so die feste Überzeugung der beiden Freiwilligen. Dass man den Tag in Kamerun ruhig angehen lässt, hat sie erst ungeduldig gemacht und es hat ihnen dann gut gefallen. An die Pünktlichkeit in Deutschland mussten sie sich erst wieder gewöhnen.

 

Carolin Zierath

21 Jahre, kommt aus Münster und studiert Theologie

Carolin Zierath wollte nach dem Abitur nicht sofort studieren, sie wollte Neues kennenlernen, am liebsten Afrika. Und sie wollte sich engagieren, gerne bei einer christlichen Organisation. "Brot für die Welt" kannte sie aus ihrer Kirchengemeinde. Dort sammelt man für die "Hilfe zur Selbsthilfe", für die "Brot für die Welt" wirbt. Und das Thema Gesundheit interessierte sie. In Kamerun begleitete sie die Krankenschwestern und Pfleger bei einer statistischen Erhebung zu Lebensbedingungen von Schwangeren, die mit dem HIV-Virus infiziert sind. Sie sind in die Dörfer gefahren und haben das einfache Leben der Menschen auf dem Land in Kamerun kennengelernt. Häuser mit einfachem Lehmboden, auf dem die Menschen schliefen. Oftmals gab es kein Strom und kein Wasser. Der persönliche Kontakt mit den Kamerunern, die in dem Projekt arbeiteten und die es aufgebaut haben, waren prägende Erlebnisse. "Es waren immer offene Arme, die uns empfingen". Schwierig war für sie, dass sie, obwohl sie Freiwillige waren, so viel mehr Geld hatten als die Einheimischen. "Wir wurden oft um Geld gebeten. Es war schwer, damit umzugehen", so Carolin Zierath. Das freiwillige Engagement geht nach der Rückkehr weiter. Denn, wenn sie hier in Deutschland von Kamerun und der Situation dort erzählt, dann ist das genauso wichtig wie die geleistete Unterstützung vor Ort. "Hier in Deutschland habe ich viel über meinen Lebensstil nachgedacht, zum Beispiel über die Produkte, die ich kaufe. Global denken und lokal handeln ist wichtig."

 

Workshop Aufklärung, Freundschaft

Lina Droste

22 Jahre, kommt aus Bielefeld und studiert Sozialwissenschaften und Psychologie

Lina Droste hat an einer HIV-Aids-Aufklärungskampagne teilgenommen. Neben freiwilligen Aids-Tests haben sie Workshops mit Jugendlichen durchgeführt. Damit sollte das Bewusstsein für die Krankheit Aids geschärft werden, aber auch das Selbstbewusstsein der Jugendlichen. In Gesprächen haben sie über Freundschaft und Liebe gesprochen und in Rollenspielen das eigene Selbstbewusstsein gestärkt. "Man hat uns in den Gesprächen viel Vertrauen entgegengebracht, denn in den Familien wird nicht viel über Sexualität und Aids gesprochen. Manchmal fühlte ich mich auch überfordert, aber dann war immer ein Mitarbeiter der Organisation für uns da", so Lina Droste. Für sie war es auch eine Besinnung auf das, was wirklich zählt: Das Miteinander, und das wird in Kamerun groß geschrieben. Man kennt sich und man grüßt sich. Und die Familie ist wichtig. "Viele Familien haben uns eingeladen, obwohl sie selbst nichts hatten, das hat mich sprachlos gemacht. Die Familie  würde alles füreinander tun", so Lina Droste.

Und sie hat für sich gemerkt, ich brauche gar nicht so viel zum Leben. "Ich muss einen Tag nicht mit einer heißen Dusche beginnen, ein Eimer Wasser ist auch ein erfrischender Start in den Tag." Nächste Woche sitzt sie wieder im Flugzeug nach Kamerun, ein herzlicher Empfang ist ihr sicher. Und das zählt.

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