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Freiwilligentätigkeit

"Ich bin dankbar, dass ich das in meinem Alter überhaupt noch kann"

Christa Oltrogge (80) kocht jeden Dienstag mit Kindern in Heiligenhaus

Christa Oltrogge mit Kindern beim Brotschneiden

Christa Oltrogge: "Es ist wichtig, sich mit Kindern wirklich zu beschäftigen. Trotz Fernseher und Computer legen Kinder Wert auf Zeit, die man mit ihnen verbringt."
Foto: Hans-Jörg Haase

"Ich bin dankbar, dass ich das in meinem Alter überhaupt noch kann und dass ich die Zeit dafür habe. Mir wird hier gezeigt, dass meine Hilfe wirklich gebraucht wird. Ob bei den älteren oder bei den jungen Menschen – ich werde immer willkommen geheißen": Christa Oltrogge, 80 Jahre alt aus Heiligenhaus, kocht jeden Dienstag mit 15 Kindern zwischen sieben und elf Jahren in einem Kindergarten in Heiligenhaus. Sie engagiert sich damit im Projekt "KinderZeit Mobil", einem Projekt der Diakonie im Kirchenkreis Niederberg und der Velberter Tafel. 

„KinderZeit Mobil“ ist einer der Finalisten beim Sozialpreis „innovatio 2011“. In einem Gespräch mit diakonie.de berichtete sie von ihren Erfahrungen.

Sie arbeiten als Ehrenamtliche bei KinderZeit Mobil. Was machen Sie dort genau?

Christa Oltrogge: Eine Erzieherin und ich kochen jeden Dienstag mit knapp 15 Kindern zwischen sieben und elf Jahren in einem Kindergarten in Heiligenhaus.   

Was kommt dann zum Beispiel auf den Tisch?
Wir kochen in der Regel ein Hauptgericht mit Beilage. Meistens Speisen, bei denen die Kinder viel schälen und schneiden müssen, damit sie beschäftigt sind. Tabu ist Schweinefleisch, weil auch einige Muslime dabei sind. Ganz wichtig ist der Nachtisch. Das ist dann zum Beispiel Pudding, Obstsalat oder auch mal ein Kuchen.   

Was essen die Kinder neben dem Nachtisch am liebsten?
Nudeln und Salate. Aber auch Kohlroulade mögen Sie gern. Die haben wir neulich ausprobiert. Das hat dann etwas länger gedauert, denn der Kohl musste erst einmal gekocht und das Gehackte angemischt werden und am Ende musste alles mit einem Band befestigt werden. Das war viel Arbeit, aber den Kindern hat es geschmeckt. Darum geht es uns: Wir wollen, dass sie sehen, dass Selbstgemachtes besser schmeckt als Fertigessen. Und natürlich dass Kochen Spaß macht! Sie glauben gar nicht, wie lustig das hier manchmal zugeht! Kinder sind so neugierig, gerade was das Würzen und Probieren angeht.   

Wurde denn auch schon mal etwas versalzen?
Nein, da sind sie doch sehr vorsichtig. Uns ist aber schon mal etwas angebrannt. Wer am Gaskocher steht und dort etwas brät, darf natürlich nicht weglaufen. So etwas müssen sie oft erst lernen. Auch bei den Tischmanieren gibt es viel nachzuholen. Zum Beispiel geduldig zu sein und mit dem Essen zu warten, bis sich jeder etwas auf den Teller getan hat. Das bringen wir den Kindern hier bei.   

Und was haben Sie bisher für sich gelernt?
Es ist wichtig, sich mit Kindern wirklich zu beschäftigen. Viele Kinder in Deutschland sind arm, weil sich ihre Eltern nicht um sie kümmern und nicht mehr direkt mit ihnen kommunizieren. Trotz Fernseher und Computer legen Kinder aber Wert auf Zeit, die man mit ihnen verbringt. Das machen wir beim gemeinsamen Kochen. Es geht hierbei jedoch nicht ums Bespaßen, sondern darum, die Kinder an eine gesunde, ausgewogene Ernährung heranzuführen.   

Als Grüne Dame betreuen Sie auch ehrenamtlich ältere Menschen in einer Reha-Klinik. Warum engagieren Sie sich freiwillig?
Ich bin dankbar, dass ich das in meinem Alter überhaupt noch kann und dass ich die Zeit dafür habe. Mir wird hier gezeigt, dass meine Hilfe wirklich gebraucht wird. Ob bei den älteren oder bei den jungen Menschen – ich werde immer willkommen geheißen.   

Text: Diakonie/Ulrike Pape
Foto: Hans-Jörg Haase

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