"Ich mach aus allem das Bestmögliche"
Gabriele Trull, Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Evangelische Krankenhaus-Hilfe EKH

Gabriele Trull, Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Evangelische Krankenhaus-Hilfe EKH
Gabriele Trull ist seit Jahrzehnten eine bekannte Persönlichkeit und Größe in dem Kontext des ehrenamtlichen Engagements in der Ev. Kirche und Diakonie. Geboren wurde sie 1947 in Göttingen, aufgewachsen ist sie gut hanseatisch in Hamburg. Sie kommt aus einem sehr christlich geprägten Elternhaus - evangelisch lutherisch geprägt.
Für ihr Studium zur Realschullehrerin in Berlin und Göttingen entschied sie sich - sehr untypisch zur damaligen Zeit - für die Schwerpunktfächer Mathematik und Physik. Auch diese Wahl war immer mit prägend für ihr Tun und Denken, auch wenn sie nur kurze Zeit als Realschullehrerin in Stadtoldendorf gearbeitet hat. Nach ihrer Heirat 1969 des Soldaten Rolf Trull und der Geburt ihrer zwei Töchter (und mittlerweile nun sieben Enkelkindern!) hat sie ihre Schultätigkeit aufgeben.
Als Soldatenfrau, als Begleiterin ihres Mannes, war ihr Leben durch viele Umzüge geprägt. Allein 13 Umzüge und zwei Auslandsaufenthalte in Rom und Pakistan mussten von ihr gestaltet und gemanagt werden - getreu nach ihrem Motto: ich mache aus allem das Bestmögliche.
Frau Trull hat aus ihrer inneren Überzeugung heraus eine enorme "Ehrenamtskarriere" gestaltet: von der klassischen Mitarbeit in diversen Elterngremien, über die Gründung des "Forums für Soldatenfrauen", der Mitarbeit im Verein "Familie ist Zukunft", bis hin seit 1996 zur Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Evangelische Krankenhaus-Hilfe EKH und in Folge Mitglied in diversen Bundes- und Landesgremien (z. B. Diakonische Konferenz DW EKD, Diakonischer Rat DW EKiR, Verwaltungsrat Diakonie RWL, Präsidium JSD, um hier nur einige zu nennen).
Angefangen hat dies alles mit ihrem Wunsch und Bedürfnis, kranken Kindern ehrenamtlich Nachhilfe zu geben. Nach einem längeren Gespräch mit dem zuständigen Rektor der Schule vor Ort, hat sich sehr schnell herauskristallisiert, dass dazu mehr Zeit als sie einbringen konnte vonnöten war und ein Sonderschulaufbauseminar belegt werden musste. Somit hatte sich ihr angedachtes Projekt aus Zeitgründen leider erledigt.
"Werden Sie doch Grüne Dame" - diesen Impuls vonseiten des Rektors hat sie aufgegriffen und weiterverfolgt - Nach mehreren Vorgesprächen wurde sie Grüne Dame in der Johanniter-Kinderklinik St. Augustin. Ihr weiterer Werdegang als Einsatzleiterin und schließlich ihre Wahl zur Bundesvorsitzenden war (und ist immer noch!) geprägt von Verbindlichkeit, Beharrlichkeit und großer Freude am Gestalten und Weiterentwickeln - und dies in Kombination mit wenig "Berührungsängsten"
"Ich tue ausgesprochen gerne etwas: ich arbeite gerne, ich organisiere gerne, ich unterstütze gerne - ich habe so viel gelernt, ich will dies auch weitergeben."
"Betreuung, Begleitung und Weiterbildung" sind für sie wichtige und entscheidende Maßgaben. "Ich trauere keinen verpassten Chancen nach - ich mache aus allem das Bestmögliche, ich schaue nach vorn und freue mich auf die sich stellenden Herausforderungen."
Sehr deutlich in ihrem Erzählen wird: sie hat kein Bedürfnis nach materiellem Wohlstand - das ist für sie keine Triebfeder ihres Tuns. Ihre Kraftquellen sind für sie die Unterstützung ihrer Familie - sowohl ihres Mannes als auch ihrer Töchter - und ihr gesundes Gottvertrauen.
Ihre Grundbotschaft ist eigentlich ganz schlicht und elementar: "Ich möchte dem Ehrenamt mehr Anerkennung verschaffen! Dazu leiste ich gerne meinen Beitrag." Wohl Wissend: "Ehrenamt tut gut, ist eine Bereicherung des Hauptamtes auf gleicher Augenhöhe." Wichtig ist ihr dabei, "nicht die Bodenhaftung zu verlieren, sondern im stetigen Kontakt mit der Basis zu bleiben."
Gefragt nach ihrer Zukunftsperspektive, ihrer Zeit nach ihrem Bundesvorsitz in zwei Jahren, antwortet sie ganz gelassen: "Ich möchte zukünftig mehr Zeit für meine sieben Enkelkinder haben, möchte gerne lange gesund bleiben - so 100 Jahre alt werden - und über ein neues Projekt nachdenken - dies allerdings ganz an und mit der Basis."
- Andacht von Pfarrer Prof. Dr. Uwe Becker zur Arbeit der Evangelischen Krankenhaus-Hilfe anläßlich der Verleihung des goldenen Kronenkreuzes an Gabriele Trull
- Prof. Dr. Uwe Becker: Andacht anlässlich der Bundestagung der Arbeitsgemeinschaft Evangelische Kranken-haus-Hilfe e.V. (eKH) und der Überreichung des goldenen Kronenkreuzes an Gabriele Trull am 18. Oktober 2011 in Bad Godesberg