22. Juli 2011
Hilfen aus dem Knast für Japan
Patienten der Forensik in Duisburg sammelten Spenden für die Diakonie Katastrophenhilfe

Geschäftsführerin des NTZ Andrea Piccenini und Pfarrer Ulrich T. Christenn (Diakonie Katastrophenhilfe Rheinland) bei der Checkübergabe mit der Gewinnerin des Oldtimers.
Die Erdbeben-Katastrophe in Japan hat weltweit eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Auch aus Deutschland gab es viel Unterstützung. Allein die Diakonie Katastrophenhilfe hat mehr als eine Million Euro zur Verfügung gestellt. Bei einer ungewöhnlichen Spendenaktion in Duisburg kamen noch einmal 1600 Euro zusammen.
Sie sind verurteilte Straftäter, die wegen ihrer Drogensucht therapiert werden. Sie leben hinter meterhohen Glasmauern und vergitterten Fenstern. Sie haben im Fernsehen die Bilder aus Japan gesehen und wollten helfen: Die rund 100 Patienten des Niederrhein Therapiezentrum in Duisburg (NTZ) sind aktiv geworden und haben bei sich und den Mitarbeitenden Spenden für die Diakonie Katastrophenhilfe gesammelt. Allein dabei kamen fast 500 Euro zusammen. Zusätzlich wurde beim Sommerfest der Einrichtung ein Oldtimer versteigert, der zuvor in der Metallwerkstatt des NTZ komplett überholt wurde. Therapie, Ausbildung und Hilfe für Japan gingen so Hand in Hand. Bei 1100 Euro fiel schließlich der Auktionshammer und der Honda N600 bekam eine neue Besitzerin.
Das NTZ besteht seit Januar 2010. Die Verantwortung für den Betrieb der Forensik-Klinik haben erstmalig in NRW zwei diakonische Träger übernommen: das Evangelisches Johanneswerk und die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel.
Die Diakonie Katastrophenhilfe hat gemeinsam mit japanischen Partnern die Menschen vor Ort dort mit Nahrungsmitteln und Kleidung versorgt und leistet zudem psychosoziale Unterstützung. Bis Ende Mai hatte das evangelische Hilfswerk dafür 1,57 Millionen Euro bereitgestellt.